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Mäßige Perspektiven im Stammgeschäft


02.08.1996 - 

Das Halbzeitergebnis der IBM verblüfft die Analysten

Im gesamten ersten Halbjahr 1996 setzte IBM 34,7 Milliarden Dollar um - vier Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 1995. Der Gewinn schrumpfte um 14,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Laut Chairman Louis Gerstner lag das letzte Quartalsergebnis vor allem wegen ungünstiger Wechselkurse und sinkender Halbleiterpreise unter dem des Vorjahres. Die Währungsverluste hätten den gesamten Quartalsumsatz um zirka fünf Prozent gedrückt.

Gerstner beklagt Währungsschwankungen

An ihnen liege es auch, daß die Umsätze in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika um zwei Prozent gesunken seien. Rechne man diesen Faktor mit ein, zeige sich, daß Big Blue in allen Regionen gewachsen sei. Am stärksten legte das Unternehmen in Nordamerika zu, wo der Umsatz um elf Prozent gesteigert werden konnte.

Rund 8,6 Milliarden Dollar nahm IBM im zweiten Quartal mit Hardware ein. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um ein Prozent. Dennoch, so resümierte Gerstner, erzielte Big Blue gute Ergebnisse mit dem Verkauf von Server-Plattformen. Dabei schlugen die AS/400-Produktlinie sowie die Unix-Server der RS/6000-Reihe besonders positiv zu Buche. Auch das PC-Geschäft verlaufe sehr solide. Gerstner gab sich aufgrund des Zwischenergebnisses zuversichtlich, daß IBMs langfristige Strategie tragfähig sei.

Im Servicegeschäft legte Big Blue um 23 Prozent zu und kam auf ein Umsatzvolumen von 3,7 Milliarden Dollar. Dabei profitierte das Unternehmen von einem milliardenschweren, über zehn Jahre gültigen Outsourcing-Vertrag mit Ameritech sowie von einem weiteren Großauftrag des Finanzdienstleisters Washington Mutual. Im Software-Business nahm der Branchenführer 3,2 Milliarden Dollar ein, vier Prozent mehr als im zweiten Quartal 1995. Deutlich weniger Umsatz brachte das Maintenance-Geschäft, das um sieben Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar schrumpfte. Weitere 924 Millionen Dollar setzte Big Blue mit Finanzierungs- und Leasingverträgen um - ein Plus von fünf Prozent.

Obwohl die Börse das Ergebnis mit einem Kurssprung honorierte, ist die Zwischenbilanz aus Sicht mancher Analysten keineswegs makellos. "Mit ihren traditionellen Produkten hat IBM große Schwierigkeiten", beobachtet David Wu von der Marktforschungsgesellschaft Chicago Corp. Das Geschäft mit Speichermedien laufe im Mainframe-Umfeld miserabel, mit der Mikroelektronik sehe es nicht viel besser aus. Dagegen bewege sich Big Blue sehr souverän im wachsenden Internet- und Intranet-Markt, und auch die Serviceaktivitäten zahlten sich zunehmend aus.

Über den künftigen Erfolg, so meinen die meisten Analysten übereinstimmend, entscheidet, wie schnell der Marktgigant in neuen Geschäftsfeldern die sinkenden Umsätze aus traditionellen Segmenten kompensieren kann. "Ich glaube, IBM wird sich zur IBS wandeln - zur Internet Business Solutions", läßt der New Yorker Industrieanalyst Sam Albert seine Gedanken spielen.