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21.12.2006

Das Kapital und Open Source 2.0

Immer stärker interessieren sich finanzkräftige Investoren für Unternehmen, deren Geschäftsgrundlage quelloffene Software ist. Sie versprechen sich viel von neuen Business-Modellen in der Softwareindustrie.
Nach Ansicht von Richard Seibt verlagern sich die Vorteile von Open Source zusehends auf selbst aktive Anwendergruppen.
Nach Ansicht von Richard Seibt verlagern sich die Vorteile von Open Source zusehends auf selbst aktive Anwendergruppen.

Von CW-Redakteur Ludger Schmitz

Where is the beef?

Eran Davidson, Chef von Hasso Plattner Ventures, waren auf einem "Open Source Business Forum" seines Hauses im vergangenen Herbst Zweifel am Open-Source-Business anzumerken. Er stellte fünf Fragen, die durchaus als Investitionsbedingungen verstanden werden dürfen: Können Startups Open-Source-Produkte entwickeln, die IT-Laien verwenden können? Können Startups ihr geistiges Eigentum sichern? Können sie ein funktionierendes Business-Modell vorweisen? Können junge Firmen ihre Open-Source-Produkte von anderen und von proprietärer Software abheben? Können sie den Open-Source-Geist aufrechterhalten, während sie Geld einnehmen müssen?

Da wundert es nicht, dass Hasso Plattner Ventures, im Juli 2005 vom SAP-Mitbegründer ins Leben gerufen und mit 50 Millionen Euro ausgestattet, bisher erst in sechs junge Softwareunternehmen insgesamt rund zehn Millionen Euro investiert hat. Für die verbleibenden 40 Millionen Euro - abzüglich eines Kapitalrahmens zur Deckung eigener Kosten - hat das Haus in Deutschland bisher keine attraktiven Anlagemöglichkeiten ausmachen können.

Proprietäres versus Open-Source-Business

Der ehemalige IBM- und Novell-Topmanager sowie Suse-Chef Richard Seibt hat ein Modell entwickelt, das die verschiedenen Open-Source-Business-Modelle erläutert und ihre Ökonomie mit dem klassischen Soft- waregeschäft vergleicht. Der heutige Risiko- kapitalanleger und Business Angel stellt dabei die einmaligen und jährlichen Einnahmen der verschiedenen Geschäftsformen in prozen- tuale Relation zu ihren Ausgaben. Es handelt sich, wie Seibt betont, um ein erstes Modell, das verschiedene, teils verwirrend detaillierte Interpretationen über vielversprechende Open-Source-Geschäftsfelder unter einen Hut zu bringen versucht. Die Annahmen entsprechen dabei seinen Erfahrungswerten aus beiden Welten, die nach Überzeugung des Beraters im Einzelfall anders, aber nicht radikal abweichend ausfallen können.

Seibts Grundlage ist das klassische proprietäre Softwaregeschäft, das einmalige Einnahmen (100 Prozent) aus einmalig verkauften Softwarelizenzen (Recht zur Nutzung von Programmen) und jährlichen Einkünften aus Maintenance und Support (insgesamt 40 Prozent) generiert. Dieses Geschäft kommt nach Abzug der Kosten von den Lizenzeinnahmen auf einen Profit von zehn Prozent (in der Grafik die oberste Reihe).

Dem stellt Seibt zunächst das "Open Source Community Model" gegenüber (zweite Reihe). Dieses klassische Modell des Geschäfts mit quelloffener Software war und ist Grundlage bei Firmen wie Suse, Red Hat, Zend (PHP), Groundwork (Nagios-System-Management), Zmanda (Amanda) und anderen. Typisch ist hier, dass die Community einen erheb- lichen Teil der Arbeiten an Entwicklung und Qualitätssicherung übernimmt und die Aufwendungen für Marketing und Sales deutlich niedriger ausfallen. Außerdem gibt es mit den Varianten "Community" und "Enterprise" zwei Versionen eines Programms, worauf unterschiedliche abonnementartige Maintenance- und Supportverträge aufsetzen. Dieses Modell führt zu einer Einsparung von 48 Prozent auf der Kostenseite, was fast einer Verdoppelung der Profitabilität entspricht. Außerdem kostet die jährliche Maintenance nur die Hälfte.

