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26.08.2013 - 

Der CP-Querschläger

Das lange Sterben des Fachhandels

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
"Der Platz hier", sagt der "CP-Querschläger", "würde nicht ausreichen, um alle Gründe für ein Händler-Sterben aufzuzeigen." Zumal die Distributoren von den Problemen eines Fachhändlers nicht den Hauch einer Ahnung hätten.

Der Tech-Data-Chef von Deutschland, Michael Dressen, hat unlängst ein "großes Händlersterben" durch Big Data prophezeit. In einer Umfrage wollten wir daraufhin wissen, wie Sie zu dieser These stehen (--> zu den Ergebnissen der Umfrage). Unser schreibender Fachhändler, der "CP-Querschläger" hat zu diesem Thema natürlich auch etwas zu sagen.
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"Früher haben die Distributoren die Flächenmärkte umworben, jetzt die Online-Händler. Und der stationäre Handel stirbt daran."
"Früher haben die Distributoren die Flächenmärkte umworben, jetzt die Online-Händler. Und der stationäre Handel stirbt daran."
Foto: Michal Osmenda / Wikipedia

Ob Big Data, Cloud, Amazon, Grauimporte, Ausschreibungs- und Projektmauscheleien, Steuerbetrug und Werksverkauf über private eBay-Accounts oder CE-Regelungen zum Nachteil der Kleinunternehmen – der Platz hier würde nicht ausreichen, um die wichtigsten Gründe für ein Händler-Sterben aufzuzeigen. Und die individuellen, händlerseitigen Mängel wie Unterfinanzierung oder überdimensionierte Firmenwagen sind noch nicht einmal berücksichtigt.

Vor zwei Jahren, als es in einer Diskussionsrunde auf dem Tech-Data-Forum um die Zukunft des stationären Handels ging, war kein einziger Teilnehmer dabei, der den Hauch einer Ahnung hatte, vor welchen Herausforderungen ein Fachhändler mit klassischem Ladengeschäft steht. Ob Tech-Data-Chef Michael Dressen oder all die anderen: Sie redeten über Dinge, die sie nur peripher tangieren. Ähnlich wie in der Politik, wo über Flutopfer-Hilfe am gedeckten Tisch entschieden wird und fremden Spekulanten schneller und üppiger geholfen wird als abgesoffenen Kleinstädten.

Warum jetzt allerdings Big Data das große Problem des Fachhandels sein soll und nicht etwa die überzogenen Einkaufspreise von Tech Data, Ingram Micro & Co., das kann tatsächlich nur ein Manager erklären. Beispielsweise warum der Hersteller-UVP bei Samsung, HP, Brother oder Canon immer öfter unter dem EK des Händlers liegt. Für den Kunden bleibt Amazon, für den Händler Kopfschütteln.

Die Distributoren üben sich derweil in Verbalakrobatik und beten ihre PowerPoint-Folien auswendig herunter. Ab und zu fällt dabei das Wort "Fachhandelstreue" – häufig kurz nachdem stolz die Umsätze mit Amazon präsentiert wurden.

Aber der Distributor an sich war schon immer so. Früher wurden die Flächenmärkte umworben, jetzt sind es die Online-Händler. Bezahlt haben es immer die Fachhändler mit Extra-Zuschlägen, Lieferkosten und miesen Preisen. Unterstützt hat uns noch niemand, weder die Politik noch irgendein Vorstand – und daran stirbt der Handel.

Mein Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass die Politik den stationären Handel schützt. Denn seit dem Altertum gilt: ohne Handel keine Städte! Wir sterben nicht allein!

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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