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05.08.1994

Daniel McNeill, Paul Freiberger Fuzzy Logic - Die "unscharfe" Logik erobert die Technik. Aus dem Amerikanischen von Robert Jaroslawski.

Droemer Knaur Verlag, Muenchen 1994, 447 Seiten, 44 Mark

"Keine Theorie taugt etwas, es sei denn, man benutzt sie, um ueber sie hinaus zu gelangen", sagte einmal Andre Gide. Waehrend es der Schriftsteller beim Publizieren solch' hehrer Worte beliess, setzte der persisch-amerikanische Wissenschaftler Lotfi Zadeh 1965 die Erkenntnis in die Tat um. Er erfand die Fuzzy Logic.

Heute hat das sogenannte Unschaerfenkonzept den Siegeszug durch die Technik bereits angetreten. Die Japaner waren die ersten, die den Wert der Fuzzy Logic erkannten und nun Milliarden mit entsprechenden Produkten verdienen. Fuzzy Logic arbeitet im Verborgenen: wenn eine Waschmaschine die Trommelbewegung und die Wassermenge exakt auf die jeweilige Waeschemenge abstimmt, wenn die S-Bahn fast unmerklich beschleunigt, oder wenn der Sensor einer Klimaanlage die kleinste Temperaturschwankung sofort ausgleicht. In Europa und den USA versuchen einige Unternehmen, den erheblichen Vorsprung der Japaner einzuholen. Die Erfolge dieser Firmen sprechen fuer sich, doch steckt die praktische Umsetzung des Konzeptes trotz diverser Anwendungsmoeglichkeiten noch in den Kinderschuhen.

Daniel McNeill und Paul Freiberger berichten von der vordersten Front der Wissenschaft. Sie haben sehr gruendlich in den USA und in Japan recherchiert, um dem Leser einen tiefen Einblick in die Entstehung der Fuzzy-Set-Theorie zu bieten und lebendige Portraets der Schluesselfiguren von Lotfi Zadeh bis zu den juengsten einschlaegig engagierten Wissenschaftlern wie Bart Kosko zu zeichnen.

Das Buch macht den Leser zum Insider. Er verfolgt spannende Argumentationen zwischen Anhaengern des Statistikers Bayes und den Vertretern der Fuzzy-Denkweise, erlebt den Beinahe-Untergang der Idee "Fuzzy Control" und erfaehrt, dass die Unschaerfenlogik in fernoestlichen Philosophien wurzelt. Besonders packend geschrieben sind die Kapitel ueber das Entstehen der Institute LIFE (Laboratory for International Fuzzy Engineering Research) und FLSI (Fuzzy Logic Systems Institute). Obwohl die Verfasser weniger ein Lehr- als ein Geschichtsbuch verfasst haben, vermitteln sie dem Leser ein breites Wissensfundament.