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19.03.1993

Das EIS hat das MIS verdraengt

Wenn DV-Spezialisten heute noch von Management-Informationssystemen (MIS) sprechen, zeigen sie wenig Marktgespuer. Der Begriff ist unscharf, wie die Mainzer Icon GmbH in einer Studie zu Recht anmerkt: "Es kann ein System zur Vertriebsanalyse ..., Personal-Zeiterfassung, Produktionsueberwachung und -steuerung oder Kalkulation sein - eigentlich alles!"

Zudem sei der Terminus insofern missverstaendlich, als er im anglo-amerikanischen Raum fuer die "kaufmaennische Datenverarbeitung im klassischen Sinne" stehe. Icon definiert das Executive Information System (EIS) als Informationssystem, das ausschliesslich vom Top-Management eingesetzt werde.

Gerade von der Softwarebranche wird diese Erklaerung nur zu gern akzeptiert. Anbieter vermeiden laengst die synonyme Verwendung der Begriffe MIS und EIS, viele haben das "Management Informationssystem" sogar ganz aus ihrem Wortschatz verbannt. Der Grund liegt allerdings weniger in der unscharfen Definition als vielmehr in der negativen Besetzung des Begriffs. War das MIS in den 70er und 80er Jahren noch in aller Munde, so steht er heute fuer unerfuellte Erwartungen oder besser: fuer nicht gehaltene Versprechen eines dominierenden Anbieters.

Inzwischen sind die noetigen Software- und Hardwareprodukte verfuegbar - und zwar nicht nur aus einer Hand. Eine Vielzahl von Anbietern offeriert individuell zugeschnittene Systeme mit einer "Manager-freundlichen" Benutzeroberflaeche, Datenbanken und leistungsstarke PCs und Workstations. Entscheidende Fortschritte wurden aufgrund von Standards bei der Vernetzung heterogener Systemumgebungen erzielt - eine zwingende Voraussetzung fuer einen funktionierenden EIS-Einsatz.

Der technologische Durchbruch kommt gerade rechtzeitig. EIS-Systeme sind bekanntlich Contolling-Instrumente, sie haben daher in Zeiten wirtschaftlicher Talfahrt Konjunktur. Die Software-Anbieter wissen das. Fuer kaum ein DV-Produkt, sieht man einmal von Werkzeugen fuer die Postleitzahl-Umstellung ab, wird zur Zeit so intensiv geworben wie fuer EIS-Systeme. Der Markt duerfte das Angebot dankbar aufnehmen: Nach Schaetzungen arbeiten in deutschen Management-Etagen heute erst vier Prozent der Fuehrungskraefte mit einem entsprechenden System.