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Auch im Mini-Sektor behaupten sich die Marktführer:


18.11.1977 - 

Das Geschäft floriert im Sog des Ersatzbedarfs

MÜNCHEN - Das "Auseinanderziehen der Datenverarbeitung", wie man "Distributed Processing" korrekt übersetzen könnte, bremst den Zuwachs der großen Zentralen. Diese Verlagerung der Wachstumsdynamik vom Universalrechner- auf den Terminal- und Minicomputer-Markt bestätigt auch die jüngste Diebold-Statistik (Stichtag 1. 7. 1977), die 125 804 Computer aller Größenklassen in der Bundesrepublik zählt. Gegenüber dem 1. Januar 1977 verzeichneten kommerzielle Kleincomputer- und Terminalsysteme mit 7668 Einheiten das größte Installationsplus (Bestand per 1. 7. 1977: 92 573 Stück), gefolgt von Prozeßrechnern und Minicomputern (mit 2243 auf 16 530) sowie Universalrechnern (plus 1170 auf 16 701).

Wer die Minicomputer isoliert betrachten will, stößt einmal auf die Schwierigkeit, daß Diebold zwar für die technisch-wissenschaftlichen Rechner der Mainframer IBM, Honeywell Bull und Siemens Installationszahlen, jedoch keine Werte nennt und daß die "reinen" Prozeßrechner das Bild verfälschen. Denn Hersteller wie AEG-Telefunken, BBC, Ferranti oder Foxboro liefern - im Gegensatz etwa zu Digital Equipment - fast ausschließlich komplette Prozeßsteuerungssysteme, was sich auch im durchschnittlichen Verkaufswert pro Anlage niederschlägt. Unter diesem Vorbehalt - die Installationszahlen der genannten Hersteller werden bei einer vergleichenden Betrachtung nicht berücksichtigt - liefert eine Analyse der Diebold-Statistik dennoch interessante Hinweise auf die tatsächlichen "Machtverhältnisse" auf dem Minicomputer-Markt (siehe Tabelle): Unangefochten, Nummer eins, sowohl nach Installationen als auch nach Parkwert, ist Digital Equipment mit 4173 Maschinen im Feld - das sind 370 mehr als am Jahresanfang. Auch hier wurde das beste Geschäft mit kleineren Maschinen gemacht - sowohl die PDP-6 (immer noch!) als auch die PDP-11-Zwischengrößen 34 und 35 erwiesen sich als Zugpferde des DEC-Programms. Beide Familien (PDP-8 und PDP-11) sind inzwischen in Tausender-Stückzahlen installiert, so daß man durchaus von einem Industriestandard sprechen kann. Dementsprechend dürften Ersatzinvestitionen der Anwender bereits einen Teil des DEC-Neugeschäftes ausmachen.

Flaute in der 32-Bit-Klasse

Fehlanzeige dagegen bei den großen kommerziell-orientierten DEC-Systemen 10 und 20, die sich - wie ein Firmensprecher gegenüber der CW einräumte - "in Deutschland einfach nicht verkaufen lassen". Ob der Installationszuwachs von elf Maschinen beim PDP-Spitzenmodell 11/70 den Erwartungen der DEC-Marketingstrategen entsprochen hat, muß dagegen Spekulation bleiben. Immerhin müßte diese Zahl als Anhaltspunkt dienen, die Chancen der neuen 32-Bit-Maschine VAX-11/780 auf dem deutschen Markt objektiv zu beurteilen. Wie überhaupt ein Blick auf die Bewegungen bei den Maxi-Minis mit 32-Bit-Architektur zeigt, daß Marketingsprüche von "Begrenzungen durch die 16-Bit-Wortlänge" wohl eher als "Wishfull Thinking" aufzufassen sind. Denn weder Interdata (7/32, 8/32) noch Modcomp oder Systems Engineering können nennenswerte Verkaufszahlen auf diesem Sektor präsentieren.

Bei den Installationen steht Dietz mit einem Zuwachs von 96 Minis, und die ausschließlich beim Modell 621, auf Platz zwei. Das gibt stramme 1448 Dietz-Installationen per 1. 7. 77 im Gesamtwert von rund 80 Millionen Mark und bedeutet Platz fünf, wenn nach Wert eingestuft wird. In dieser Reihung ist Hewlett-Packard Kronprinz, mit einem Installationswert von 145,9 Millionen Mark, der mit genau 1000 Einheiten realisiert wurde (Rang vier nach Installationen). Bemerkenswert bei diesem Hersteller die 13 Neuinstallationen des kommerziellen Systems 3000, das sich in einem heiß umkämpften Markt mit härtester Konkurrenz (IBM, Nixdorf etc.) herumschlagen muß. Andere Minicomputer-Hersteller wollen diese Zahlen erst einmal erreichen.

Im "gesicherten" Mittelfeld mit Anschluß an die Spitze stehen Data General, Interdata, General Automation und Computer Automation (Geveke). Als belebendes Element in diesem Markt erwies sich in den ersten Monaten dieses Jahres Texas Instruments. Die Neu-Freisinger kletterten mit 235 Neuinstallationen auf den dritten Platz, belegen mit einem Installationswert von 34,4 Millionen Mark Rang sieben.

Beachtung verdient auch die neue Minicomputer-Division von Sperry Univac: Durch die Übernahme von Krantz und Varian hat sich Univac eine solide Kundenbasis zugelegt (Platz sieben nach Installationen, Platz vier nach Installationswert).

Naturgemäß noch ohne Nennung ist IBM?s neue Mnicomputer-Geheimwaffe Serie/1. Und so heißt es in der Minicomputer-Bundesliga der Fünfzehn bis auf weiteres: Es darf gezittert werden. Noch wagen auch Experten keinen Tip, wer nach Ablauf der Wintersaison absteigt. Als gute Überlebenshilfe für den bevorstehenden Abstiegskampf könnte sich erweisen, rechtzeitig Verstärkungen einzukaufen (siehe Univac). Bleibt abzuwarten, welche Transfers - um im Fußball-Jargon zu bleiben - noch ins Haus stehen.