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23.06.1978 - 

Die Bedeutung einer "automatisierten Liegenschaftskarte" für die kommunale Verwaltung:

Das Grundbuch führt die EDV

Eine Projektgruppe der "Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland" erstellt zur Zeit Grundlagen zur Automatisierung der Liegenschaftskarte in Verbindung mit der Automatisierung des Liegenschaftsbuches und des Grundbuches. Das Projekt ist jedoch über die Automatisierung des Liegenschafts- und Grundbuchs hinaus für Kommunalverwaltungen aus folgenden Gründen von erheblicher Bedeutung.

Bei der Entwicklung automatisierter Verfahren zur Verarbeitung von Daten mit räumlichem Bezug haben Kommunalverwaltungen räumliche Zuordnungssysteme entwickelt die im wesentlichen auf die Bedürfnisse der Vollzugsverwaltung ausgerichtet sind. In zunehmendem Maße werden jedoch Datenbestände des Verwaltungsvollzuges auch von der planenden Verwaltung benutzt. Hier setzt hingegen das vorhandene räumliche Zuordnungssystem enge Grenzen. Über die Planungsphasen Bestandsaufnahme und Bestandsanalyse hinausgehende Prognoseverfahren und Modellentwicklungen setzen räumliche Zuordnungssysteme voraus, die flächenförmige mit netzförmigen Strukturen verbinden können. Diese Einrichtungen sind immer dann wirtschaftlich einsetzbar, wenn Aufbau und Fortführung aus dem Verwaltungsvollzug realisiert werden.

Ein wesentliches Instrument zur Erklärung kommunaler Aufgaben sind

bauliche Einrichtungen. Ihre wirtschaftliche Nutzung und Unterhaltung setzen ein geordnetes Datenregister der kommunalen Einrichtungen voraus. Deshalb beginnen Kommunalverwaltungen mit dem Aufbau von Datenbeständen, die unter Begriffen wie Kanalkataster, Straßendatenbank, Leitungskataster, Sport- und Grünflächendatei sowie Raum- und Gebäudedatei bekannt sind. Die Vergleichbarkeit der Daten untereinander und die Verknüpfung dieser Einrichtungsdaten mit den planungsrelevanten Daten des automatisierten Verwaltungsvollzugs setzen ein einheitlich geführtes räumliches System voraus.

Die in den Bereichen planende und bauausführende Verwaltung eingesetzten automatisierten Verfahren konnten bisher nur die alphanumerische Druckerausgabe zur Ergebnisdarstellung benutzen. Überwiegende Darstellungsart des Ingenieurs ist jedoch die Zeichnung. Auch die infolge des wachsenden Datenumfanges immer komplexer werdenden Planungsergebnisse werden zum besseren Verständnis grafisch dargestellt. Als Hilfsmittel bietet sich hier die grafische Datenverarbeitung an. Auch ihr wirtschaftlicher Einsatz verlangt ein nach einheitlichen Grundsätzen geführtes räumliches Datensystem.

Die Herstellung und Fortführung von Plan- und Kartenwerken ist sehr personal- und zeitaufwendig. Zur Abdeckung der kommunalen Bedürfnisse wird ein aufgefächertes Kartensystem nach Maßstab und Inhalt bereitgestellt. Trotz Anwendung reproduktionstechnischer Verfahren und Aufteilung des Karteninhaltes auf Themenfolien wird das spezielle Bedürfnis der Kartenbenutzer nicht abgedeckt. Die digitale Speicherung aller räumlichen Daten in Verknüpfung mit den Fachdaten ermöglicht nicht nur eine Dynamisierung des gesamten Kartenwerkes sondern auch die automatisierte Unterstützung der Herstellung und Fortführung mit der Folge erheblicher Zeiteinsparung.

Bei der Stadtverwaltung Düsseldorf werden zur Zeit in einer breitangelegten Voruntersuchung die Einsatzmöglichkeiten einer räumlichen Datenbasis untersucht.

In einer Bestandsaufnahme wurden alle kommunalen Aufgaben in ihrem Verhältnis zu räumlichen Daten untersucht. Über 240 Aufgabenarten wurden detailliert mit Bedarf und Angebot räumlicher Daten ermittelt. Zusätzlich wurden 130 Karten und Pläne erfaßt und ihr Inhalt analysiert. Aus der Bestandsaufnahme wurden Anwendungsfunktionen entwickelt, die Art und Umfang der zu entwickelnden automatisierten Verfahren umreißen. Die Entwicklung logischer Datenstrukturen, Aussagen zur Systemarchitektur und eine Nutzen-/Kostenanalyse runden diese Voruntersuchung ab. Mit ihrer Hilfe soll, auf der Grundlage einer automatisierten- Liegenschaftskarte, eine umfassend einsetzbare räumliche Datenbasis aufgebaut werden.

* Hubert Syring ist Abteilungsleiter für technische Anwendungen am Institut für automatisierte Datenverarbeitung der Stadt Düsseldorf.