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Kolumne

"Das Jahr-2002-Problem"

20.12.2002
Christoph Witte Chefredakteur CW

"Ein Jahr geht zu Ende, das so niemand mehr erleben will." Mit diesen Worten beginnt der Jahresrückblick der CW (ab Seite 36). Sie dürften vielen CIOs und IT-Managern, aber auch Herstellern aus dem Herzen sprechen. Die einen erlitten Budgetkürzungen ohne Ende, die anderen folgerichtig Umsatz- und Gewinneinbußen, dass ihnen ganz rot vor Augen wurde.

2002 erfuhr die IT zum ersten Mal, was es heißt, in einer reifen Industrie zu arbeiten, in der es nicht mehr in erster Linie um Innovation, sondern um Kosten und Ertrag geht: Der IT begegnet man nicht mehr mit dem früheren Respekt, den sie deshalb genoss, weil sie Dinge möglich macht, von denen man nicht einmal wusste, dass sie realisierbar sind. Die Einstellung gegenüber der IT hat sich gründlich gewandelt. Niemand wundert sich darüber, was alles funktioniert, aber alle klagen, was alles nicht geht.

Dass die Unternehmens-IT ihre Außergewöhnlichkeit verloren hat, liegt zwar zum Teil auch in ihren eigenen Unzulänglichkeiten begründet, beispielsweise der immer wieder monierten Zeit- und Preisüberschreitung von IT-Projekten. Aber ihre zunehmende Alltäglichkeit verdankt die IT-Funktion in den Unternehmen auch zwei anderen Phänomenen: zum einen dem (Halb)wissen vieler PC-Nutzer, die aufgrund ihrer Anwendererfahrung glauben, auch die IT für das gesamte Unternehmen durchschauen zu können; zum anderen dem Internet oder besser World Wide Web, das ein Übriges zur Entmystifizierung der IT getan hat. Nach dem Motto: Wenn Suchmaschinen wie Google oder Einkaufsparadiese wie Amazon funktionieren, dann muss es doch leicht sein, eine ERP-Lösung anzupassen oder ein CRM-System einzuführen.

Zwar bestreitet kein IT-Manager, dass es dabei nicht um die Quadratur des Kreises geht, aber mit einigem Recht wird er darauf hinweisen, wie viel Aufwand mit großen IT-Projekten verbunden ist. Auf dem Kostenohr scheinen die Business-Verantwortlichen jedoch taub zu sein. Sie sehen nicht ein, dass zusätzliche Funktionalität mehr Geld kostet und dass es mehr Zeit braucht als ursprünglich geplant, wenn die Anforderungen an eine IT-Lösung im laufenden Projekt immer wieder geändert werden.

Wenn eine solche "Ist-doch-keine-Kunst-Einstellung" der Geschäftsverantwortlichen mit knappen Budgets einhergeht und zudem kaum Innovatives auf den Markt kommt, dann steckt die Unternehmens-IT in einem Dilemma. Weder kann sie die vielfältigen Wünsche ihrer internen Kundschaft zeitgerecht erfüllen, noch kann sie ihre Budgets einhalten, ohne besagte Anwender zu brüskieren. Wie gesagt, es war ein mieses Jahr für die IT, hoffen wir auf das nächste. All unseren Lesern wünschen wir frohe Festtage und ein erfolgreiches 2003.