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16.01.1976

Das eigene COM-System hat sich bewährt

COM ist aus den Kinderschuhen raus. Die Pionierzeit ist vorbei. Diese Aussage stand ganz klar im Vordergrund vieler Telefonate und Gespräche, die CW-Redakteure mit COM-Benutzern führten. Nach der anfänglichen COM-Euphorie, die bereits vor etwa drei Jahren die Massendaten-Produzenten unter den EDV-Anwendern erfaßte, klingt heute eine deutliche Erleichterung aus den Berichten: Der Bedarf nach einer neuen Organisationsform war zweifelsohne bereits vor einigen Jahren vorhanden - nur die Realisierung wurde den Interessenten bei weitem nicht so einfach gemacht, wie von vielen Anbietern versprochen, Von Dutzenden Herstellern, die zeitweilig COM-Geräte anboten, blieben nur

wenige über. Wer heute über COM-Erfahrungen berichtet, ist meist sehr zufrieden. hö

Otto G. Zich, ADV-Leiter und Abteilungsdirektor, Vöest-Alpine AG, Linz

In unserem Unternehmen ist seit Dezember 1973 eine Offline-COM-Anlage (Calcomp 2100) im Einsatz, Für die Auswahl dieses Systems waren folgende Gründe maßgebend:

Unabhängigkeit von Großrechnern geringe Kosten bei der Fiche-Aufbereitung gegenüber Online-COM (speziell CPU-Kosten auf dem Großrechner), Verwendung von standardmäßigen Druckbändern, wahlweise Verwendung des Offline-Controllers für den COM-Plotter, Lochstreifenstanzer.

Bei dieser Anlagenkonfiguration liegt der Break-Even-Point gegenüber dem Listen-Ausdruck bei etwa 250000 Seiten im Monat

Aus unserer Sicht ist COM ein Retrieval-System, das zwischen Online-Bildschirmen und den gedruckten Listen einzureiben ist. Unsere Anwendungen werden, systematisch im Hinblick auf diese - vor allem in bezug auf die Wirtschaftlichkeit - sehr gegensätzlichen Alternativen hin untersucht, wobei die Entscheidung von der erforderlichen Geschwindigkeit des selektiven Zugriffs auf die Datenmengen der Größe der Datenmengen und dem erlaubten Alter der gespeicherten Daten abhängig ist.

Derzeit wird COM im finanziellen Rechnungswesen, in der Auftragsbearbeitung und in der Produktionsplanung und -abwicklung eingesetzt.

Kriterien für einen erfolgreichen COM-Einsatz sind: Selektiver Zugriff auf große Datenmengen mit periodischem Batch-Update (dabei zulässiges Alter der Daten größer als 24 Stunden), Bedarf für mehrere Kopien des Datenbestandes, Zugriff innerhalb kurzer Zeit auf die Daten, gesetzliche Aufbewahrungsfrist großer Datenmengen. Besonderes Augenmerk muß bei der Einführung von COM auf die ergonomisch richtige Einrichtung des Arbeitsplatzes in der Fachabteilung gelegt werden. Dabei ist besonders auf die Auswahl hochwertiges stabiler Lesegeräte sowie auf eine geeignete Beleuchtung des Arbeitsplatzes zu achten.

Herbert Ahlstich, Direktor der Organisationsabteilung, Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, München

Im Oktober 1975 haben wir mit der COM-Verfilmung begonnen, und zwar gleich mit zwei gekauften COM-Systemen Agfa 3700. Der Einsatz von zwei Geräten war für uns unbedingt erforderlich, um den eventuellen Ausfall eines Systems abzufangen, da unsere Daten tagfertig zur Verfügung stehen müssen.

Den Kauf dieser Anlagen rechtfertigt der Datenanfall in der Endausbaustufe: Etwa eineinhalb Millionen Druckseiten müssen dann monatlich bewältigt werden - zu diesem Zeitpunkt werden wir mit beiden Geräten im Schichtbetrieb arbeiten. Heute arbeitet ausschließlich ein System im Offline-Betrieb.

Insgesamt rechnen wir mit über 150 unterschiedlichen Anwendungen, die größtenteils im Laufe des Jahres 1976 realisiert werden sollen. Zunächst läuft auf COM das Monatskonto, die Monatsbilanzen, sogenannte Saldenlisten, Zinsstaffeln. Es gibt aber praktisch in jedem Sachgebiet Daten, die verfilmt werden können. Grundsätzlich möchte ich sagen, daß alle Anwendungen auf COM ausgegeben wenden sollen, die mindestens 15 bis 25 Druckseiten pro Empfänger - in unserem Fall für jede unserer insgesamt 500 Filialen - umfassen.

Ganz klare Vorteile des COM: Die Drucker werden entlastet, die Ausgabe auf COM ist 20mal schneller als auf Papier, zudem verhält sich der eingesparte Archivraum von Papier gegenüber, Mikrofilm wie 500:1. Hinzu kommen die eingesparten Papierkosten.

