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23.10.1998 - 

Virtuelle Stellenmärkte werden zur wichtigen Informationsquelle

Das Internet als Marktplatz für Jobsuchende

Immer mehr Bewerber suchen sich ihren neuen Job über einen der zahlreichen Stellenmärkte des Internets. Das Angebot wird größer, der Service besser. Jobs & Adverts (www.job.de) gehört zu den Pionieren der Branche und ist einer der professionellsten und größten Betreiber: Die Benutzer haben die Wahl zwischen 7000 Offerten und können einen E-Mail-Service buchen. Ein Auswahlsystem filtert die Inserate, so daß der Interessent die passenden Ausschreibungen zu seinem Profil erhält. Stellengesuche werden kostenlos veröffentlicht. Gut durchdachte Kategorien erleichtern die Suche wesentlich, ein großer internationaler Stellenpool kommt hinzu.

IT-Jobbörsen eignen sich besonders fürs Internet, da der Umgang mit diesem Medium für DV-Experten zum Alltag gehört. In www.dv-markt.de finden IT-Profis und Berufsanfänger unter dem Begriff "Personal" ein aktuelles Angebot aus der Branche. Längst gibt es für fast alle Berufsgruppen virtuelle Stellenmärkte. Vor allem die Medien- und Dienstleistungsbranche sucht online nach neuen Talenten. Der Multimedia-Verband (www.dmmv.de) ist bei seinen Stellenangeboten zwar nicht besonders aktuell, empfehlenswert ist allerdings die Liste mit Links zu weiteren Angeboten, etwa Informationen zur Aus- und Weiterbildung im Multimedia-Bereich. Das Arbeitsamt (www. arbeitsamt.de) hat sein komplettes Angebot online gestellt. Hinter dem Stelleninformationssystem (SIS) verbirgt sich ein bunter Branchenmix mit vielen aktuellen Angeboten. Bei der grafischen Gestaltung steht die Funktionalität im Vordergrund, und Berufskennzahlen erinnern daran, daß es sich immer noch um eine Behörde handelt. Angebote und Gesuche sind kostenlos. Die Jobbörse des WDR (www.wdr.de/jobs) stellt ihren Service ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Alle Berufsbereiche sind vertreten, zusätzlich finden sich hier Ausbildungsplätze, Praktika und Ferienjobs, wenn auch mit dem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen.

Dagmar Oberpichler hat sich in ihrer Diplomarbeit mit "Arbeitsmarkt-Online", einer Stellenbörse für Fach- und Führungskräfte, beschäftigt. Ein Fragebogen sollte herausfinden helfen, ob es einen Markt für eine "Internationale Ausweitung der Personalbeschaffung via Arbeitsmarkt-Online" gibt. Insgesamt hat Oberpichler 784 Fragebögen ausgewertet. Sowohl online als auch persönlich wurden Studenten (66 Prozent), Arbeitnehmer (30 Prozent) und Arbeitslose (vier Prozent) befragt. Warum benutzen Fach- und Führungskräfte das Internet? Informationssuche, elektronische Post, Jobsuche per Netz - so die drei meistgenannten Gründe. Zwar ist die Tageszeitung nach wie vor die wichtigste Informationsquelle bei der Stellensuche, das Internet nimmt aber bereits den zweiten Platz vor den Fachzeitschriften ein. Nur 0,3 Prozent der Befragten halten die Jobsuche per Internet für unnötig. Wer schon im Internet inseriere, hieß es allerdings, der sollte Bewerbungen auch online entgegennehmen.

Dadurch könnten lange Wartezeiten vermieden und Fragen - etwa: ist der Job noch zu haben? - schneller beantwortet werden. Momentan ist das nicht immer möglich. Oft gibt es nur die Option, eine E-Mail an den Anbieter zu schreiben, und die Anfrage wird weitergeleitet.

Einen sehr guten und ausführlichen Bewerbungsbogen finden Interessenten vor, die sich bei der Deutschen Börse (www.jobs.exchange.de) bewerben möchten. Hier ist eine komplette Online-Bewerbung ausdrücklich erwünscht. Das Unternehmen fragt in seinem elektronischen Formular genau die Punkte ab, die für die spätere Arbeit erforderlich sind.

Die Erfahrungen der Befragten mit Online-Bewerbungen waren ganz unterschiedlich. Studenten und Arbeitnehmer äußerten sich positiv, während die meisten Arbeitssuchenden unzufrieden waren. Groß war das Interesse der Befragten an internationalen Stellenangeboten, vor allem innerhalb Europas. Interessante europäische Jobbörsen sind www.jobsite.co.uk und www.jobboerse.at. Die Suchfunktionen und Angebotsbereiche sind breit gefächert, für Stellensuchende gibt es viele zusätzliche Informationen. So leitet die britische Jobbörse jobsite.co. die elektronischen Lebensläufe der Bewerber an passende Personalvermittler weiter. In den USA ist www.monster.com einer der größten Anbieter mit einem durchdachten Layout sowie Service-Angeboten wie einer aktuellen Terminübersicht zu Absolventen- und Karrieremessen.

Die meisten Stellenmärkte sind für Arbeitssuchende kostenlos, Unternehmen müssen hingegen in der Regel für ihre Jobanzeigen zahlen. Allerdings sind die Preise gegenüber den Printmedien deutlich niedriger, und die Angebote bleiben oft für vier Wochen geschaltet.

Auch viele Großunternehmen bieten auf ihrer Web-Site offene Stellen an, doch verstecken sich die Offerten meist auf Neben- Sites, so daß die Suche mühsam ist. Jobbörsen sind wesentlich effektiver, da sich Interessierte einen besseren Überblick über das aktuelle Angebot verschaffen können. Durch einen Link von der Anzeige zur Homepage des Unternehmens können sich potentielle Bewerber gezielt über das jeweilige Unternehmen informieren und eine erste Vorauswahl treffen. Das spart Zeit und Geld bei den später verschickten Bewerbungsmappen, die die meisten Firmen immer noch erwarten.

Job-Suchmaschinen bieten neben Listen mit Jobbörsen auch eine Suche in Datenbanken an. Bei www.horizont.de/jobguide/ sind nationale und internationale Stellenmärkte aus verschiedenen Branchen verzeichnet und ver-linkt, bei www.jobworld.de konzentriert sich das Angebot stärker auf den DV-Bereich.

Informationen über neue Berufsbilder

"Die Zeit" hat zusammen mit dem Layout auch ihren Internet-Auftritt überarbeitet: Die Suchmaschine Zeit-Robot, www.jobs. zeit.de, führt über eine kommentierte Link-Liste zu den wichtigsten Stellenmärkten im Internet und ermöglicht direkte Links zu den ausgewählten Unternehmen. Vor allem Akademiker können durch zahlreiche Querverweise fündig werden. Informationen über neue Berufsbilder oder Seminare liefert der Newsletter, den man kostenlos via E-Mail abonnieren kann.

Die kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot zeigt, daß dieser Markt in nächster Zeit weiter wachsen wird. Bisher werden die Jobbörsen überwiegend als zu-sätzliches Angebot genutzt. Interessant sind die Stellenbörsen vor allem für Berufsanfänger und Studierende. Doch schon bald könnten diese wesentlich billigeren Inserate zu einer ernsten Konkurrenz für die Printmedien werden.

Ingrid Weidner ist freie Journalistin in München.