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24.01.1975 - 

Projekt Datenbank geplatzt:

Das Know-how wird weggeschmissen

HAMBURG - Ausgerechnet in dem Jahr, in dem der Zoll verstärkt auf EDV umsteigt, hat man im Hamburger Hafen ein Gomputer-Projekt liquidiert. Die "Datenbank Hafen Hamburg GmbH" soll laut Beschluß der Gesellschafter aufgelöst werden, nachdem man 2,3 Millionen Mark verbraucht hat, um eine integrierte Datenverarbeitung vorzubereiten. Ziel der seit 1969, zunächst mit ehrenamtlichen und zuletzt mit neun hauptamtlichen Mitarbeitern laufenden Arbeit war es, eine zentrale Datenbank und ein Rechenzentrum zu schaffen, an das alle im Hafen tätigen Betriebe via Terminal angeschlossen werden können.

Bevor jedoch das Stadium des Programm-Schreibens erreicht war, wurde die Liquidation beschlossen. Den ersten Stoß hatte das Gemeinschaftsprojekt bekommen, als die ursprünglich ebenfalls interessierten Bremer Partner wieder ausstiegen und die Hamburger auf sich gestellt waren. Den letzten Stoß gaben sieben Schiffsmakler, die Ende 74 aus dem Makler-Zweckverband austraten, der die Makler-Anteile an der GmbH gehalten hatte. Gründe für diesen Austritt mag konkret keiner nennen. Die Hintergrunde für das Ganze sieht man bei der Hafenbehörde im "Hick-Hack zwischen den Unternehmen" . Die Behörde hatte offenbar geahnt, was da kommen würde: "Wir haben den einheitlichen Datenfluß stets befürwortet, aber nicht finanziell geholfen - der Aufbau einer solchen Zentrale ist Sache der Wirtschaft", meint der Vertreter der Hafenbehörde, Giese.

Die Datenbank-GmbH plante für die Entwicklung des Systems einen Gesamtaufwand von sieben Millionen Mark für Analyse, Planung und Programmierung. Dazu wären noch die Anlaufkosten eines Systems mit verhältnismäßig umfangreicher Hardware gekommen, über deren Beurteilung man sich offenbar in die Haare geriet. Die Entwicklung des für die Exportabfertigung gedachten Systems wäre zeitlich sehr günstig mit dem Frankfurter Projekt Alpha für die Importabwicklung zusammengefallen, so daß man in einigen Jahren die Außenhandelsformalitäten hätte samt und sonders automatisch erledigen können. Das ist nun Theorie.

In der Praxis ist das Ganze nicht nur an den recht unterschiedlichen Interessen der einzelnen Firmen gescheitert, sondern auch daran, daß bei der Vielzahl der Beteiligten einfach die Entscheidungswege zu lang wurden. Rund 200 Firmen waren über berufsständische Vereinlgungen, die die GmbH-Anteile hielten und das Geld aufbringen mußten, beteiligt. "Was an schriftlichen Unterlagen da ist, geht nach der Liquidation an die Gesellschafter über", sagt Datenbank-Geschäftsführer Helmke. "Aber damit werden sie kaum etwas anfangen können ohne das spezielle Know-how dazu, das jetzt praktisch weggeworfen wird, wenn die Mitarbeiter gehen". Helmke ist allerdings zuversichtlich: "Ich glaube, daB es irgendwie weitergehen wird. Allerdings werden die Firmen in den nächsten Jahren in Hamburg wahrscheinlich zusammen erheblich mehr für Hardware ausgeben, als die Vehwirklichung des Datenbank-Projektes gekostet hätte.