Heute kann die einzelne Information viel schneller zugegriffen

werden, weil keine dicken Papierstapel mehr gewälzt werden Bald werden

noch die Daten über Leitungen an die Außenstellen gesendet und dort ausgedruckt, die unbedingt am nächsten Morgen dort benötigt werden, wie zum Beispiel Dispositionslisten.

Ein gutes Beispiel: Innerhalb von zwei Monaten haben wir Datenmengen verfilmt, die auf Papier etwa die Höhe des Olympiaturms ergeben würden

Ganz sicher haben sich die beiden Systeme innerhalb von zwei Jahren vollkommen amortisiert.

Ulrich Kiel, Direktor für Organisation und Datenverarbeitung, Großversandhaus Quelle, Nürnberg

Im Hause Quelle wurde im Jahre 1973 mit COM-Anwendungen begonnen. Die Einführungsphase wurde über ein Service-Unternehmen abgewickelt. Bei Erreichung von 2,5 Millionen Bildern pro Jahr installierten wir ein eigenes COM-Offline-System Calcomp-COM-Drucker-System 2100, denn diese Menge gewährleistete die Kostendeckung für die Einführung dieser Organisationsform.

Heute werden 28 unterschiedliche Anwendungen aus vielen Sachbereichen des Hauses auf COM ausgegeben. Verarbeitet werden Standard-Druckbänder der verschiedenen DV-Systeme des Hauses Quelle. Um eines Einheitlichkeit zu erreichen, wird bis heute ausschließlich 105-mm-Mikrofiche hergestellt.

Allein bis zum Jahre 1975 wurden 5,5 Millionen Bilder auf Originalfiche sowie 24 Millionen Bilder auf Fiche-Kopien erstellt. Diese Steigerung von 1973 bis 1975 dürfte sich ein ähnlicher Weis fortsetzen -immer mehr Anwendungsbereiche sollen über COM ausgegeben werden.

Die konventionelle Mikroverfilmung wird bereits seit zehn Jahren eingesetzt, um in den unterschiedlichsten Fachabteilungen den enormen Papieranfall zu reduzieren - ohne dabei das Schlagwort des "aktenlosen Büros" zu zitieren, das es zweifelsohne nie geben wird.

Durch das Medium Mikrofilm können mit den heutigen technologischen Möglichkeiten enorme Kosten in allen Ecken eines Unternehmens eingespart Werden.

R. C. Luft, Hauptreferent in der Zentralen Betriebsorganisation Siemens AG, München

Die Einführung von COM in unserem Hause vor etwa drei Jahren kann als bedeutender Schritt angesehen werden, der vorhandene ungenutzte Leistungsreserven aktivierte und die Informationstechnik dem Stand auch dieser technischen Entwicklung anpaßte. Wir begannen mit einer Mietanlage und setzen seit etwa einem Jahr die Anlagen der Siemens-Tochter-Firma Hell DICOM 2011 ein.

Nun zu den Aufgaben, die mit COM die Druckerlisten ablösen und künftig ablösen werden: Mitentscheidend für den Arbeitserfolg ist, das Datenmaterial schnell und zweckmäßig zu verarbeiten. EDV-Anlagen garantieren dies bis zu einem gewissen Grad. Ein Problem ergibt sich jedoch aus der Menge des von den Schnelldruckern beschrifteten Papiers. Nicht nur, daß Papier teuer ist, erhebliche Kosten bei der Aufbewahrung und beim Versenden verursacht, es gelangen viele Informationen oft zu spät an die Partner und sind somit nicht mehr auf dem aktuellen Stand, der für eine Entscheidungshilfe erforderlich ist.

Die Information muß weg vom Papier - auch deshalb, damit wir nicht eines Tages im Papier ersticken.

Wir setzen COM in erster Linie also da ein, wo viele Daten produziert und verarbeitet werden. Das beginnt bei Auskunftssystemen in Einkaufsstellen und reicht zum Beispiel über ein Mitgliederverzeichnis unserer Betriebskrankenkasse bis zur Erstellung von Assembler-Protokollen. Selbstverständlich ist das Rechnungswesen nicht zu vergessen, auch wenn dazu neben der bereits vorhandenen gesetzlichen Anerkennung des Mikrofilms zusätzliche Ausnahmegenehmigungen des Fiskus erforderlich sind.

Durch den verstärkten und gleichzeitigen Einsatz von DV-Dialog-Geräten und Mikrofilm-Geräten an den Arbeitsplätzen wird die Zugriffsmöglichkeit auf erforderliche Informationen umfassender und der Arbeitsfluß wesentlich beschleunigt. Wir denken dabei auch an CIM -Computer Input from Microfilm -, der den Einsatz von Papier wesentlich begrenzen kann und schneller, wirtschaftlicher und bedienungsfreundlicher sein wird.