Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.10.2005

Das Ende der klassischen IT

Mehr als zwei Drittel der IT-Entscheider setzen auf Alternativen zu herkömmlichen IT-Abteilungen.
Klassische IT-Abteilungen und IT-Töchter mit geringen Umsätzen im Drittmarkt werden zugunsten von Shared-Service-Centern aufgelöst.
Klassische IT-Abteilungen und IT-Töchter mit geringen Umsätzen im Drittmarkt werden zugunsten von Shared-Service-Centern aufgelöst.

Die Organisationsform der internen IT erlebt derzeit eine grundlegende Neuausrichtung. Zwar wollen die Unternehmen ihre IT zum Großteil auch weiterhin intern betreiben, doch künftig gibt es immer weniger klassische IT-Abteilungen. Deutlich über zwei Drittel der im Rahmen einer Studie zur Zukunft der Konzern-IT vom Beratungshaus SMP AG, Düsseldorf befragten IT-Entscheider räumen alternativen Einrichtungen künftig mehr Gewicht ein (siehe Grafik: "IT-Organisation im Umbruch"): Betrieb im Jahr 2003 noch mehr als jedes zweite Unternehmen eine herkömmliche IT-Abteilung, sind es derzeit nur noch 38 Prozent. In drei Jahren vertrauen der Erhebung zufolge nur noch 29 Prozent auf die Leistung einer IT-Abteilung. "IT-Bereiche gelten in den Unternehmen als wenig transparent. Außerdem gibt es für interne Abteilungen keine Wettbewerbsanreize. Darunter leiden Vergleichbarkeit, Qualität und Preise", erläutert Alfons Niebuer, Vorstand der SMP AG in Düsseldorf.

Hier lesen Sie …

• warum der Betrieb interner IT-Abteilungen abnimmt;

• warum Komplett-Outsourcing nicht funktioniert;

• was aus den IT-Töchter wird;

• warum Shared-Services-Center beliebter werden.

Die Studie

Das Beratungshaus SMP AG aus Düsseldorf hat in Zusammenarbeit mit der computerwoche von August bis Oktober dieses Jahres 326 Entscheider zur Zukunft der Konzern-IT befragt. Der Analyse liegen 66 ausführliche Stellungnahmen zugrunde. Die Studie wurde bereits das fünfte Jahr in Folge betrieben, frühere Umfragen widmeten sich vornehmlich der Entwicklung der IT-Ausgründungen in den Konzernen. Die Autoren der Studie stellen die Umfrageergebnisse ausführlich auf dem computerwoche-Kongress "IT meets Business" am 16. und 17. November in München vor.

Die internen IT-Experten stehen demnach weiterhin unter der Beobachtung der Unternehmensleitung. Doch eine vollständige Auslagerung, die den internen Bereich komplett ersetzt, betreiben derzeit nur 14 Prozent der befragten Häuser. In drei Jahren rechnen immerhin 18 Prozent damit, dass ihr Unternehmen die komplette IT-Leistung von einem Outsourcer beziehen wird. Das Geschäft der Anbieter dürfte also weiter wachsen. "Der Markt hat sich in den vergangenen zwei Jahren allerdings erheblich gewandelt. Das komplette Outsourcing gilt nur noch wenigen als alternative Organisationsform", schildert Holger Neinhaus, Senior Manager bei SMP. Der Trend geht zum selektiven Outsourcing.

Für großes Erstaunen bei den SMP-Experten sorgten hingegen die Antworten der Teilnehmer auf die Frage nach der Zukunft der ausgegründeten IT-Töchter. Während sich große Konzerne von ihren IT-Töchtern trennen, steigt unter den Studienteilnehmern die Zahl der Manager mit ehrgeizigen Geschäftsplänen im Drittmarkt: Derzeit arbeiten neun Prozent der Befragten in IT-Ausgründungen, in denen mindestens jeder zehnte Euro außerhalb des Mutterkonzerns eingenommen wird. In drei Jahren erwarten 14 Prozent der Befragten, mehr als zehn Prozent der Einnahmen im Drittmarkt zu erzielen. Niebuer räumt dieser Organisationsform dagegen keine glänzende Zukunft ein: "Mit wenigen Ausnahmen überdauern die IT-Töchter nicht. Wenn Übernahmeinteressenten an den Konzernvorstand mit einem guten Preis herantreten, dürfte dem Verkauf in der Regel nichts im Wege stehen."

Diese Entwicklung wird sich auch deshalb beschleunigen, weil die Interessen der Muttergesellschaften und ihrer IT-Töchter auseinander driften. Auf die Frage nach den wichtigsten Management-Themen der kommenden zwölf Monate messen die in IT-Ausgründungen beschäftigten Manager dem Umsatzwachstum mit Bestands- und Neukunden höchste Priorität bei, konzentrieren sich also auf ihr eigenes Geschäft. "Es gibt einen Interessenkonflikt zwischen IT-Tochter und Konzernkunden", warnt Neinhaus.

Shared-Service-Center gewinnen

Das haben viele Unternehmen erkannt, insgesamt nimmt die Zahl der IT-Ausgründungen auch deutlich ab, viele IT-Töchter mit geringen Einnahmen im Drittmarkt werden in den kommenden Jahren aufgelöst. "IT GmbHs mit halbherzigem Engagement im Drittmarkt scheinen nur eine Modeerscheinung gewesen zu sein", beobachtet Niebuer. Interessanter erscheint den Unternehmen künftig die Installation von Shared-Services-Center.

Zurzeit spielen diese internen Dienstleistungszentralen kaum eine Rolle in den Unternehmen. Nur zwei Prozent der Befragten arbeiten in einem Shared-Services-Center, in dem neben der IT auch andere Querschnittsfunktionen eines Konzerns, etwa Fuhrpark und Gebäude-Management, gebündelt sein können. Doch das wird sich ändern, denn 15 Prozent der Studienteilnehmer erwarten, dass in drei Jahren die IT aus einem internen Shared-Service-Center heraus erbracht wird. "Shared-Service-Center bieten Synergieeffekte etwa im Personal- und Kunden-Management, weil sich Leistungen eines Shared-Service-Centers bündeln lassen", schildert Niebuer. "Zudem sparen sich die Konzerne beispielsweise die Gehälter einiger Geschäftsführer, wenn sie eine zentrale Serviceeinheit statt für jede einzelne Verwaltungsfunktion eine eigene Tochtergesellschaft betreiben." Auch dies ist ein Beleg dafür, das nur wenigen IT GmbHs eine eigenständige Zukunft erwartet. (jha)