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29.06.1990 - 

Abwicklung der Kommunikation über Satelliten und Fest- oder Wählleitungen

Das Informationsnetz von IBM reicht künftig auch in die DDR

STUTTGART (CW) - Im Rahmen des Ausbaus ihres Informationsnetzes in der DDR wird IBM zunächst teilweise auf die Satellitenkommunikation zurückgreifen. Vorläufige Planungen von Big Blue umfassen die Einrichtung von sieben entsprechenden Anschlußknoten, die die erforderlichen Verbindungen zum IBM-Rechenzentrum in Eningen aufbauen, vor.

Durch diese Erweiterung können sich insbesondere Unternehmen aus der Bundesrepublik, die ihre Zelte in der DDR aufschlagen, künftig auf Anwendungen wie den strukturierten, elektronischen Datenaustausch (EDI) und die elektronische Post stützen sowie Zugriffe auf Datenbanken und natürlich eigene Rechner ermöglichen. An das Netz lassen sich sämtliche PCs, PS/2-Rechner, Computer der Serien AS/400 sowie 1370 und IBM-Cluster-Controller beziehungsweise dazu kompatible Modelle anschließen.

Mittels dieser Endsysteme schaltet sich der Benutzer entweder über Fest- oder Wählleitung zu einem 3725-Kontrollrechner, der wiederum als DV-Anknüpfungspunkt für die verschiedenen SAT-Empfänger dient.

Die Einrichtung zentraler Nodes ist in Erfurt, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Rostock und Ost-Berlin geplant. Über Satellit sollen die Daten und Nachrichten zu einem entsprechenden "Auffang-Becken" in Hameln geschickt und von dort aus weiter per Festleitung mit 64 Kilobit pro Sekunde ins IBM-Rechenzentrum in Eningen geschleust werden. An dieser Stelle ist dann die gewohnte Bandbreite und Dienstepalette des IBM-Informationsnetzes verfügbar.

In dem beschriebenen Kornmunikations-Verbund bildet die Stadt Ost-Berlin insofern eine Ausnahme, als daß von hier aus der Weg von Anfang an nicht über SAT-Stationen erfolgt.

Aufsetzend auf der SNA-Netzwerkarchitektur kann der Anwender zwischen Edifact, Odette, Screen-Mail für Message-Handling oder Filetransfer wählen. Zudem ist es auch möglich, via X.400 fremde beziehungsweise nicht-kompatible Rechner einzubinden. Die Preise für den elektronischen Datenaustausch sind mit wenigen Ausnahmen die gleichen wie in der Bundesrepublik. Sie liegen je Anschluß, Subscriptionsrate und einer angenommenen Volumenhöhe bei knapp 2000 Mark, bei PS/2-Modellen und PCs 11 000 Mark, für AS/400-Rechner und 30 000 Mark für 1370-Computer.

Wie Karsten Schöneborn, Leiter Vertrieb Informationsdienste Stab bei der IBM in Stuttgart betont, handelt es sich bei der innerhalb der nächsten Monate anstehenden Projektrealisierung aber eigentlich nur um eine Übergangsphase, denn bei einer Satellitenverbindung hapere es an den verschiedensten

Dingen wie zum Beispiel der Responsezeit. Sobald die DDR selbst mit einer ausreichenden Festleitungs-Kapazität aufwarten kann, möchte IBM die Kommunikation in Gänze über terristische Verbindungen abwickeln.

Das weltweite IBM-Informationsnetz ist heute in rund 75 Ländern für Kunden zugänglich. Derzeit nutzen mehr als 700 Unternehmen mit über 220 000 Teilnehmern diesen Kommunikationsverbund.

Hinzu kommen über 300 000 IBM-interne Benutzer. In Europa sind Anschlußknoten in über 80 Städten verfügbar, in Deutschland wird die Zahl der Zugangsknoten von jetzt 36 auf 48 erhöht