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19.03.1999 - 

Kolumne

"Das Linux-Gespenst"

Ein Gespenst geht um im IT-Land - das Linux-Gespenst. Die Ähnlichkeit der Formulierung mit dem ersten Satz des Kommunistischen Manifestes ist nicht zufällig. Schließlich wohnt auch der Idee der Entwickler um den Finnen Linus Torvalds - ein kostenfreies Betriebssystem für alle zur Verfügung zu stellen, an dem fortwährend eine Schar altruistischer Programmierer entwickelt - eine gehörige Portion Sozial- oder besser gesagt Technikromantik inne. Während die Einführung des Kommunismus allerdings nie über den "real existierenden Sozialismus" hinausgelangte, hat das Linux-Modell bisher ausgezeichnet funktioniert. Nach Einschätzung verschiedener Marktforscher ist es neben NT das Server- Betriebssystem mit den größten Zuwachsraten. Und die Entwicklung des Systems macht Riesenfortschritte. Die Linux-Programmier- gemeinde bastelt in bewährtem Basar-Stil an weiteren Verbesserungen (siehe Seite 17).

Und ähnlich wie der Kommunismus jagt Linux den kommerziellen Anbietern eine gehörige Portion Angst ein. Doch sie verteufeln die Bewegung nicht, sie beteiligen sich. Oracle, Informix, SAP, IBM, Compaq, Sun und HP - um nur einige zu nennen - springen auf den Zug auf und bieten Linux auf ihren Rechnern vorinstalliert an oder haben entsprechende Versionen ihrer Datenbanken beziehungsweise Applikationen für das freie Betriebssystem angekündigt.

Dabei ist wohl nicht zu befürchten, daß all diese eisenhart auf Gewinnsteigerung ausgerichteten Unternehmen plötzlich den Shareholder-Value vergessen. Ihre Beteiligung an der Linux- Bewegung hat vor allem einen Grund: Linux soll das Gegengift gegen die Omnipräsenz von Windows werden. Das Problem dabei ist das gleiche wie weiland bei Unix. Die Geschäftsinteressen der Hersteller werden entweder inkompatible Linux-Derivate entstehen lassen oder die Dynamik und Schnelligkeit der Entwicklung wird durch offiziöse Standardisierungsgremien so stark gebremst, daß Microsoft genügend Zeit bleibt, den "Industriestandard" Windows bis in den letzten Winkel der IT-Gemeinde durchzusetzen. Für den Anwender allerdings bleibt ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Wie auch immer sich das Gespenst Linux materialisiert, die Preise für Software sinken. Bleibt nur noch eins zu sagen: Linux-Fans aller Länder, vereinigt Euch.