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30.10.2006

Das Linux-Softwareangebot legt wieder zu

Die Anbieter richten sich auf zunehmende Nachfrage aus dem Mittelstand ein.

Von CW-Redakteur Ludger Schmitz

Die Linuxworld 2006

Die Konferenzmesse Linuxworld findet in diesem Jahr vom 14. bis 16. November erstmals auf dem Messegelände Köln statt. "Big Names" der IT-Branche dominieren im Gegensatz zu früheren Jahren der Ausstellung nicht mehr mit Großständen, auf denen ihre Partner kaum auffallen. Stattdessen sind viele, auch kleinere Softwarehäuser selbständig vertreten.

Details zur Linuxworld finden Sie unter www.linuxworldexpo.de. Diese Web-Seite bietet umfassende Informationen über Aussteller, Produktneuheiten, das Konferenz- und Seminarprogramm sowie Diskussionsrunden und Vorträge. Kostenlose Eintrittskarten gibt es bei vielen Ausstellern.

Alljährlich bringt das Marktforschungsunternehmen Nomina GmbH, München, zur Linuxworld seinen kostenlosen "Isis"-Katalog der Linux-fähigen Lösungen heraus. Er beruht auf einer Datenbank, in der sämtliche hierzulande bekannten Applikationen für das quelloffene Betriebssystem erfasst sind, und ist ein guter Indikator für diesbezügliche aktuelle Entwicklungen. So entstand im vergangenen Jahr in der computerwoche die Überschrift "Stagnation im Linux-Markt". 2005 hatte Nomina nur noch ein Plus von 6,7 Prozent Linux-fähigen Anwendungen erfasst, während es in den Jahren zuvor noch rund 28 Prozent gewesen waren.

Mehr los als bei Unix

Inzwischen ist wieder mehr Bewegung in den Markt gekommen. Für 2006 registriert Nomina ein Zehntel mehr Programme als im Vorjahr. Es gibt mehr als doppelt so viele Anwendungen für Linux wie zusammengenommen für die Unix-Derivate AIX von IBM, HP-UX von Hewlett-Packard und Solaris von Sun. Angesichts dieses Angebots - von der preisgünstigeren x86- und x64-Hardware einmal abgesehen - ist es nicht verwunderlich, dass Linux in erster Linie Unix verdrängt.

Dabei kommt die größte Marktdynamik von den branchenübergreifenden Programmen. Sie haben mit einem Plus von 12,7 Prozent noch einmal fast so stark zugelegt wie im Vorjahr. Die Zuwächse sind durch die verschiedenen Aufgabenstellungen hindurch gleichermaßen beachtlich. Ein erstaunlicher Ausreißer ist allerdings das Segment Dokumenten-, Knowledge- und Content-Management mit einem Plus von 53 Prozent auf 202 Lösungen.

Auffallend ist auch die Entwicklung bei den branchenspezifischen Programmen. Hier zählt Nomina in diesem Jahr einen Anstieg um neun Prozent auf 688 Anwendungen, während im letzten Jahr das Angebot stagniert hatte. Hier stehen die Bereiche Gesundheitswesen (54 statt 42 Offerten) und öffentliche Verwaltung/Verbände/Bildungswesen (128 statt 112) an der Spitze des Wachstums. Groß ist ferner das Angebot für die Medienbranche (53), die Industrie inklusive Bau und Handwerk (120), private Dienstleister (89) sowie Finanzinstitute (86).

Im Detail wird dabei sichtbar, was sich im vergangenen Jahr erstmals andeutete: Das Angebot richtet sich zunehmend an den Mittelstand. Die IT-Anbieter agieren häufig regional, und sie bieten das Hosting ihrer Lösungen - nicht selten gleich mit umfassendem Support nicht nur für Linux, sondern auch weitere Infrastruktursoftware wie Datenbanken, Office-, CRM- und Web-Anwendungen an.

Umgebungen werden einfacher

Der Mittelstands-Boom ist auch im Segment der Systemprogramme zu erkennen. Hier geht es eindeutig um die Vereinfachung der Linux-Anwendung und um Anteile bei der Entwicklung und Umstellung von Anwendungsumgebungen. So hat das Angebot für System-Management von 132 auf 146 Angebote zugelegt; bei Software-Entwicklungssystemen ist eine Zunahme von 179 auf 195 Offerten festzustellen.

Eine unveränderte Schwäche weist das Linux-Angebot für technische Berechnungen, CAD und EDM auf. Nomina hat dieses Segment erstmals nicht mehr separat ausgewiesen. Hier fehlen immer noch Linux-fähige Ver- sionen der marktführenden Anwendungen. Sobald sie vorhanden sind, wird das ganze Add-on-Angebot nachziehen und für einen weiteren Linux-Boom sorgen. Wann es so weit sein wird, ist nicht abzusehen.