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30.06.2009

Das neue Normal

Ein Satz von Martin Jetter, Chef der IBM-Deutschland, macht wirklich nachdenklich: "Wir müssen uns auf ein neues Normal einstellen", sagte er kürzlich in einem Gespräch mit einem hochkarätigen CIO. Das klingt nach weniger, nach leiser Wehmut, Sehnsucht nach den vergangenen fetten Jahren. Aber es hört sich auch etwas trotzig an, so als ob man auch mit diesem niedrigeren Niveau zurechtkommen werde. Für die IBM und die anderen Branchengrößen gilt das sicher. Aber was ist mit den Anwenderunternehmen? Wie wird sich dieses "neue Normal" für sie gestalten? Für welche Schwerpunkte werden Unternehmen ihre IT-Euros ausgeben? Das wiederum hängt von der Einstellung zur Informationstechnologie im Topmanagement ab. Unabhängig von Branchen und Firmengrößen schlage ich folgende Kategorisierungen vor:

Notwendiges Übel: Bei dieser Einstellung ist das "neue Normal" geprägt von Kosten-Management. Das Notwendige an Personal, Equipment und Dienstleistungen wird möglichst billig eingekauft, Qualität als etwas definiert, das gerade noch ausreicht, um die Aufgabe zu erledigen. Solche Unternehmen nutzen die Krise, um interne und externe Kosten weiter zu drücken. Strukturell werden sie ihre IT nur verändern, wenn es Kosteneffekte bringt.

(Manchmal) nützliches Werkzeug: In diesen Unternehmen verhält sich die Führungsriege gegenüber der IT ambivalent. Zwar finden Topmanager ihre iPhones oder BI-Management-Cockpits ganz super, aber im Zweifelsfall glauben sie, auf fortgeschrittene IT verzichten zu können. Das "neue Normal" dürfte daher umrissen sein durch eine Nachahmer-Attitüde mit latentem Hang zu Managed Services. Nach dem Motto: Wenn mein Unternehmen schon Mainstream-IT macht, dann mit weniger IT-Fertigungstiefe.

Strategische Waffe: Das Topmanagement dieser Unternehmen ist überzeugt, dass IT hilft, ihre Produkte und Services gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren. Keineswegs blauäugig nutzt die Führungsriege die Krise, um einen neue Balance zwischen eigener IT und Dienstleistern zu finden – mit starker Tendenz zum Commodity-Outsourcing. In diesen Unternehmen ist das "neue Normal" gekennzeichnet durch einen klaren Blick auf die Leistung der IT für das gesamte Unternehmen.

Weitere Kommentare und Analysen finden Sie im Blog des Autors unter: www.wittes-welt.eu.