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25.07.2003 - 

Kolumne

"Das Leben ist schön ..."

Christoph Witte Chefredakteur CW

... zumindest dann, wenn man ein so stabiles Monopol geschaffen hat wie Microsoft. Wie gewohnt liegt das Quartals- und Jahresergebnis weit über dem Branchendurchschnitt. Während IBM nur einen vorsichtigen Ausblick wagt und die SAP sich weigert, eine Umsatzschätzung für das Gesamtjahr abzugeben, hebt Microsoft die Prognose für das neue Jahr an - und das zu Beginn des ersten Quartals. Was sehr mutig ausschaut, ist dank des neuen Abrechnungsverfahrens Licence 6, mit dem Microsoft praktisch ein Mietmodell für seine Software eingeführt hat, allerdings auch sehr viel leichter zu realisieren als mit dem normalen Software-LizenzVerkauf.

Auch dank der 49 Milliarden Dollar Cash-Reserven strotzt das Unternehmen wieder vor Selbstbewusstsein. Allen voran strahlt CEO Steve Ballmer, der die Company durch die letzten, für Microsoft-Verhältnisse schweren Jahre geführt hat. Sie waren geprägt vom Monopolprozess, einem missglückten Start in den Markt für Spielekonsolen und der Auseinandersetzung mit Sun über Java. Nicht dass sich die Probleme jemals gravierend auf das Ergebnis ausgewirkt hätten - da waren Office und Windows vor. Doch jetzt, wo der Monopolprozess zu den Akten gelegt ist, das Geschäft mit der X-Box anläuft und der Streit um die Auslieferung von Java mit Windows ebenfalls ausgestanden zu sein scheint, kehrt Microsoft zu alten "Tugenden" zurück. Es wird in Redmond wieder heftigst am Ausbau der eigenen Vormachtstellung gearbeitet. Die Vermarktungskampagne für das Betriebssystem Windows Server 2003, die weltweit praktisch nicht zu übersehen ist, reicht als Beispiel dafür wohl aus. Diese Software, in die vom Web- über Applikations-Server bis hin zu Netzwerk-Routern und Spiele-Schnittstellen so viel wie nie zuvor integriert ist, unterstreicht Microsofts Anspruch, vom PDA bis hin zum 64-Bit-Intel-Server der vorherrschende Betriebssystem-Lieferant zu sein.

Die Wachstumsschwäche der anderen Player stärkt Microsoft zusätzlich. Durch Licence 6 hat es außerdem den Ausstieg aus dem zyklischen und sehr konjunkturabhängigen Lizenzgeschäft eingeleitet. Wo liegt die Schwäche dieses Unternehmens, das im Sinne des eigenen Wachstums so vieles richtig macht? Außer einer gewissen Überheblichkeit und einer möglichen (bislang übertrieben dargestellten) Gefährdung des Windows- und Office-Geschäfts durch Open-Source-Software fällt ei-nem wenig ein, was das Monopol des Softwaregiganten gefährden könnte.