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05.11.1993

Das Betriebssystem braucht weder DOS- noch Windows-Code Mit Ferengi den Windows-Markt von der OS/2-Seite aufmischen

FRAMINGHAM (IDG) - Zwei Fliegen mit einer Klappe will die IBM mit "Ferengi" schlagen. Weil dieses voll funktionsfaehige OS/2- Betriebssystem ohne DOS- und Windows-Code auskommt, braucht Big Blue nicht mehr fuer jede OS/2-Lizenz Gebuehren an Microsoft zu entrichten. Ausserdem koennte der sehr aggressive Preis dem erst fuer Sommer 1994 angekuendigten "Chicago" von Microsoft die Show stehlen.

Zum Leidwesen der IBM muss die Personal Software Products Group (PSP) fuer jede OS/2-Lizenz Gebuehren an Microsoft entrichten, weil OS/2 Windows- und DOS-Code enthaelt. Das soll bis zur Comdex, die im November in Las Vegas stattfindet, anders werden. Bei dem Produkt mit dem Codenamen Ferengi handelt es sich um ein voll funktionsfaehiges OS/2, das keinen Windows- oder DOS-Code mehr enthaelt. Vielmehr integriert es bei der Installation auf Intel- Rechnern vorhandene Kopien von DOS- und Windows. Ferengi wird auf Windows und DOS aufgesetzt, wobei OS/2-Funktio-nalitaeten in die Config.Sys- und Autoexec.Bat-Dateien von DOS und Windows integriert werden.

Zur Zeit kostet OS/2 in der Version 2.1 150 Dollar, eine Fe- rengi-Lizenz wird dagegen bereits ab 50 Dollar zu haben sein. Das wird wahrscheinlich die OS/2-Verkaeufe bremsen, die im vergangenen Monat stark angezogen haben sollen.

"Wir glauben nicht, dass Ferengi unsere OS/2-Verkaeufe frisst, es wird jedoch unsere Praesenz im Windows-Markt erhoehen", erklaert ein IBMer die Schlagrichtung des Produkts. Big Blue haelt offenbar das Ziel fuer erreicht, die Mehrheit der OS/2 2.0-Anwender auf 2.1 zu bringen und wendet sich jetzt den viel groesseren Moeglichkeiten zu, die der Windows-Markt bietet. "Es gibt eine riesige Windows- Anwenderschaft, der wir die Moeglichkeit bieten, ihre Applikationen schneller und sicherer zu fahren", berichtet der IBMer weiter.

Die aggressive Preispolitik in bezug auf Ferengi macht auch deutlich, dass IBM von dem grossen Interesse der Anwender an 32-Bit- Betriebssystemen profitieren will, das durch die enormen Marketing-Anstrengungen fuer OS/2 und Microsofts Chicago - das nicht vor Mitte naechsten Jahres erwartet wird - geweckt worden ist. Zwar liegt Ferengi auch erst in einer Betaversion vor, doch hofft PSP, es bereits vor Jahresende auf breiter Basis ausliefern zu koennen. Gelingt das, haette IBM sechs Monate Vorsprung und koennte Microsofts Vermarktung von Chicago erheblich schaden.

"Viele Anwender, die ein 32-Bit-Betriebssystem auf dem Desktop haben wollen, sind nicht bereit, auf Chicago zu warten", erklaerte eine IBM-nahe Quelle.