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10.07.1992 - 

EG-Projekt erarbeitet europäische Sprachregelung

Das Ende der Sprachverwirrung bei den DV-Berufsbezeichnungen

BONN (hp) - Sie heißen Systemanalysten, CAD/CAM-Manager, Organisationsprogrammierer, System Engineer oder Systembetreuer. Was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt, bleibt oft unklar. Diese babylonische Sprachverwirrung soll mit Hilfe einer einheitlichen europäischen Sprachregelung abgeschafft werden, um die sich ein europäischer Zusammenschluß der Informatikgesellschaften bemüht. Auch die deutsche Gesellschaft für Informatik (GI) ist dieser Vereinigung angeschlossen.

Der Wildwuchs der Berufsbezeichnungen im Informatikbereich nimmt in Deutschland erschreckende Formen an. Da die DV-Berufe mehr durch die Tätigkeiten, die Systemumgebung und die individuelle Arbeitssituation geprägt werden, als durch die Ausbildung alleine, gibt es kaum Berufsdefinitionen. Deshalb gehen die Unternehmen in den Stellenanzeigen dazu über, eher die Soft- und Hardware-Umgebung zu beschreiben als die konkrete Tätigkeit des gewünschten Bewerbers.

Diesem Problem nahm sich der europäische Zusammenschluß von Informatikgesellschaften Cepis (Council of European Professional Informatic Societies) an und entwickelte ein Modell, mit dem sich Tätigkeitsprofile erstellen lassen. European Informatics Skills Structure (EISS) berücksichtigt hierbei Qualifikation, Ausbildung, Erfahrung und hierarchische Position.

Das Matrixmodell, das modulär aufgebaut ist, enthält in den einzelnen Spalten die Tätigkeitsbereiche, also beispielsweise Aus- und Weiterbildung oder Entwicklung, und in den Zeilen zehn Qualifizierungsstufen, beginnend beim Anfänger ohne Ausbildung, bis zur höchsten Stufe des Informations-Managements.

Vergleichbarkeit von Leistungsstandards

Jeder Schnittpunkt zwischen Tätigkeit und Qualifizierung, den Cepis "Zelle" nennt, definiert ein konkretes Tätigkeitsprofil mit Angaben über die Anfangskenntnisse, nötige Erfahrung, Wissen, Weiterbildung und weitere Entwicklung.

Das Modell, das auf einer Entwicklung der British Computer Society (BCS) beruht, wurde von Cepis weiterentwickelt. Ziel dabei ist, auf europäischer Ebene ein gewisses Maß an Vergleichbarkeit von Leistungsstandards zu haben. Dabei soll es sich, so die GI, nicht um ein starres Modell handeln, sondern um ein flexibles Instrument, das den nationalen Erfordernissen angepaßt werden kann. Das ist ein wichtiger Punkt, da sich gerade bei DV-Berufen die nationalen Gegebenheiten stark unterscheiden, weil schon die Ausbildungsgänge erheblich differieren.

Auch die Anforderungsprofile haben in den einzelnen Ländern andere Schwerpunkte. So liegt der Schwerpunkt der britischen Version von EISS eher auf dem Niveau der Ausbildung als auf dem Fach selbst. EISS liegt zunächst auf englisch vor. Eine deutsche Übersetzung ist in Vorbereitung.

Was kann EISS leisten? Die GI sieht die Anwendungsmöglichkeit in folgenden Bereichen:

- als Maßstab zur Beurteilung der eigenen Leistung und zur Planung der weiteren Karriere,

- als unabhängige Dokumentation von Fähigkeiten und Kenntnissen und

- als Richtlinie für die Entwicklung von Trainings- und Entwicklungsprogrammen in Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Studie zum DV-Personal Management

Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen DV-Management und Personalabteilung aus? Hat die Personalpolitik für DV-Profis eine Sonderrolle im Unternehmen? Unterliegt die Personalbeschaffung für Computerspezialisten anderen Gesetzmäßigkeiten, als dies bei hochqualifizierten Mitarbeitern der Fall ist? Diese und weitere Fragen will die CW-Redaktion mit Hilfe einer Studie beantworten.

Um repräsentative Antworten zu diesem interessanten Thema zu erhalten, hat die CW-Redaktion bereits 7000 Fragebögen an DV-Leiter und Personalverantwortliche verschickt. Weitere Interessenten, die dem obengenannten Personenkreis angehören und an dieser Studie teilnehmen möchten, können den Fragebogen in der CW-Redaktion, Rheinstraße 28, 8000 München 40, anfordern.

Die CW wird im Herbst in einer Artikelserie die Ergebnisse kommentieren. Zusätzlich verschicken wir an alle Teilnehmer eine Sonderauswertung der Befragungsergebnisse.