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15.11.1991 - 

Das Berliner EANTC soll herstellerneutral fungieren

Das ANTC-Testcenter für FDDI bekommt eine europäische Filiale

BERLIN (gh) - Hersteller von FDDI-Komponenten können zukünftig auch in Berlin die Interoperabilität ihrer Produkte prüfen. Unter Federführung des kalifornischen Halbleiter-Herstellers Advanced Micro Devices (AMD) wurde an der Technischen Universität Berlin das European Advanced Networking Test Center (EANTC) eingerichtet. Das Berliner Testzentrum orientiert sich an dem 1990 gegründeten ANTC-Center.

Mit dem EANTC besteht nun erstmals auch in Europa die Möglichkeit, Netzkomponenten auf ihre FDDI-Verträglichkeit sowie Interoperabilität zu überprüfen. In die Tat umgesetzt wurde dies durch eine vertragliche Kooperation von AMD mit der TU Berlin, die für das EANTC die gleichen Testreihen und Verfahrensweiterentwicklungen garantiert wie für das ANTC-Testzentrum im kalifornischen Sunnyvale. In dem 1990 von AMD und 20 weiteren Firmen gegründeten Gemeinschaftsprojekt testen inzwischen etwa 40 Hersteller und Entwickler die Interoperabilität ihrer FDDI-Bausteine.

Das Berliner EANTC ist eingebettet in den Tubkom-Forschungsschwerpunkt der TU Berlin, einem zum Großteil aus öffentlichen Fördermittel finanzierten Programm zur Entwicklung neuer Methoden der Breitband-Kommunikation.

250 Kilometer Glasfaserleitungen

Das Tubkom-Netz verbindet auf dem Universitäts-Campus über eine Strecke von mehr als 250 Kilometer via Glasfaserleitungen eine Reihe von Gebäuden sowie Projekte und verwendet dabei FDDI-Komponenten , Workstations, Konzentratoren und Bridges verschiedener Hersteller. Die Untersuchungsbereiche umfassen neben FDDI auch das Breitband-ISDN, das insbesondere im Rahmen des Testnetzes Berkom der Telekom Datenraten von 140 Mbit/s erprobt.

Wie das kalifornische ANTC wird auch das europäische Pendant von AMD unterstützt, allerdings, wie Vertreter von AMD betonten, nicht durch finanzielle Zuwendungen, sondern ausschließlich durch die Bereitstellung von technischem Equipment. Beide Test-Center sind für alle Hersteller von FDDI-Produkten zugänglich, auch wenn diese Bausteine anderer Halbleiter-Produzenten verwenden. Vorteile soll das EANTC in erster Linie europäischen FDDI-Anbietern bringen, da diese nun - abgesehen von der Endabnahme, die weiterhin in Sunnyvale stattfinden muß - die Testreihen kostengünstiger und schneller in Berlin abwickeln können.

Rainer Packulat von der AMD Deutschland GmbH gab bei der EANTC-Eröffnungsveranstaltung einen Einblick in die Motive für das FDDI-Engagement seines Unternehmens: "Wir sind der führende Hersteller von Networking-ICs", stellte der Geschäftsführer der deutschen AMD-Dependance fest und verwies darauf, daß der Bereich Netzwerke das schnellste Wachstum innerhalb seiner Company verzeichnen konnte. Nicht zuletzt die Konzentration auf das Netzwerk-Business habe dazu beigetragen, so Packulat, "daß AMD auch im nächsten und im übernächsten Jahr schwarze Zahlen schreiben wird".

Forcieren wollen die Kalifornier vor allen Dingen den Trend, FDDI nicht nur als Backbone, sondern auch im Front-end-Bereich einzusetzen. Diese Entwicklung führt, wie Jochen Polster, European Marketing Manager für den LAN-Bereich bei AMD Deutschland, betonte, dazu, daß Interoperabilität von FDDI-Komponenten unterschiedlicher Hersteller immer wichtiger werde. Verschärft wird diese Problematik nach Auffassung Polsters durch die Tatsache, daß es derzeit noch keine endgültig festgelegten FDDI-Standards, sondern allenfalls Spezifikationen gebe.

Die Betreiber des ANTC haben sich deshalb auf einen Standardsatz von FDDI-Test verständigt. Bei den Interoperabilitätstests werden die zu prüfenden Geräte zusammen mit mehreren Produkten anderer Hersteller in Betrieb genommen.

Ergebnisse bleiben geheim

Ein Hersteller, der seine FDDI-Komponenten testen läßt, spart auf diese Weise die hohen Investitionskosten für ein eigenes Testverfahren. Neben den Dienstleistungen des amerikanischen ANTC bietet das EANTC weitergehende Services wie Know-how-Transfer, erweiterte Testalternativen in Form von Ethernet-Netzen, TCP/IP- und UDP-Stacks sowie Schulungen und praktische Übungen an.

Über die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse müssen die Firmen vertraglich Stillschweigen zusichern. Stillschweigen beziehungsweise Fehlanzeige ist derzeit auch noch in puncto EANTC-Mitglieder zu vermelden. Beim Start konnten die EANTC-Verantwortlichen jedenfalls noch keinen Hersteller als Gründungsmitglied präsentieren. Derzeit stehe man allerdings, so war zu vernehmen, mit sieben Unternehmen in konkreten Verhandlungen. Bei der Eröffnungsveranstaltung präsent waren immerhin Vertreter von Dornier, IBM, Schneider & Koch, SNI und Stollmann. Aus deren Anwesenheit könnten - dies wollte man seitens AMD nicht dementieren - durchaus gewisse Rückschlüsse gezogen werden.