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22.08.2003 - 

Personal-Management/Kommentar

Das Kalkül mit der Angst

Alexandra Mesmer Redakteurin CW

Budgets für tolle Anzeigenkampagnen und ausgefallene Recruiting-Events, ein vielfältiges Fortbildungsangebot und unterschiedlichste Möglichkeiten, hoffnungsvolle Talente im Unternehmen weiterzuentwickeln und ihnen den Aufstieg zu ermöglichen: Unter solchen Bedingungen macht Personal-Management Freude. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Personalverantwortliche jedoch umdenken.

Ihrer Kreativität sind inzwischen enge Grenzen gesteckt: Das Weiterbildungsangebot wird zusammengestrichen, und auch Personalentwicklung findet nur noch statt, wenn Unternehmen wachsen. Die Rekrutierungsveranstaltungen fallen aus, statt ihrer stehen Sozialpläne und Abwicklungsverträge auf der Tagesordnung. In Sachen Mitarbeiterbindung vertrauen viele Unternehmen derzeit auf die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Angst der Beschäftigten, bei einem neuen Arbeitgeber gegebenenfalls als Erster auf die Kündigungsliste zu geraten.

Das Kalkül mit der Angst ist zwar unvergleichlich billig, kann aber die Unternehmen mittelfristig teuer zu stehen kommen: Wer nur noch bleibt, weil er keine Alternative hat, macht Dienst nach Vorschrift. Demotivierte Mitarbeiter, denen alles egal ist, bringen Firmen aber nicht weiter.

Darum müssen Personalverantwortliche und Führungskräfte wieder mit den Mitarbeitern reden statt sich hinter dem Schutzschild "Wir haben eh kein Budget" zu verschanzen. Wenn sie erklären, warum etwa Weiterbildung im bisherigen Umfang nicht mehr möglich ist, nehmen sie ihre Mitarbeiter ernst. Die sind dann auch eher bereit, sich zu engagieren, wie dies in einem Münchner Software- und Beratungshaus der Fall ist: Dort schulen Kollegen Kollegen. Jeder, der sich ein spezielles Wissen erworben hat, gibt einen Teil davon weiter.

Offene Kommunikation ist ein billiges Instrument des Personal-Managements, kostet Firmen aber anscheinend zu viel Überwindung, sonst würden sie es heute öfter einsetzen.