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15.11.1996 - 

Zweiter IT-Trainingskongreß in Hannover

Das Online-Zeitalter läßt noch auf sich warten

Die zirka 200 Teilnehmer, Bildungs- und Personalverantwortliche sowie DV-Leiter, hatten die Qual der Wahl, aus vier parallel laufenden Workshop-Reihen die für sie geeigneten Veranstaltungen herauszusuchen. Plenumsreden und Podiumsdiskussionen ergänzten die Workshops ein festliches Abendprogramm rundete den Kongreß ab. Die Einzelveranstaltungen spiegelten inhaltlich und qualitativ den derzeitigen Diskussionsstand der Informationstechnologie im Training wider. Erfreulicherweise wurden die Workshops nicht nur von DV-und Multimedia-Dienstleistern gestaltet auch etliche praxiserfahrenene Anwender aus den Betrieben kamen zu Wort.

Beliebt bei den Teilnehmern waren auch Erfahrungsberichte und Workshops, in denen über die Kosten der Weiterbildung gesprochen wurde. Themen rund um das Online-Lernen, ob Telelearning im Internet oder Teleteaching, kamen ebenfalls gut an. Mit großen Erwartungen drängten sich zahlreiche Interessenten in einen Vortrag über "Die vier ,J' in der beruflichen Weiterbildung": Just in time, Just enough, Just the right way und Just where you like it. Die Microsoft-Referentin beschränkte sich jedoch mehr oder weniger darauf, technische und Marketing-Aspekte des Online-Lernens mittels des Microsoft- Online-Institutes zu nennen. Die angekündigten vier ,J' kamen nicht vor, und zu didaktischen und Qualitätsaspekten vermochte die Vortragende auch nichts zu sagen. Dafür erfuhren die Teilnehmer, daß die Schulungsunterlagen wegen der zur Zeit noch langsamen und teuren Leitungen bisher per Post zugeschickt werden.

Anwender stellen ihre Projekte vor

Hilfreiche Anhaltspunkte lieferte ein Vortrag, in dem der Kriterienkatalog der deutschen Automobilindustrie für den Einsatz von Lernprogrammen vorgestellt wurde. Immerhin verfügt diese Branche bereits über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet, der in Teilen durchaus übertragbar ist. Gleiches gilt für Banken und Versicherungen in weiteren "Themenshops" zeigten Vertreter der Dresdner und der Deutschen Bank auf, wie beim Multimedia-Einsatz Effizienzsteigerung und Kostensenkung verknüpft werden können.

Auch bei der Deutschen Bahn werden CBT-Programme, vor allem Simulationssysteme, bereits erfolgreich eingesetzt. Bahn-Weiterbildungs-Manager Lothar Hofmann stellte vor allem die Handlungskompetenz heraus, die gerade mit solchen Selbstlernmedien gefördert werden kann, und betonte, wie wichtig die Verknüpfung klassischer und multimedialer Lernwelten sei. Dabei ließ er sich auch kleine Attacken gegen die technisch und mediendidaktisch zurückgebliebenen Hochschulen und andere deutsche Bildungsstätten nicht nehmen. Ein anderer Workshop demonstrierte, wie mit dem Einsatz von CBT beim SAP-R/3-Anwendertraining ein größerer Nutzen erzielt werden kann.

Der Kongreß war insgesamt gut organisiert. In zahlreichen Veranstaltungen, wie auf der Qualifikation insgesamt, dominierten allerdings noch Folie und Overhead-Projektor. Wer über Multimedia spricht, weiß sich dieser Techniken offensichtlich nicht zwangsläufig zu bedienen.

Die Workshops waren - wie bundesweit üblich - Vorträge und ließen allenfalls Fragen der Teilnehmer zu. Eine erfreuliche Nachricht: Um den Teilnehmern mehr Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung zu geben, soll ab dem kommenden Jahr mehr Workshop-Atmosphäre geschaffen werden, so Heike Koslowski von Synergie. Den Anfang machten dieses Jahr SNI-Azubis, die an zehn PCs den Kongreßteilnehmern das Internet-Surfen zeigten.

*Ute Wolter ist freie Journalistin in Bensheim.