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30.09.1988

"Das OSF-Unix wird nicht das MVS der 90er sein"

Gespräch mit Georges Lepicard, Mitglied des Board of Directors der Open Software Foundation und Direktor der Abteilung Systems Architecture der Groupe Bull

* Der in der Unix-Welt wenig profilierte Anbieter IBM konnte seine Unix- Version AIX als Basis der OSF-Entwicklung durchbringen. Nun sind in der Stiftung Unternehmen vertreten, die auf eine wesentlich ausgeprägtere Unix-Erfahrung zurückgreifen können.

AIX ist den Mitgliedern wegen der Robustheit des Filesystems und weil es von vornherein für verschiedene Hardwarebasen entwickelt wurde, als beste Lösung erschienen. Die Originalversion von AT&T war wegen der Lizenzbedingungen untragbar.

* Wie will die OSF sicherstellen, daß im Interesse des gemeinsamen Standards die Lizenznehmer von Profilierungsversuchen Abstand nehmen?

Jedes Mitglied ist frei darin, seine auf OSF-Lizenzen basierenden Betriebssysteme zu tunen und mit eigenen Funktionen zu versehen. Was die Groupe Bull anbelangt, so wird sie sich an die Spezifikationen von X/Open halten.

* Die OSF hat sich einen Zeitrahmen von 18 Monaten bis zur Freigabe ihres ersten Produktes gesetzt. Halten sie diesen Zeitplan für realistisch?

18 Monate halte ich für einen engen Zeitplan.

* Unix weist Schwächen im Bereich der Transaktions-Verarbeitung und des Datenbank-Handlings auf. Wird das OSF-Unix in dieser Hinsicht Verbesserungen bringen?

Wir haben vor, entsprechende Softwaremodule in unser Produkt aufzunehmen und damit eine universelle Verwendbarkeit zu erreichen. Eine Rolle als "das" universelle Betriebssystem, wie sie MVS in den siebziger Jahren gespielt hat, wird Unix jedoch nicht spielen.

* Ist ein Beitritt von X/Open zur OSF zu erwarten? Oder machen sich die beiden Gremien Konkurrenz?

Eine Vereinigung der beiden hat wenig Sinn, denn die beiden Körperschaften haben völlig unterschiedliche Aufgaben. X/Open ist ein Standardisierungsgremium, das Vorschläge für Normungen ausarbeitet. Die OSF ist ein Softwareentwickler, der ein Produkt auf den Markt bringen will.