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19.08.1983 - 

Die besten Renditen werden im CADCAM-Sektor, Textverarbeitungs- und Minicomputerbereich erzielt:

Das Phänomen IBM ist schwer begreiflich

MAIDENHEAD (nw)-Der Computermarkt wird beherrscht durch ein Unternehmen- IBM. Sein Management schaffte es im vergangenen Jahr, 65 Prozent der in der Branche insgesamt erwirtschafteten Gewinne abzusahnen, 41 Prozent des gesamten Umsatzvolumens zu tätigen, innerhalb von 18 Monaten im PC-Markt von null auf 20 Prozent Anteil zu kommen und sich trotz Größe durch Umstrukturierung immer wieder flexibel zu halten. Doch auch neben einem solchen Giganten existieren noch weitere Riesen, die das Marktforschungsunternehmen Xephon Technology Transfer Ltd. in seinem Bericht über die "Top American Computer Companies Compared" unter die Lupe genommen hat (CW Nr. 33 vom 12. August 1983. Seite 1)

Insgesamt verzeichneten die 100 größten US-Unternehmen der Branche einen Gesamt-DV-Umsatz in Höhe von 78,2 Milliarden Dollar, das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. 1982 ist die Umsatzhöhe, um zum Club der Top-100 aufzusteigen, um 21 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei 70,1 Millionen Dollar. Damit stellt Cipher Data im vergangenen Jahr das Schlußlicht. Insgesamt wanderten dabei 70 Prozent der Einnahmen auf die Konten von nur zehn Herstellern. In dieser elitären Top-Ten-Gruppe tummeln sich fünf Mainframe-Hersteller, ein auf Endbenutzer-Peripherie spezialisiertes Unternehmen und ein OEM-Hardwareanbieter. Bei letzterem handelt es sich um die Control Data, die 1981 ihr Geld noch vorwiegend mit dem Verkauf von Großcomputern verdiente.

STC im Milliarden-Club

1982 schafften es von den Top-Hundert immerhin 83 Unternehmen, Umsätze von 100 Millionen Dollar und mehr auszuweisen. Im Jahr davor waren es nur 74. Im Milliarden-Dollar-Club wurde ebenfalls ein neues Mitglied aufgenommen, die Storage Technology. Ansonsten blieben die gleichen Gesellschaften wie 1981 im Großverdiener-Verein.

Im vergangenen Jahr verdoppelten sieben Unternehmen ihren Umsatz, 1981 waren es vier. Überrascht zeigen sich die Analysten davon, daß vier von den sieben Verdopplern, Tandon, Convergent Technologies, Televideo und Cipher Data auf die Herstellung von OEM-Hardware spezialisiert sind, während nur zwei Unternehmen Mikrocomputer anbieten. 1981 waren noch alle vier Umsatzdoppler Mikrocomputerhersteller. Das siebte Unternehmen, Motorola, ist auf Datenkommunikation spezialisiert.

Erfreulich ist auch, daß 1982 nur sechs Unternehmen weniger Einnahmen melden mußten, im Jahr zuvor waren es noch acht. Unter den 20 Unternehmen am unteren Ende der Umsatzzuwachsraten befinden sich vier Mainframer, vier Minicomputeranbieter, sechs Peripheriehersteller, vier Software-/Dienstleistungsunternehmen sowie je ein CAD/CAM- und Medienspezialist. Allerdings gehören vier dieser "Langsamtreter" zu den oberen Zehn der Umsatzstärksten: Honeywell, Sperry, NCR und Control Data.

