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23.10.2006

Das beste Erfolgsrezept ist der Nutzen

Was macht eigentlich einen guten Informations-Manager aus?

Seit die Informationstechnik maßgeblich die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen beeinflusst, steht auch die Person des IT-Chefs mehr und mehr im Rampenlicht. Ließen die Unternehmen noch vor zehn Jahren die Herren über ihre Rechenzentren nach Belieben schalten und walten, so muss sich der Chief Information Officer moderner Prägung jeden Tag aufs Neue beweisen: Er soll die Kosten seines Bereichs kontinuierlich senken und gleichzeitig immer mehr Nutzen für das Gesamtunternehmen erzielen. Er hat neue technische Herausforderungen zu meistern, ohne Abstriche an den Qualitäts- und Leistungsstandards zuzulassen. Wie er diesen Spagat zwischen Beschränkung und Anspruch zu Wege bringt, ist sein Problem.

Unter dem Titel "Erfolgsrezepte für CIOs" haben Walter Brenner, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule St. Gallen, und Christoph Witte, Herausgeber sowie Chefredakteur der computerwoche, Informationen darüber gesammelt, was eigentlich ein guter Informations-Manager ist und inwieweit seine Standeskollegen von ihm lernen könnten. Ihr Buch richtet sich vor allem an die Mitglieder der CIO-Zunft sowie an junge IT- und/ oder Business-Fachleute, die ihre Karriere in diese Richtung planen. Daneben dürfen sich auch Personalentscheider angesprochen fühlen, wenn sie CIO-Positionen besetzen müssen.

Interviews mit IT-Chefs und Vorstandsmitgliedern

Obwohl einer der Verfasser aus dem universitären Umfeld kommt, zeichnet sich das Buch durch seinen Praxisbezug aus - vor allem im sechsten Kapitel, das mit "Erfolgsfaktoren für CIOs und ihre Anwendung" überschrieben ist. Es basiert auf einer Reihe von Interviews, die Witte und Brenner mit hochrangigen IT-Chefs und Vorstandsmitgliedern geführt haben, darunter Frank Annuscheit von der Commerzbank, Adrian Bult von Swisscom Mobile, Martin Frick von Winterthur, Peter Hinzmann von Henkel, Rainer Janssen von der Münchener Rück, Hermann-Josef Lamberti von der Deutschen Bank, Karl Landert von der Credit Suisse, Peter Sany von der Deutschen Telekom und Klaus Straub von Audi.

Aus diesen Gesprächen extrahierten die Verfasser die "karriereschädlichsten" Fehler, die einem CIO unterlaufen können. Dazu gehören zum einen operative Probleme. Ein anderer Fauxpas ist die zu starke Hinwendung zur Technologie und damit ein mangelhaftes Verständnis für das Business. Auch durch fehlendes Prozess-Know-how und vernachlässigte Architektur-Entscheidungen kann sich der CIO selbst die rote Karte zeigen. Und ebenfalls ausgespielt hat, wer sein Team falsch zusammenstellt, also einen Mangel an wichtigen Fähig- und Fertigkeiten heraufbeschwört.

Kein Absolutheitsanspruch, sondern ein Fundament

Dem gegenüber haben sich aus den Gesprächen auch einige Erfolgsfaktoren herauskristallisiert, die zwar keinen Absolutheitsanspruch erheben können, aber als solides Fundament für die CIO-Karriere taugen dürften. Eigentlich nicht mal mehr der Erwähnung wert ist die Forderung, dass der IT-Chef seinen Laden im Griff haben muss. Er sollte ihn wie einen Geschäftsbereich führen, so die Empfehlung der Buchautoren. Gegenüber der Unternehmensspitze wird ein CIO aber vor allem dadurch punkten, dass er Inhouse-Unternehmensberatung in organisatorischen Fragen leistet.

Die traditionelle Vermittlerrolle zwischen IT und Business, die der Chief Information Officer sich selbst verpasst hat, ist mittlerweile passé. Er sollte sich vielmehr klar auf der Geschäftsseite positionieren. Gleichzeitig muss er aber hinsichtlich der technischen Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben, denn nur so kann er die Bedeutung der IT für das Geschäft erkennen und im Unternehmen propagieren.

Ein erfolgreicher CIO wird sich zumeist als "Change Agent" begreifen, sprich: als Katalysator für geschäftliche und organisatorische Veränderungen im Unternehmen. Dazu benötigt er nicht nur einen regen Informationsaustausch mit dem Topmanagement - gerade dann, wenn er nicht selbst dem Vorstand angehört - , sondern auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Fachbereichen.

Die computerwoche wird ihren Lesern in den kommenden Ausgaben dieses Schlüsselkapitel als Vorabdruck anbieten. Wer neugierig auf das ganze Buch ist, kann es ab 6. November über den Buchhandel beziehen. Es erscheint im Münchner Hanser-Verlag (ISBN 3-446-40633-6), umfasst rund 200 Seiten und wird etwa 35 Euro kosten. (qua)