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08.11.1996 - 

Interview

Das Potential des 4004 war klar

CW: Herr Hoff, arbeiten Sie noch immer für Intel?

Hoff: Ich bin seit 1983 kein Angestellter von Intel mehr. Derzeit arbeite ich für eine kleine Consulting-Gesellschaft, Teklicon. Unsere Aufgabe besteht hauptsächlich darin, bei Patentstreitigkeiten als Gutachter aufzutreten. Als solcher habe ich einmal mit Intel zusammengearbeitet.

CW: Als Sie das Design des 4004 beendet hatten, haben Sie da das enorme Potential der Entwicklung sofort erkannt?

Hoff: Wir haben gleich gemerkt, daß es dafür viele Anwendungen geben wird. Und viele von uns Intel-Ingenieuren bedrängten die Firmenleitung, dieses Produkt anzukündigen. Es gab das Gerücht, daß andere an einer ähnlichen Entwicklung arbeiten und wir wollten natürlich die ersten am Markt sein.

CW: Wie waren die ersten Reaktionen?

Hoff: Enorm. Wir bekamen gleich zu Beginn über 5000 Anfragen, viel, viel mehr, als wir je zuvor mit unseren Speicherprodukten erzielt hatten. Im Mai 1972 hielten Stan Mazor und ich in den USA Seminare ab, der Andrang war ungeheuer.

CW: Dennoch dauerte es fast zehn Jahre, bis für Intel der große Durchbruch kam, als IBM 1981 seinen ersten PC vorstellte.

Hoff: Ja, selbst in Ingenieurskreisen wußte man lange nicht, daß es Mikroprozessoren gab, die man bei uns kaufen konnte.

CW: Wenn Sie noch für Intel arbeiten würden, hätten Sie dann die Entwicklung des 64-Bit-Chips schneller vorangetrieben?

Hoff: Die Diskussion um 64-Bit-Prozessoren dreht sich im Grunde darum, ab wann ich so etwas benötige. Die Fließkomma-Berechnungen arbeiten in der Regel alle mit 64 Bit. Die andere Frage ist die der Adressierbarkeit. Und da muß man sich fragen, ab wann man Prozessoren braucht, die mehr als 4 GB Speicher adressieren können. Bei heutigen Preisen zahlen Sie rund 20000 Dollar, bis Sie an diese Grenze stoßen. Andererseits sind viele der Berechnungen, die wir vornehmen, noch 16- oder 32-Bit-Anwendungen.