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09.11.1990 - 

Systemhaus bkt realisiert die DV-technischen Belange:

Das Ökoprojekt der Uni Kiel geht jetzt in die zweite Phase

Das im April 1988 gestartete Langzeitprojekt "Ökosystemforschung" läuft auf Hochtouren. Zusammen mit der Universität Hamburg, dem Plöner Max-Planck-Institut für Limnologie und dem Deutschen Wetterdienst in Quickborn erarbeitet die Universität Kiel Grundlagen zur Behebung von Umweltproblemen. Für die DV-technische Seite ist das Kieler Systemhaus bkt zuständig.

Als am 18. April 1988 der Startschuß zu dem groß angelegten Projekt "Ökosystemforschung im Bereich der Bornhöveder Seenkette" fiel, ahnte noch niemand, welche Schwierigkeiten die Realisation des computertechnischen Bereiches dieses Forschungsvorhabens mit sich bringen würde.

Ökosystemforschung ist ein relativ neuer Begriff in Biologie und Umweltschutz. Sie versucht, die vielschichtige Struktur und Dynamik von Biozönosen sowie Biotopen aufzuklären und Kriterien zu erarbeiten, die politisches und administrativen Entscheidungsträgern Hilfen an die Hand gibt, um Umweltprobleme zu analysieren und ihnen entgegenwirken zu können. Dazu sind langfristig konzipierte ökologische Untersuchungen notwendig.

Koordinierter Einsatz von Datenerfassungseinheiten

Für das Projekt "Bornhöveder Seenplatte", an dem rund 50 Wissenschaftler an 25 Lehrstühlen der Universitäten Kiel und Hamburg, das Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön sowie der Deutsche Wetterdienst in Quickborn arbeiten, mußten zunächst Voraussetzungen geschaffen werden, um Daten zu messen, zu sammeln und allen Beteiligten zur Auswertung zur Verfügung zu stellen. Es galt, Meßsysteme in eine einheitliche EDV- Konfiguration zu integrieren und bei voller Kompatibilität aller angeschlossenen Arbeitsstationen die Terminals über ein Netzwerk miteinander zu verknüpfen. Darüber hinaus mußte eine zentrale Datenbank geschaffen werden, in die alle am Gesamtprojekt Beteiligten ihre Einzelauswertungen eingeben, damit sämtliche Projektteilnehmer über eine aktuelle und zuverlässige Datenbasis verfügen .

Eine wesentliche Forderung des Bundes, der das Projekt mit jährlich fünf Millionen Mark fördert, und des Landes Schleswig-Holstein, das 7,5 Millionen Mark für drei Jahre zur Verfügung stellte, war es, die Kosten für daß EDV-System so niedrig wie möglich zu halten und bestehende Systemmodule zu nutzen und einzubinden. Heute sind 500 Sensoren auf einer Fläche von rund 40 Quadratkilometer verteilt, die im Untersuchungsgebiet "Bornhöveder Seenkette" über Widerstands-, Impuls-, Stromstärken- und Spannungsmessungen wichtige Daten zur Bilanzierung des Wasserhaushaltes, Erfassung der Energieflüsse und Quantifizierung der Flüsse ausgewählter Nähr- und Schadstoffe ermitteln.

Die Meßdaten werden von den Sensoren über Glasfaserkabel zu Konvertern geleitet und von dort zu drei zentralen Sammelcontainern, die auch untereinander durch Glasfaserkabel miteinander verbunden sind. Glasfasernetze haben den Vorteil, daß sie keinen Strom induzieren. Dadurch ist Sicherheit vor Blitzeinschlag gewährleistet. In den zentralen Containern sind je zwei Personal Computer des Typs AS 286 des Kieler Systemhauses bkt installiert. Ein PC dient zur Erfassung der Meßdaten, die im vollautomatischen Betrieb auf eine optische Platte übertragen werden.

Auf dem zweiten PC werden die Daten bearbeitet. Darüber hinaus steht für beide Arbeitsstationen ein Fileserver auf Basis des AS 286 zur Verfügung, der mit Novell Netware arbeitet und die Datenübertragung an den zentralen Fileserver im mittleren Container übernimmt.

Von hier aus werden die Daten zum Zentrallabor des "Projektzentrums Ökosystemforschung" in Kiel abgerufen. Über Datenfernübertragung läßt sich der PC im Zentrallabor mit den PCs in den Sammelcontainern verbinden. Auf diese Weise können Statusmeldungen einzelner Sensoren direkt abgerufen oder auch Grundzeitabstände der Messungen interaktiv verändert werden, wenn klimatische Umstände es erfordern. Die im Zentrallabor empfangenen Daten werden über ein TCIP-Gateway an den Zentralrechner Cray der Kieler Universität weitergeleitet, in die zentrale Datenbank übernommen und auf Magnetband archiviert. Damit haben alle Projektteilnehmer die Möglichkeit, aktuelle Daten abzurufen und individuell auszuwerten. In den Projektgruppen werden unterschiedliche Teilvorhaben durchgeführt, deren Ergebnisse im dreimonatigen Rhythmus wieder in die zentrale Datenbank eingelesen werden, um

sie allen Teilnehmern verfügbar zu machen.

Auch die Peripherie bei den Projektteilnehmern wurde komplett von bkt geliefert, darunter Scanner, Laserdrucker und Terminals für die grafische und kartografische Aufarbeitung der Daten inklusive der dafür erforderlichen Softwarepakete. Als Datenbankprogramm wird die Software Oracle " eingesetzt. Für die Datei-, Text-, Tabellen und Grafikverarbeitung kommen die Lotus-Programme Manuscript, Freelance, Lotus 1 2-3 zum Einsatz. Kartografische Aufarbeitungen erfolgen mit Arc Info. Darüber hinaus werden die üblichen statistischen Programme angewendet.

"Mit dem Software Engineering haben wir uns an der Grenze dessen bewegt, was technologisch überhaupt machbar ist" betont Heinz Balters, geschäftsführender Gesellschafter von bkt. "Um die geforderten netzwerkfähigen Installationen vorzunehmen, das problemlose Übertragen und Übernehmen von Programmen und die Übergabe an den Zentralrechner zu ermöglichen, mußten wir bei diesem Projekt teilweise ganz neue und ungewöhnliche Wege gehen."

In Kürze steht ein Systemwechsel an

Wie Wilhelm Windhorst wissenschaftlicher Sekretär des "Projektzentrums Ökosystemforschung" in Kiel, bestätigt stellte die Realisierung dieses Projektes hohe Anforderungen an alle Beteiligten in Wissenschaft und Wirtschaft

Inzwischen sind drei Viertel der Wegstrecke innerhalb der ersten Projektphase der bis zum Jahre 2000 angelegten Langzeitplans zurückgelegt. In Kürze wird es in die zweite Phase eintreten. Dabei ist auch geplant das zur Zeit verwendete Netzwerk und die umfangreiche Peripherie für die Datenerfassung und -aufbereitung gegen Systeme der neuesten Generation auszutauschen. Den Zuschlag für die Ausstattung der angeschlossenen Labors mit modernster Computertechnik soll ebenfalls

bkt erhalten.

Gabriele Butzke ist freie Mitarbeiterin der Kieler Werbeagentur

i.de Informationsservice.