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23.07.1982 - 

Mit systemnaher Software für Btx-Rechnerverbund Steinbruch gefunden?

Danet zieht Nutzen aus alter Dreierbeziehung

MÜNCHEN (bi) - Als gut gerüstet speziell für den Kampf um den prognostizierten Bildschirmtext- (und Teletex-) Softwaremarkt stellte sich die aus Bundespost und Industrie hervorgegangene Danet Gesellschaft für Beratung und Software-Entwicklung mbH, Darmstadt, in München der Fachpresse vor.

Offiziell erst seit zehn Monaten existiert das Unternehmen in seiner jetzigen Form, kann aber auf eine Tradition seit 1971, zunächst am Rockzipfel der Bundespost, zurückblicken. Heute ist das Unternehmen Post noch mit 30 Prozent und die Datel/GSI mit 70 Prozent an dem flügge gewordenen Zögling mit FTZ-Erfahrung beteiligt (FTZ = Fernmeldetechnisches Zentralamt). Die Datel GmbH, München, mit einem vorwiegend mittelständischen Kundenkreis für ihre RZ-Anwendungen, gehört mit 90 Prozent der französischen Général de Service Informatique (GSI), Paris, mit fünf Prozent der Siemens AG und gleichfalls fünf Prozent der Deutschen Bundespost.

"Datenfernverarbeitung aus der Steckdose" war in den beginnenden siebziger Jahren einmal der Slogan der Danet-Crew, erzählte der heutige Geschäftsführer Jürgen Schröder. Das damals angedachte Konzept sieht er im Bildschirmtextsystem realisiert. Danet hat denn auch im Rahmen eines Beratungsauftrages das Btx-Konzept für "Rechnerverbund entwickelt. Vor diesem Hintergrund kann Schröder glaubhaft versichern "alle wichtigen EDV-Hersteller" und die Bundespost zu seinen Kunden für betriebssystemnahe DFÜ-Software zu zählen.

Aus der Sicht der Post erklärte Konrad Schmidt, Ministerialrat im Postministerium und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Danet, die "Ausgründung aus der Datel GmbH. Unterschiedliche Zielmärkte von Datel und Danet zum einen hätten den Schritt gerechtfertigt, zum anderen sei die Post derzeit nicht flexibel genug, zum Beispiel Btx-Software selbst zu erstellen: "Die Beamten sind dafür nicht ausgebildet". Und: "Wir haben noch keinen Personalaustausch." Schmidt versicherte, die Danet sei wie jedes andere Softwarehaus zu betrachten. Eine besondere Nähe "zum Steinbruch der Post" mochte er dem Postableger ausdrücklich nicht bescheinigen.

Einen außergewöhnlich guten Riecher glauben die Danet-Leute für Betriebssystemerweiterungen zu haben; sie wüßten schon drei Jahre vor den offiziellen Ankündigungen davon. Zurückzuführen sei dieses frühzeitige Know-how auf die traditionell gute Dreierbeziehung: Datel, Post und Hersteller.

Als Referenzanlagen für im Feldversuch erprobten und realisierten Rechnerverbund über das entsprechende umfangreiche Softwarepaket "Dabit" (Danet-Adaptions-Software für Bildschirmtext-Rechner) nannte Jürgen Döring, der Leiter des Geschäftsbereichs Btx: Philips P8000, IBM 43XX (drei Installationen), Nixdorf 8890, Tandem und DEX/VAX.

Für Leute, die einen Schritt in die Unix-Welt getan haben oder noch tun wollen, gibt Danet Support. Wie die Darmstädter betonen, eine Besonderheit, denn das Western-Electric-Produkt ist inzwischen (wie in den USA) breit gestreut speziell an den Universitäten wird aber in der von Danet exklusiv für Deutschland vertriebenen Version IS 1 (nachdem Unix-Lizenznehmer Interactive Systems, Kalifornien, benannt) hierzulande nur von Danet unterstützt und gewartet. Fundament dieses Service-Angebotes ist, daß Danet selbst Unix in der Version IS 1 zur Softwareentwicklung einsetzt. IS 3 soll zum Jahresende zur Verfügung stehen.

Neben ihren, Logenplatz als Beobachter und Akteur der Btx-Szene dürfte die Danet nach Ansicht von Fachleuten mit ihren Unix-Fähigkeiten auch eine Eintrittskarte für das Match um die DFÜ-Qualitäten der Mikrocomputer haben. Womit sich der Kreis zwischen Groß-EDV - Btx-Zentralen zum Beispiel - und Personal Computing beziehungsweise Btx-Terminals schließen würde.

Das Unternehmen verspricht sich zur Zeit aufgrund seiner um 30 Prozent höheren Auftragslage als 1981 für das Jahr 1986 einen Anteil von 40 Millionen Mark an dem geschätzten Bildschirmtext-Softwaremarkt.