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13.12.2002 - 

Kolumne

"Das Feld ist bereitet"

Heinrich Vaske Chefredakteur CW

Die Idee klingt sensationell, vor allem Geschäftsführer dürften sich angesprochen fühlen: Die IT-Versorgung funktioniert nicht anders als die mit Strom oder Wasser. Abgerechnet wird bedarfsgerecht, wer den Stecker zieht oder den Hahn zudreht, trennt nicht nur den Leistungs-, sondern auch den Geldstrom. Die Daten fließen breitbandig und "on demand" aus dem "Utility Data Center" heran, wo Virtualisierung und Selbstheilungskräften ("Autonomic Computing") sei Dank eine Effizienz erreicht wird, wie sie sich der einfache CIO heute noch gar nicht vorstellen kann.

Die Botschaften, die von den Marketing-Strategen ins IT-Volk getragen werden, hören sich verlockend an. Nahezu jeder leidgeprüfte Anwender träumt gelegentlich von einer solchen IT-Black-Box. Und jetzt kommt das Versprechen nicht von irgendwelchen fremdfinanzierten Startups, die diesen Plan schon vor ein paar Jahren vergeblich unter dem Stichwort Application-Service-Providing (ASP) verfolgten. Jetzt stecken die Großen der IT-Szene dahinter: IBM, Hewlett-Packard, Sun.

Laut Gartner ist das Thema auf dem Höhepunkt des so genannten Hype-Cycles angekommen. Der Enthusiasmus kennt keine Grenzen, doch in Kürze wird die Phase der Desillusionierung eintreten. Dann wird sich zeigen, welchen Teil der gegenwärtigen IT-Anforderungen IT-Dienstleister wirklich über ein "On-Demand"-Modell erfüllen können. Man wird sich über Anwendungs- und Prozessintegration unterhalten, über Customizing und Bandbreite, über Preise und Servicequalität und vieles mehr.

Am Ende dieser Phase wird das Thema vorerst entzaubert sein. Einige Segmente kristallisieren sich heraus, die sich für Utility-Computing eignen. Das dürften hochstandardisierte Anwendungen sein, die kaum mehr verbesserungsfähig sind, deren Betriebsaufwand sich aber noch reduzieren lässt. Auch auf die Schnelle einzuführende Spezialapplikationen sind Kandidaten für On-Demand-Computing: Beispiele wären etwa ein Kampagnen-Management für den Vertrieb oder eine vierteljährlich benötigte Bilanzierungssoftware für die Buchhaltung.

Langfristig - die Rede ist von Jahrzehnten - wird sich der IT-als-Service-Gedanke jedoch durchsetzen. Der nötige Leidensdruck, vor allem auf Geschäftsführungsebene, ist schon jetzt da. Dort wird beispielsweise nicht eingesehen, warum viele IT-Lösungen noch immer als Halbfertigprodukte ins Unternehmen kommen, die mühsam auf den eigenen Bedarf zugeschnitten werden müssen. Und warum eigentlich müssen die kostspieligen Software-Upgrades sein, die oft niemand verlangt hat und deren Nutzen höchst zweifelhaft ist? Informationstechnik soll Probleme lösen und nicht neue schaffen. Jeder Ansatz, der zu einfacheren Strukturen und höherer Wertschöpfung beiträgt, wird am Ende belohnt.