Die zweite Form der Geschäfts mit quell- offener Software nennt Seibt "Open Source Marketing Model" (dritte Reihe). Hier kommt der Anbieter fast vollständig für die Entwicklung auf. Die Community besteht aus Partner- und Vertriebsfirmen sowie wenigen Anwenderunternehmen und sorgt primär für Qualitätssicherung, Bugfixing, Lokalisierung und funktionale Erweiterungen auf Basis eines Frameworks über Anwendungsprogrammier-Schnittstellen. Hier gibt es eine kosten- lose Community- und eine kostenpflichtige

Enterprise-Version sowie Subskriptions-basierende Maintenance- und Supportverträge. Diesem Modell folgen Firmen wie MySQL,

Ingres, Open-Xchange, IdealX oder Compiere. Hier kommt es immerhin noch zu einer Kosteneinsparung von 44 Prozentpunkten, auch das eine beachtliche Steigerung der Profitabilität, während sich auf der Maintenance-Seite gegenüber dem proprietären Geschäft nichts ändert.

Beim Community- und beim Marketing-Modell stammen die wesentlichen Einsparungen aus einem verkürzten Sales- und Marketing-Prozess. Im Extremfall nimmt der Kunde erst dann mit einem Anbieter Kontakt auf, wenn die Software geprüft, bereits installiert und integriert ist. Jetzt möchte der Kunde nämlich mit der Subskription für Maintenance und Support eine Versicherung kaufen.

Im Effekt hat beispielsweise die Firma Xensource keinerlei Marketing-Budget. Auch auf der Kundenseite hat der verkürzte Prozess erhebliche Vorteile: IT-Mitarbeiter und -Verantwortliche kennen detailliert die für den Einsatz angepeilte Software. Sie führen keine zeitraubenden Gespräche mit Vertriebsbeauftragten, und die Rechtsabteilung muss sich nicht mit Try-and-buy-Verträgen beschäftigen. Interne Ressourcen werden erst dann eingeschaltet, wenn Beweise für die Wirtschaftlichkeit der gewählten und getesteten Software vorliegen.

Den beiden erstgenannten Modellen stellt Seibt schließlich ein noch wenig bekanntes Prinzip der Entwicklung quelloffener Software gegenüber: das "Open Source Consortium Model" (unterste Reihe). Sein Inhalt lautet "Collaborative Open Source Application Development" (Cosad), ein wichtiges Projekt des Linux Business Campus in Nürnberg. In diesem Modell trägt ein Konsortium von Unternehmen oder Einrichtungen der öffentlichen Hand die Entwicklung von Anwendungsprogrammen. Dieser Ansatz dient nicht der Differenzierung im Wettbewerb, sondern einzig der Kostenreduzierung. Er

setzt die prinzipielle Nutzung offener Standards, einen baukastenartigen Entwicklungsprozess mit klar definierten Regeln für Projektziele und -leitung (Governance) sowie für den Umgang mit geistigem Eigentum und Nutzungsrechten (Lizenzen) voraus. Dabei bleibt der große Vorteil des Open-Source-Entwicklungsmodells erhalten.

