Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.07.1978 - 

H. Schmeinck + Co.: Fashion läßt Mode rationeller entstehen

Das Branchenpaket war die preiswertere Lösung

BOCHOLT - Materialkosten stellen in der Damen-Oberbekleidungs-Branche ("DOB" ) einen satten Brocken dar: Sie betragen durchschnittlich 50 Prozent und liegen damit weitaus höher als die Personalkosten. Zunehmender Wettbewerb und immer knapper werdende Zeitspannen, um eine Kollektion zu entwerfen, zu fertigen und anzubieten, dazu wie überall wachsende Kosten zwingen die Unternehmen im DOB-Markt zu zukunftsweisenden Arbeitsmethoden: Und das ist, mit vernünftigen Kapazitäten geplant, allemal der Einsatz von elektronischer Datenverarbeitung.

Der DOB-Markenartikler H. Schmeinck GmbH + Co. in Bocholt (400 Mitarbeiter) setzt dazu eine DDC 550 ein, die nach vorerst 96 KB inzwischen auf 128 KB ausgebaut wurde. An ihr hängen vier Bildschirme, ein Schnelldrucker und ein kleinerer Matrixdrucker sowie zwei Platten Ó 50 MB.

Ursprünglich sollte DDC auch die Software liefern. Doch schon bald stellte sich für die DDC-Mannen heraus, daß sie mit einer Eigenentwicklung innerhalb des vorgegebenen Preisrahmens weder auf ihre Kosten und Schmeinck wahrscheinlich so schnell auch nicht zu lauffähigen Programmen gekommen wäre.

Der Ausweg bot sich in dem modularen Branchenpaket "Fashion" an, das das auf die DOB-Zunft spezialisierte Stuttgarter Software-Haus Leischke entwickelt hat.

Den Zuschlag erhielt Leischke für sein Cobol-Programm allerdings erst, nachdem seine vor Ort bei den Kleidermachern angestellte Analyse für eine betriebsindividuelle Gesamtlösung zeigte, daß das Leischke-Konzept weitestgehend mit der hausinternen Vorstellung von Schmeinck übereinstimmte. Bernhard Gasseling, Leiter der Organisationsabteilung bei Schmeinck, freut sich heute noch über die Entscheidung für Fashion: "Zwar sind Änderungen immer mal erforderlich, sie lassen sich aber relativ reibungslos durchführen, weil das Fashion-Paket (nach ISIS weltweit neunmal installiert) auch in seinen Einzelteilen modular aufgebaut ist."

Fashion ist in drei Bereiche gegliedert:

- FASHION 1: Auftragsbearbeitung, Fakturierung, Statistiken

- FASHION 2: Bedarfsermittlung Lagerbuchhaltung

- FASHION 3: Arbeitsvorbereitung Fertigungssteuerung.

Davon sollten zunächst die beiden ersten Bereiche verwirklicht und der dritte zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden.

Das Programm-Paket arbeitet bei Schmeinck nach dem Datenbankprinzip. Es geht von der getrennten Verwaltung der Stamm- und Bewegungsdateien aus, auf die mit Abfragen und Verarbeitungsprogrammen aller Art zugegriffen wird. Dabei kommt es zur Verkettung der abgerufenen Daten in Zwischendateien und zur Aktualisierung der Bewegungsdateien. Die Stammdateien werden grundsätzlich in besonderen oder gleichzeitigen Routinen auf den neuesten Stand gebracht.

Grundlage aller Arbeiten ist das Vorhandensein von Dateien und der darin befindlichen Daten in Form von Stamm- und Bewegungsdaten. Die Stammdaten werden einmal nach Erfassungsbelegen über wahlweise verschiedene Bildschirme in Online-Verarbeitung in den Stammdateien angelegt. Stammdatenänderungen werden analog durchgeführt.

Für jede Datei steht ein Auslistprogramm zur Verfügung, so daß eine ständige Kontrollmöglichkeit des Gesamtinhaltes gegeben ist. Außerdem können über Bildschirm jederzeit gezielt Informationen aus den Dateien abgefragt werden.

Der Bereich Stammdatenerfassung und -pflege besteht aus der Erfassung und Pflege

- Kundenstamm

- Materialstamm

- Artikelstamm (= Modellstamm)

- Vertreterstamm.

