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30.08.1996 - 

Thema der Woche/

Das Geschäft mit dem Kabel-TV-Netz

Bertelsmann und Burda, zwei im Geschäft der Print-Medien groß gewordene Unternehmen, sind die treibenden Kräfte im deutschen Online-Markt. Sie investieren Millionenbeträge in ein neues Medium, mit dem sich derzeit lediglich vier Prozent der deutschen Haushalte ansprechen lassen (siehe Grafik).

Doch die demoskopischen Daten spiegeln nicht die Hoffnung wider, die die Manager dazu brachte, das Scheckbuch für das Online- Engagement zu zücken. "Die elektronischen Dienste öffnen neue Vertriebswege, auf die wir uns einstellen müssen. Sie sind aufgrund der kompletten Interaktivität ein einzigartiges Medium", rechtfertigt etwa Bernd Schiphorst, President und COO bei Bertelsmann New Media, Hamburg, die Investitionen. "Burda sammelt noch Erfahrungen mit dem Medium. Diese geben uns aber die Möglichkeit, in den nächsten Jahren ein wirtschaftlich interessantes Marktpotential aufzubauen", zeigt auch Andreas Struck, ehemals Geschäftsführer beim Burda-Ableger Europe Online, Optimismus.

Doch die Konzerne verlassen sich nicht auf die Entwicklung des Geschäftes mit PC und Modem. Zwar sind derzeit keine eindeutigen Statements über das Potential des digitalen TV zu hören, doch schielen die Online-Protagonisten unverhohlen auch auf den Absatzweg via Fernsehgerät.

Auf der CeBIT-Home wird Bertelsmann demonstrieren, wie sich Inhalte über Fernsehkabel und Set-top-Box direkt bis zur heimischen Couch transportieren lassen. "Mit der Box läßt sich derzeit aber nur die Idee popularisieren", schränkt Schiphorst ein, "das Gerät muß noch aufgerüstet werden, um echte Interaktivität zu bieten." Probleme bereitet etwa der fehlende Rückkanal. Eventuell soll der breitbandige TV-Kanal in die Haushalte um schmalbandige Telefonleitungen zum Provider ergänzt werden.

Einen Wachstumsschub könnte das Geschäft mit dem Kabel-TV erfahren, sollte die Telekom ihre Monopolstellung in diesem Netz verlieren. Dieses Szenario ist nicht undenkbar, pfeifen die Spatzen doch schon seit geraumer Zeit derartige Forderungen vom Dach der europäischen Kartellbehörde. Mit günstigen Tarifen für die Content-Provider und einer erschwinglichen Set-top-Box ließe sich ein Massenmarkt generieren - denn anders als PC und Modem steht in fast jedem deutschen Haushalt ein Fernsehgerät.