Zum ersten Mal legten 1982 die DV-Umsätze im Ausland mehr zu als in den USA: 21 gegenüber 18 Prozent. In der Liste der 20 in anderen Ländern am erfolgreichsten operierenden Unternehmen befinden sich sieben, die nicht zum ersten Fünftel der Xephon-Tabelle gehören: C. Itoh, Tektronix, Prime, Datapoint, Apple, Management Assistance und Triumph Adler. Andererseits sind viele der Top-Twenty in fremden Märkten nicht so erfolgreich wie daheim: Xerox, TRW, Automatic Data Processing, Data General, Tandy, Texas Instruments sowie Electronic Data Systems. Nur neun Unternehmen setzen im Ausland mehr als 400 Millionen Dollar um, während diese Marke in den USA von 21 geschafft wird. Fünf der Top-100 verdienen mehr als 50 Prozent ihrer Einnahmen im Ausland, 1981 waren es drei weniger.

Da es am besten möglich sei, Produkttypen über den Preis zu klassifizieren, haben die Xephon-Forscher sich entschieden, 15 000 Dollar als Grenze zwischen Mikro und Mini anzusetzen und 250 000 Dollar als niedrigsten Preis für eine Mainframe-Installation zu wählen. Insgesamt haben alle Systeme 36,302 Milliarden Dollar erzielt, 21 Prozent mehr als im Vorjahr und 46 Prozent der Einnahmen von den DV-Unternehmen. Die Systeme wurden von 56 Firmen hergestellt.

Wertmäßig liegen die Mainframeverkäufe mit 19,5 Milliarden Dollar an der Spitze, gefolgt von den Minis mit 11,9 Milliarden, den Mikros mit drei Milliarden und den Textverarbeitungsgeräten mit 2,4 Milliarden. Zusätzliche Peripheriegeräte, wie OEM-Hardware und Datenkommunikation, kamen auf 15,5 Milliarden, 20 Prozent aller DV-Umsätze der Top-100. Der Softwareanteil stieg von 3,5 Milliarden 1981 auf 4,6 Milliarden im vergangenen Jahr.

Die Umsatzwachstumsrate bei den Mainframernbeschleunigten sich um fast 100 Prozent (1981 plus 10,3 Prozent, 1982 plus 19,5 Prozent). Dagegen fielen die Umsatzwachstumsraten der Minicomputerhersteller weiter um 6,6 auf 13,9 Prozent. Die Einnahmen der Mikrocomputeranbieter stiegen weiter sehr schnell, doch gegenüber den vorangegangenen Jahren etwas gemäßigter (77,2 nach beinahe 100 Prozent). Die Zuwachsraten der Textverarbeitungshersteller gingen dagegen fast dramatisch zurück von 82,4 Prozent 1981 auf 22,7 Prozent im Jahr 1982.

Big Blue erntet

IBM streicht auch weiterhin den Löwenanteil am Gewinn der Branche ein. Fast ein Drittel der insgesamt in der Branche erwirtschafteten Erträge wanderten in die Tresore der Armonker. In der Produktivität rangiert das Unternehmen mit 23 Prozent an zweiter Stelle hinter Shared Medical Systems mit 24,7 Prozent.

Den Spezialfall IBM ausgenommen, fallen die am meisten profitabel arbeitenden Unternehmen in den CAD/CAM-Sektor, Textverarbeitungs- und Minicomputerbereich. Schlechte Renditen erzielen dagegen Datenkommunikations-, OEM-Hardware-, End-User- Peripherie- und Mikrocomputeranbieter.

Zum ersten Mal seit vier Jahren überstieg 1982 die Forschungs- und Entwicklungszuwachsrate (29,1 Prozent) die der DV-Umsätze um fast zehn Prozent. IBMs Ausgaben in diesem Bereich stellen 38 Prozent der gesamten Investitionen. F & E-Ausgaben werden den Marktforschern zufolge auch künftig solche Dimensionen annehmen müssen, denn das durchschnittliche Lebensalter von DV-Produkten betrage kaum noch drei Jahre und verkürze sich zudem mit jeder neuen Generation - die Angst der Hersteller vor Überalterung wachse.

Vor allem die Minicomputeranbieter investierten einiges in die Forschung. Sie fühlen sich der Untersuchung zufolge unter Druck gesetzt.