Für die EDV-Bearbeitung werden auch Text- und Hilfsdateien benötigt. Hier werden Werte und Parameter gespeichert, die sich ständig ändern können, oder Texte, die in verschiedenen Programmen vorkommen.

Es handelt sieh hierbei um die folgenden Dateien und Programme:

- Erfassung, Pflege und Auslistung Liefertermin-Datei,

- Erfassung, Pflege und Auslistung Zu- und Abschlags-Datei,

- Erfassung, Pflege und Auslistung Textdatei,

- Erfassung, Pflege und Auslistung Artikelbenennungs-Datei

- Erfassung, Pflege und Auslistung Versandarten-Datei

- Erfassung, Pflege und Auslistung Produktgruppen-Datei.

Auftragsbearbeitung

Vorliegende Aufträge aus Messetätigkeit, Vertreterverkäufen, Direktverkäufen oder interne Aufträge werden über einen oder zwei Bildschirme eingegeben. Dabei werden diverse Plausibilitätsprüfungen vorgenommen und die Daten in die Auftragsdatei abgespeichert.

Die Auftragserfassung wird ergänzt durch ein Programm für die Durchführung von Änderungen und die Stornierung einzelner Auftragspositionen und ganzer Aufträge.

Auftragsbestätigung und Disposition

Als Ergebnis und "Abfallprodukt" der einmaligen Auftragseingabe können verschiedene Ergebnisprogramme aufgerufen werden:

- Auftragsbestätigung mit Auswertung des Tagesauftragseinganges

- Fertigungsplanungsliste

- Dispositionsliste

- diverse Verkaufsauswertungen

- Beauskunftung Materialstamm.

Die Auftragsbestätigung wird vom Schnelldrucker auf dem Auftragsbestätigungsformular ausgedruckt und der Auftragsbestand wird bewertet.

Die Fertigungsplanungsliste und die Dispositionsliste dienen der Materialbeschaffung und als Arbeitsgrundlage für die Produktion.

Eine gesonderte Verkaufsauswertung mit umfassenden Informationen erleichtert der Geschäftsleitung ihre Entscheidungen .

Fertigwarenlagerbuchhaltung

Bei der Fertigwarenlagerbuchhaltung werden die Zugänge entsprechend der Fertigungsausgangsmenge (Fertigmeldung) über Bildschirm erfaßt und durch Fakturierung und Direktverbuchungen abgebucht.

Mit Hilfe dieses Programms kann man sich einen sofortigen Überblick über das Zentrallager und die Außenläger verschaffen und sich über den Bestand an "freier Ware" informieren Auf diese Weise ist der Verkauf in der Lage, dem Kunden stets den aktuellen Informationsstand anzubieten.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Software-Haus erlaubte es, die Programme in jeder Entwicklungsstufe sofort ausgiebig zu testen und nötigenfalls anzupassen.

"Deshalb verfügen wir nach Abschluß der Systemvorbereitung sogleich über fehlerfreie Software", lobt Gasseling. Anpassung und Implementierung des Systems waren mit geringstem Leerlauf möglich, fast alle Probleme ließen sich sofort klären.

Die Kosten, die für Soft- und Hardware angefallen sind, sind sicher nicht unerheblich Dem jedoch stehen weitgehende Einsparungen und Verbesserungen im betrieblichen Arbeitsablauf und im Informationswesen gegenüber:

- Die Reorganisation ermöglicht einen erheblich besseren Informationsfluß und reibungsloseren Arbeitsablauf sowie völlig neue, bis dato wirtschaftlich nicht durchführbare Auskünfte und Arbeiten.

- Der Zeit- und Personalaufwand für den Ausgangsbereich von Erstellung der Liefervorgabe über Lieferschein Adressenaufkleber, Fakturen, Verbuchung und Verprovisionierung gingen auf ein Drittel des bis dahin benötigten Aufwandes zurück.

- Die Arbeiten sind heute frei von technisch bedingten Wartezeiten und Unterbrechungen. Dafür sorgen der Direktzugriff auf die Dateien und die Möglichkeit der Parallelverarbeitung mehrerer Programme.

- Als überwunden gilt auch das Fehlerrisiko.