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10.06.2009

Das iPhone 3G S ist nicht voll Business-tauglich

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Experten vermissen bei Apples Kultgerät wichtige Funktionen für den breiten Einsatz in großen Unternehmen.

Mit dem neuen iPhone 3G S hat Apple in erster Linie Produktpflege betrieben. Während sich optisch wenig getan hat, soll das neue Smartphone nun zwei- bis dreimal so schnell arbeiten wie sein Vorgänger. Außerdem unterstützt es HSDPA mit 7,2 Mbit/s, hat eine längere Akkulaufzeit und eine verbesserte Kamera. Im Business-Umfeld ist vor allem die eingebaute Hardwareverschlüsselung relevant.

iPhone 3.0 macht vieles besser

Softwaretechnisch bringt das Betriebssystem-Update iPhone 3.0 die Unterstützung für Cut/Copy/Paste, eine Tastatur im Querformat für alle wichtigen Programme sowie die Möglichkeit, das Gerät als Modem zu verwenden (Tethering). Außerdem kommen die Push Notifications als Alternative für das nach wie vor nicht unterstützte Multitasking, und die Daten auf dem Gerät lassen sich über einen "Remote-Wipe"-Befehl komplett löschen.

Wie eine Umfrage der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" ergab, reichen diese Maßnahmen allein jedoch nicht aus, um dem iPhone die letzten Business-Weihen zu verleihen. Vermisst werden Möglichkeiten, iPhones aus der IT-Abteilung heraus in einem großen Unternehmen zu verwalten.

Konzerne "müssen sicherstellen, dass alles, was sie tun, nachgeprüft werden kann. Zu diesem Zweck müssen sie Vorgaben beim Nutzer durchsetzen können, um eine konsistente Umgebung zu schaffen", argumentiert Gartner-Analyst Ken Dulaney. Das Problem mit dem iPhone 3G S sei, dass es keine Konsole gibt, um Corporate Policies für eine ganze Gruppe von Mitarbeitern durchzusetzen, stimmt Kevin Burden, Analyst bei ABI Research, zu.

Kein Multitasking

Als weiteren Punkt führen die Experten an, dass das iPhone 3G S keine Prozesse im Hintergrund erlaube, über die IT-Abteilungen Updates einspielen und andere Management-Tools einsetzen können. Dies sei vor allem für Finanzdienstleister wichtig, die besonders strengen Gesetzesvorschriften unterliegen, was die Behandlung von Daten anbelangt. "Apple hat diese (Hintergrundprozesse) nicht aktiviert, und ohne dieses Feature ist die Sicherheit begrenzt", bemängelt Gartner-Analyst Dulaney.

Sein Kollege bei ABI Research verweist auf die Tatsache, dass es – anders als beim iPhone – für Blackberry- und Windows-Mobile-Geräte ausreichend Management-Werkzeuge für die Verwaltung von großen Smartphone-Deployments gebe. Auch IDC-Analyst Steven Drake sieht Vorteile für Apples Konkurrenten. Obwohl Drittanbieter zahlreiche Tools entwickelt haben, um das iPhone in Geschäftsumfeld einsetzen zu können, seien diese im Vergleich schwieriger zu implementieren und zu nutzen. Drake kennt einige Unternehmen, die letztendlich wegen Bedenken hinsichtlich Management und Sicherheit des iPhones auf einen Einsatz verzichtet haben. Trotz seiner Vorbehalte bezeichnet der IDC-Mann die Summe der Verbesserungen des iPhone 3G S für das Business als einen "guten Schritt".

Wundermittel noch nicht gefunden

Steve Hilton, Analyst bei der Yankee Group, ist ähnlicher Meinung: Seit das erste Modell 2007 vorgestellt wurde, habe das iPhone unter "Enterprise-Neid" gelitten, erklärte er. "Ursprünglich für den Consumer-Bereich gebaut, sucht das iPhone nach dem Wundermittel, um sich auch in den Unternehmen breitzumachen. Remote Wipe, Verschlüsselung und Modemfunktion sind dazu notwendig, aber nicht ausreichend."

Trotz aller Mankos hat es das iPhone bereits geschafft, in einigen Großunternehmen Fuß zu fassen, Kraft Foods und Oracle etwa haben Tausende von Geräten im Einsatz. Beide Unternehmen nannte Forrester im April als Beispiele, um die Business-Tauglichkeit des iPhone unter Beweis zu stellen. Die Analysten bezogen sich aber primär auf die Nutzungsmöglichkeiten und die Kosten. Punkte wie die Möglichkeiten des Managements, insbesondere das Durchsetzen von Policies, wurden schwächer gewichtet.

Die wichtigsten Mängel

  • Noch kein System für die Verwaltung großer iPhone-Deployments;

  • fehlendes Multitasking erschwert Aufspielen von Updates etc.;

  • keine ausreichende Sicherheit für strenge Compliance-Anforderungen;

  • schwierige Umsetzung von Corporate-Policies.