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01.08.2014 - 

Machen SSDs Speicher teuer?

Das Krokodil im Storage-System

Field Product Manager Enterprise bei Dell in Frankfurt am Main
Flash-Speicher (SSD) machen ein Storage-System keinesfalls teuer! Es kommt auf die Storage-Strategie an.
Die Legende, dass Flash-Speicher (SSD) ein Storage-System teuer machen, ist noch immer in den Gehirnen der IT-Verantwortlichen ganz fest verankert.
Die Legende, dass Flash-Speicher (SSD) ein Storage-System teuer machen, ist noch immer in den Gehirnen der IT-Verantwortlichen ganz fest verankert.
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"Urban Legends" sind zäh: Die Geschichte vom Krokodil im Abwassernetz oder die von der Vogelspinne in der Yuccapalme können noch so oft widerlegt werden, sie werden trotzdem gern weitererzählt. Mit IT-Le­gen­den verhält es sich nicht viel anders - beispielsweise bei der Legende, dass Flash-Speicher (SSD) ein Storage-System teuer machen. Auch sie wird immer wieder gern kolportiert, wird dadurch aber nicht richtiger.

Die Unternehmen kennen heute zwar die Vorteile der SSDs, die um einiges schneller als Plattensysteme und außerdem mangels beweglicher Teile robuster und weniger störungsanfällig sind. Von einem Einsatz sehen viele Unternehmen trotzdem ab: sie seien zu teuer. Nun lässt sich nicht bestreiten, dass das Preisniveau von SSDs noch immer höher ist als das anderer Speicher-Technologien. In der Tat wäre es daher unwirtschaftlich, eine ganze Storage-Landschaft auf SSD-Basis aufzubauen. Falsch ist es aber, deswegen gleich ganz vom SSD-Einsatz abzusehen. Denn bei richtigem Vorgehen lassen sich die Performance-Vor­teile der SSDs ohne weiteres auch wirtschaftlich effizient realisieren.

Wenn Unternehmen die hohen Preise der SSDs ins Spiel bringen, haben sie meist eine falsche Storage-Strategie. Es kommt nämlich nicht darauf an, eine Grundsatzentscheidung zu fällen, also nur SSDs oder alternativ gar keine SSDs einzusetzen, sondern eine Storage-Lösung zu wählen, die maximalen Nutzen bringt. Dieser ist dort gegeben, wo schnelle Speicher tatsächlich die Anwendungen beschleunigen. Konkret heißt das, dass die SSDs gezielt da eingesetzt werden müssen, wo Anwendungen sehr häufig Daten lesen und schreiben, also für Aufgaben mit intensiven I/O-Opera­tionen. Hier und nur hier verschaffen SSDs einen nutzbaren Performance-Gewinn.

Die Geschichte vom Krokodil im Abwassernetz kann noch so oft widerlegt werden, sie wird trotzdem gern weitererzählt, genausi wie die IT-Le­gen­de, dass Flash-Speicher (SSD) ein Storage-System teuer machen.
Die Geschichte vom Krokodil im Abwassernetz kann noch so oft widerlegt werden, sie wird trotzdem gern weitererzählt, genausi wie die IT-Le­gen­de, dass Flash-Speicher (SSD) ein Storage-System teuer machen.
Foto: Mammut Vision - Fotolia.com

Für seltene Lese- und Schreib-Operationen reichen preiswertere Platten dagegen völlig aus. Hier können SSDs den Anwendungen nicht mehr Performance verschaffen. Eine Storage-Strategie darf daher nicht nur auf eine einzige Technologie setzen, sondern muss eine an die jeweiligen Anforderungen angepasste Mischung aus Flash- und Plattenspeichern verwenden.

Dieses Prinzip ist auch bei den Flash-Speichern selbst zu beachten: Anwender sollten schreiboptimierte Single-Level-Cell (SLC)-SSDs und leseoptimierte Multi-Level-Cell (MLC)-SSDs ganz gezielt einsetzen; beide unterscheiden sich hinsichtlich Performance, Lebensdauer und Kosten. Bisher nutzen die meisten Flash-Shared-Storage-Lösungen nur die teuren SLC-SSDs; demgegenüber haben MLC-SSDs bei geringeren Kosten eine höhere Kapazität, aber eine geringere Lebensdauer. Eine intelligente Lösung benötigt nur so viele SLC-SSD, um die für eine bestimmte Anwendung anfallenden Schreiboperationen zu bewältigen. In der Praxis verwenden SSD-Anwender immer wieder teure Komponenten, die unterm Strich jedoch keine Anwendungs-Performance bringen - um sich dann über die Kosten zu wundern.

Durch den gezielten Einsatz von SSDs lassen sich die Kosten der Gesamtlösung in Grenzen halten. Auch wenn die einzelnen SSDs noch teurer als Platten sind, ist eine mit SSDs auf individuelle Anforderungen abgestimmte Storage-Lösung so auch eine betriebswirtschaftlich effiziente Gesamtlösung. Alles andere gehört in den Bereich der Krokodile und Vogelspinnen. (rw)

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