Die Vorzüge des Modells bestehen in Unabhängigkeit von externen Softwareanbietern (Open Source), offenen Standards,

Erweiterbarkeit, Planbarkeit, Sicherheit, Qualität und hoher Innovationsgeschwindigkeit. Der stärkste Effekt aber ergibt sich auf der Kostenseite mit einer Einsparung von 92 Prozentpunkten gegenüber proprietärer Softwareentwicklung. Wesentlich ist auch, dass ein Konsortium keine Gewinne erwirtschaften muss, die Kunden feststehen und dadurch kein Vertrieb notwendig ist. Die Entwicklung ist auf mehr Schultern verteilt, und die Entwickler kennen die eigenen Branchenprozesse besonders gut. Außerdem entfallen zwei Drittel der Maintenance-Kosten. Beispiele für diesen Open-Source-Ansatz gibt es in Softwareprojekten im US-amerikanischen Gesundheitswesen, im europäischen Flugzeugbau (Airbus Industries und Zulieferer) und in der niederländischen kommunalen Verwaltung, aber auch in der Eclipse Foundation sowie in der Entwicklung des Linux-Kernels.

Seibt: "Diese Grundzüge machen deutlich, warum Venture Capitalists auf Open Source setzen, warum Kunden quelloffene Software einsetzen und warum klassische Softwareunternehmen wie sogar IBM diese Entwicklung lieber vorantreiben, als tatenlos zuzusehen, wie sie kannibalisiert werden." (ls)

Hier lesen Sie …

• warum Open Source zu einem attraktiven Investi- tionsziel geworden ist;

• welche Business-Modelle das Risikokapital in Erwägung zieht;

• womit Venture Capital unverändert Probleme hat.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

576623: Warum Open Source Investoren anzieht;

584277: Trends von der Linuxworld 2006;

1215210: Mehr Venture- Capital für Open-Source-Gründer;

565450: Open-Source-Startups hoffen auf Geld.

Etwas ziemlich Überraschendes tut sich am Kapitalmarkt: Anleger stecken Geld in Open-Source-Startup-Firmen, die nach klassischen Investitionsregeln keine Sicherheiten vorweisen können. Es gibt keine proprietäre Software, meistens auch keine Patente, aber sofort kopierbare Produkte und Geschäftsmodelle. Die jungen Unternehmen haben buchstäblich nichts, was sie "eigentlich" zu einem lohnenden Ziel von Investoren machen könnte.

Fantasien sind geweckt

Und doch sind sie es geworden - wieder. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase signalisierte zuerst Suse die Trendwende. Der Verkauf des Linux-Distributors an Novell für 210 Millionen Dollar im Jahr 2003 spülte den Suse- Investoren reichlich Geld in die Kassen. Die besten "Exits" seither waren der Börsengang von Trolltech sowie der Verkauf von Jboss an Red Hat. Nicht unbeachtet blieben eine Reihe weiterer kleinerer Fälle wie die Übernahme von Gluecode durch IBM oder InnoDB und Sleepycat durch Oracle. Von MySQL erwarten alle einen baldigen und erfolgreichen Börsengang.

Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist Software wieder ein Thema für Investoren. Dabei berichten die jüngeren Marktanalysen der Münchner Private-Equity-Berater Fleischhauer, Hoyer und Partner von zunehmenden Schwierigkeiten der Venture-Fonds, Kapital aufzutreiben. Trotzdem stehen Investments in Softwarehäuser hoch im Kurs. Mit rund einem Drittel der Investitionen war Software im dritten Quartal 2006 der beliebteste Wirtschaftssektor. Nur gemessen an der Kapitalmenge führte im gleichen Zeitraum die Biotechnologie vor Software - was seinen Grund darin hat, dass Biotechnologie in Sachen Labor- und Personalkosten wesentlich höhere Eingangsinvestitionen voraussetzt.

Welchen Anteil Open-Source-Firmen an den Softwareinvestitionen haben, ist nicht bekannt. Der Investor und Business Angel Richard Seibt schätzt, dass weltweit in den letzten zwölf Monaten mehr als 500 Millionen Dollar Kapital in Unternehmen geflossen sind, die ihr Geschäft mit quelloffener Software machen. Den Trend bestätigt Alexander Brühl, Senior Partner beim Risikokapital-Investor Atlas Ventures, München: "Open Source wird für das Venture Capital zunehmend interessanter."

