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06.03.2007 - 

Kolumne

Darwin Ellison

Mit Hyperion kauft Oracle innerhalb von drei Jahren das 30. Unternehmen. Wer Oracle-Chef Larry Ellison kennt, weiß, wie stark ihn Wettbewerb motiviert. Sein Motto lautet: Gewinnen. Allerdings nicht um jeden Preis. Sein Konzept, im Applikationsgeschäft durch Zukäufe möglichst schnell zu wachsen, stellt praktisch das Gegenteil der SAP-Strategie dar, die in erster Linie aus eigener Kraft versucht, ihren Kundenkreis zu erweitern. Während Oracle Produkte und Marktanteile in großem Stil kauft, ersteht SAP allenfalls kleine Companies, die technische Lücken im Portfolio der Walldorfer schließen.

Welcher Weg zu mehr Erfolg führt, ist schwer vorauszusagen. Durch Zukauf großer Einheiten lässt sich Größe sicher schneller erreichen als durch organisches Wachstum. Allerdings kann dieses Vorgehen durch die Notwendigkeit zur Integration der Produkte und der übernommenen Organisation in das bestehende Portfolio stark gebremst werden. Die "Organiker" dagegen bewegen sich am Anfang langsam, da sie aber das Integrationsproblem nicht haben, holen sie später auf.

Lässt man jedoch die Zeit für die Produktintegration unberücksichtigt, käme Oracle sicher schneller voran als Konkurrent SAP. Das Problem der organisatorischen Einbindung scheinen die Datenbanker im Griff zu haben. Jedenfalls haben die Übernahmen von Siebel und Peoplesoft die verbleibenden Mitarbeiter wenig erschüttert.

Bleibt also zu fragen, ob Oracle wirklich auf eine tiefe Integration verzichten kann und was ein solcher Verzicht für den Anwender bedeutet. Bei Peoplesoft und Co. hat das Unternehmen den Integrationsgedanken bereits aufgegeben und setzt offenbar auf eine "natürliche" Auslese. Was nachgefragt wird, entwickelt Oracle weiter, den Rest pflegt der Konzern und bindet ihn, falls nötig, über den Middleware-Backbone an. Dieser Produktdarwinismus kommt auch im Fall Hyperion zum Tragen. Die Vorteile der Kunden- und Portfolioerweiterung überwiegen aus Oracle-Sicht ganz deutlich die Nachteile der Überlappungen. Der Softwareriese überlässt es auch hier der Nachfrage, welche Produkte des Portfolios sich durchsetzen.

Für den Anwender bedeutet diese Kaufstrategie vor allem eins: Möglichst unabhängig zu bleiben von einzelnen Herstellern. Eine eigene Architektur, ein eigener Bebauungsplan und das Einhalten von Standards wappnet zwar nicht gegen Überraschungen durch Herstellerübernahmen, aber man kann sie handhaben. Wer dagegen IT-Komplexität reduzieren will, indem er auf einen Hersteller setzt, spielt ein gefährliches Spiel. Das zumindest lehrt uns Oracle.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.