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10.07.1998 - 

Intel-CPU für Workstations und Server

Das Pentium-II-Xeon-Debüt wirft so manche Frage auf

Auf solche Geräte werden Anwender allerdings noch eine Weile warten müssen: Ein spät entdeckter Fehler in der Zusammenarbeit zwischen dem Vier-Wege-Chipsatz "450NX", bei dem betroffene Systeme überraschend und unvorhersehbar neu booten, muß zunächst behoben werden. Die dazu nötige Änderung am Microcode soll per Software-Patch möglich sein. "Am 17. Juli wollen wir die interne Evaluierung des Problems abgeschlossen und die Korrektur an unsere OEMs weitergegeben haben", versprach ein Intel-Sprecher im Rahmen der Xeon-Premieren-Pressekonferenz. Kleinere Server und Workstations mit dem Chipset "440GX" sind nicht betroffen.

Bei Abnahme von 1000 Stück kostet der Xeon mit 512 KB Level-2-Cache 1124 Dollar, die Ausführung mit 1 MB Cache ist mit 2836 Dollar fast dreimal so teuer (zum Vergleich: Pentium Pro 200 Megahertz: 1035 Dollar/2675 Dollar). Grund: Die Bausteine für den Level-2-Cache des Xeon sind wegen der mit dem Prozessoren identischen, hohen Taktrate so kompliziert, daß Intel sie selbst herstellt. Dabei fällt soviel Ausschuß an, daß der enorme Preisunterschied zustande kommt. Ab September 1998 soll dann eine noch leistungsfähigere Version mit 450 Megahertz Taktfrequenz und 2 MB Cache für satte 3700 Dollar erhältlich sein.

Ob Intel es mit dem Xeon schafft, tiefer in den Bereich des Enterprise Computing vorzudringen, hängt aber nicht allein vom Prozessor ab. Weitere Voraussetzungen sind ein Chipset für mehr als acht Wege (soll auf Basis der zugekauften Technik von Corollary in der ersten Hälfte 1999 auf den Markt kommen) sowie eine Version von Windows NT, die mit mehr als vier Prozessoren sinnvoll umgehen kann.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum der Xeon deutlich früher als geplant auf den Markt kommt, während sich gleichzeitig die kommende Prozessorgeneration "IA 64" (Codename Merced) verspätet. Der renommierte "Microprocessor Report" zweifelt an Intels Begründung, daß langwierige Tests und Prüfverfahren das Erscheinen des Merced verzögerten. Diese Erklärung erscheine angesichts der Erfahrungen von Intel und Partner Hewlett-Packard bei der Chipherstellung "äußerst unwahrscheinlich".

Viel wahrscheinlicher ist folgendes: Intel braucht dringend ein neues Produkt mit hohen Gewinnmargen, um sein Geschäft wieder anzukurbeln. Vor allem der Boom mit Billig-PCs macht dem Chipkrösus zu schaffen, weil hier die Konkurrenz (AMD, Cyrix, IDT) den Rahm abschöpft, wohingegen der Cache-kastrierte Pentium II "Celeron" durchweg schlechte Kritiken erntet.

Bei deswegen sinkendem Gesamtumsatz (von 6,4 auf sechs Milliarden Dollar vom ersten zum zweiten Quartal 1998) hat sich die Zahl der fest angestellten Intel-Mitarbeiter von früher 52 000 auf jetzt 65 000 erhöht; mithin sinkt der Pro-Kopf-Umsatz. Nun sieht sich die Company von CEO Craig Barrett zu drakonischen Maßnahmen gezwungen, in der vergangenen Woche wurde etwa die zeitweilige Schließung zweier Fertigungsstätten (1700 Mitarbeiter) für neun Tage beschlossen. Eine neue Cash-cow in Gestalt des hochpreisigen Xeon ist daher sicher mehr als willkommen.

XEON

"anfangs 400 Megahertz Taktfrequenz

"512 KB oder 1 MB Level-2-Cache, ebenfalls mit vollem Prozessortakt (Pentium II: halbe Taktrate)

"100 Megahertz Systembus

"Fehlerkorrektur (Error Checking and Correction = ECC)

"thermischer Sensor zur Überwachung der Betriebstemperatur

"System-Management-Bus