Große Deals wie die Übernahmen von Suse und Jboss haben ein Schlaglicht auf die Open-Source-Szene geworfen. Noch wichtiger aber dürfte sein, dass Open-Source-Produkte im Softwaremarkt eine nicht zu übersehende Konkurrenz der proprietären Anbieter geworden sind. Bei den Server-Auslieferungen hat Linux sein Vorbild Unix weit hinter sich gelassen und weist inzwischen sogar höhere Wachstumsraten als Windows auf. Der Apache-Webserver behauptet trotz aller Angriffe von Microsoft eine mit Abstand dominante Rolle, der Marktanteil des Browsers Firefox ist in den letzten zwei Jahren von vier auf zwölf Prozent gestiegen.

Die IT ist "unterwandert"

Der Aufsichtsratsvorsitzende bei Open-Xchange, Rafael Laguna de la Vera, der ansonsten auch als Business Angel und Investorenberater tätig ist, präsentiert gern folgende Zahlen: Weltweit zirka 70 Prozent der Entwickler arbeiten mit Open-Source-Produkten. 85 Prozent der Unternehmen verwenden inzwischen quelloffene Software, ebenso viele bewerten sie als wichtig für ihre IT-Strategie. Der Marktanteil der Linux-Server dürfte bis 2010 auf 25 Prozent steigen.

Laguna: "Ganze Märkte würden ohne Open-Source-Software nicht existieren." Er führt dabei auf: "Router, Appliances, Web-Hoster, Suchmaschinen: Open Source ist überall drin. Sonst würde es kein Tivo geben, kein Web, kein Google, kein Yahoo." Als ein weiteres Beispiel verweist Laguna auf das Segment Messaging und Collaboration, vulgo Groupware. IDC sagt diesem Markt bis 2010 ein jährliches Wachstum von fünf Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar voraus. Open-Source-Produkte kommen gleichzeitig aber auf ein Wachstum von 45 Prozent. Das wäre dann 2010 bereits ein Zehntel vom Kuchen.

Schlagzeilen sind Ritterschläge

Solche Zuwachszahlen sind den Geldgebern nicht unbemerkt geblieben. Schlagzeilen über den Angriff von Oracle auf Red Hat oder den Vertrag zwischen Microsoft und Novell interpretieren Investoren anders als die Open-Source-Community, nämlich als "Ritterschlag für Linux", so Richard Seibt: "Diese Ereignisse zeigen eigentlich nur, wie bedeutend der Open-Source-Markt ist, dass quelloffene Software in den Strategien dieser proprietären Firmen eine wesentliche Rolle spielt."

Adam Jollans, oberster Open-Source-Stratege bei IBM, berichtet aus dem eigenen Unternehmen: "Wir haben das Community-Verfahren für die Entwicklung kommerzieller Software eingeführt. Es ist sehr effektiv." Open Source stehe bei IBM "im Zentrum einer neuen Ära kollaborativer Entwicklung". Die Methode führe interne und externe Kräfte auf einfache Weise zu- sammen.

"Open Source wird für Investoren sichtbarer", resümiert Brühl. Der Atlas-Ventures-Manager meint damit auch Bereiche, in denen viele Marktbeobachter quelloffene Software den proprietären Konkurrenten hoffnungslos unterlegen sehen, nämlich bei den Desktops und im Mittelstand. "Linux bewegt sich aus dem Infrastrukturbereich hin zum Desktop, vor allem im Segment Browser, E-Mail und Collaboration. Bei den Servern entwickelt sich die Anwenderschaft von Großunternehmen zu kleinen und mittelständischen Firmen."

Knackpunkt Geschäftsmodelle

Allerdings sind Open-Source-Firmen nicht per se für Kapitalgeber interessant. Für einige Venture-Capital-Fonds (VCs) kommen sie grundsätzlich nicht in Frage, meistens weil sie Unsicherheiten bezüglich des geistigen Eigentums sehen. Auch sorgen die Investment-Fokus-Richtlinien der jeweiligen Fonds für ein Filtern der Kandidaten. So betätigt sich Hasso Plattner Ventures, Potsdam, grundsätzlich nur als Erstinvestor und in der Frühphase einer Firmengründung.

