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03.12.1993

Das Cobol der 90er Jahre?

Objektorientierung hin oder her: Das Datenbank(neu)geschaeft wird heute von relationalen Systemen dominiert. Und das gilt nicht nur fuer die Unix-Workstations, sondern - spaetestens seit DB2 2.0 - auch fuer die Mainframe-Welt. Aussen vor bleiben hier lediglich die Singleuser-PC-Systeme.

Eng verbunden mit dem Erfolg der RDBMS-Produkte ist die ueberwaeltigende Akzeptanz der Structured Query Language (SQL). Signifikanterweise hat sich als Synonym fuer zentral installierte relationale Datenbanksysteme bereits der Begriff SQL-Server eingebuergert (nicht zu verwechseln mit dem Microsoft-Sybase- Produkt gleichen Namens).

Aufgrund des Zuspruchs von seiten der Datenbankentwickler bekamen auch nichtrelationale Systeme wie Adabas, Datacom und IDMS ein SQL-Interface. Sogar eine proprietaere Datenbanktechnik, wie die AS/400 sie darstellt, soll mit Hilfe einer solchen "Standard"- Schnittstelle "offen" gemacht werden.

Das Ganze hat nur einen kleinen Schoenheitsfehler: In der Praxis ist die Abfrage- und Datenbankentwicklungs-Sprache weniger normiert als allgemein behauptet. ISO und ANSI definieren lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner - zumal sich daneben auch noch der De-facto-Standard der IBM behauptet. Auch wenn sich die SQL Access Group um eine Vereinheitlichung bemueht, verhaelt es sich mit SQL bis dato wie mit Unix: Die Implementierungen stimmen zwar in den Grundzuegen ueberein, die Detailunterschiede wiegen jedoch schwer genug, um eine Inter- operabilitaet zu erschweren, wenn nicht zu verhindern.

Diese Tatsache hat aber weder den Siegeszug der Unix-Workstations gestoppt, noch wird sie die weitere Marktdurchdringung von SQL- Systemen verhindern. Nicht zuletzt wegen der fuer eine kommende Version des ANSI-Standards vorgesehenen Objektfunktionen raeumen die meisten Analysten der Abfrage- und Entwicklungssprache fuer die laufende Dekade denselben Rang ein, den die Programmiersprache Cobol in den 70er und 80er Jahren bekleidete.

Eine Ausnahme macht hier allerdings die Butler Bloor Ltd. Das britische Marktforschungsunternehmen beurteilt SQL zwar als eine "mittelfristige" Loesung fuer ein offenes Datenbank-Interface, nichtsdestoweniger aber als ein Relikt aus der "Aera des Character- oriented Computing". qua