Der Knackpunkt aber sind immer die Business-Modelle. Davon gibt es viele. So führt IBM-Manager Jollans sieben Strategien auf. Sie reichen von der "Patronage Strategy" à la Red Hat über Subskriptionen, Beratung und duale Lizenzierung bis zum Hosting. Investitionsberater Laguna nennt vier Modelle: das traditionelle Geschäft mit Support und Services, duale Lizenzen (Open Source neben proprietären) für Middleware und Libraries, hybride Applikationen mit einer quelloffenen Basis plus proprietären Erweiterungen sowie schließlich Software as a Service.

Ist SaaS die Zukunft?

Laguna meint: "Die nächste Entwicklungsstufe von Open-Source-Geschäftsmodellen heißt Software as a Service." Dabei läuft eine Software unter einem Subskriptionsmodell, bei dem es aber nicht wie etwa im Red Hat Network um Patches und Updates geht, sondern um ein "Abonnement zur Nutzung" eines Systems, das zum Beispiel ein Hoster zur Verfügung stellt. Laguna: "Das Hosting-Geschäft ist stark von Open Source geprägt; die günstigen Angebotspreise sind durch den konsequenten Einsatz von quelloffener Software möglich. Konkurrenten wie Microsoft mit Windows Live haben es gleich doppelt schwer: Sie müssen eine weltweite Hosting-Struktur für viel Geld aus dem Boden stampfen, und die Preise für beispielsweise Office Live dürfen nicht so niedrig ausfallen, dass sie das äußerst profitable Office-Softwaregeschäft beeinträchtigen. Das bietet den Open-Source-Hostern eine schöne Angriffsfläche."

Radikal auf drei Ansätze hat der ehemalige Suse-Chef Seibt die Business-Modelle für Open Source reduziert (siehe Kasten "Proprietäres versus Open- Source-Business"). Er sieht die Zukunft in einem konsortialen Modell. "Die momentan deutlichste Veränderung besteht darin, dass Unternehmen Konsortien bilden, um Software im Open-Source-Verfahren zu erstellen." Seibt verweist auf entsprechende Projekte bei Airbus Industries sowie im US-ameri- kanischen Gesundheitswesen. Überall, wo ähnliche Interessen bestehen, vor allem in Wirtschaftsketten, seien Open-Source- Konsortien denkbar. Seibt sieht noch weitere Möglichkeiten: "Warum sollen Gemeinden, die alle die gleichen Aufgaben haben, das Rad immer wieder neu erfinden?"

Damit geht Seibt über die Betrachtung des möglichen Open-Source-Business eines Softwarehauses weit hinaus. Die Fixierung auf dessen Geschäftsmöglichkeiten bereitet zahlreichen Investoren Kopfzerbrechen (siehe Kasten "Where is the beef?"). Die meisten löst der Aspekt des geistigen Eigentums aus. So empfiehlt Investorenberater Laguna den Softwarefirmen, sich schon in einem sehr frühen Stadium über Deutschland und Europa hinaus - insbesondere in Richtung USA - um die Rechte an ihren Entwicklungen zu kümmern. Andernfalls würden sie möglicherweise plötzlich mit Patentklagen konfrontiert, die sie ruinieren könnten.

Man müsse an das Problem grundsätzlich anders herangehen, meint Atlas-Ventures-Partner Brühl: "Dass die Intellectual Property eigentlich einer Community gehört, bedarf auf Sei- ten der VCs einer gedanklichen Umstellung. Denn normalerweise fragt ein VC als Erstes: Wie lässt sich ein Produkt verteidigen, und wie sehen die IP-Rechte aus?" Das Thema IP dürfe ein Investor im Open-Source-Bereich nicht ins Zentrum stellen. Brühl: "Für den Wert eines Open-Source-Produkts lässt sich als Indikator nur die Vitalität der Community um dieses Projekt verwenden."