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04.04.2003 - 

Kolumne

"Das Primat der Betriebswirtschaft"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Geahnt haben muss es eigentlich jeder. Um ahnungslos zu bleiben, war in letzter Zeit zu häufig von IT-Controlling, Portfolio-Management und Return on Investment die Rede. Dabei sind diese Begriffe nicht einfach aus der Betriebswirtschaft entlehnt und mit spezifischen IT-Inhalten gefüllt worden, sie dokumentieren eindeutig, dass die IT nicht mehr in erster Linie von der Technik bestimmt wird, sondern von der Betriebswirtschaft. Es sind vor allem ökonomische Kriterien, denen die Informationstechnik in Unternehmen heute gerecht werden muss. Dass die Systeme technisch aktuell und ihre Leistungen jederzeit verfügbar sind sowie den Anforderungen der Fachabteilungen entsprechen, wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

Dieses betriebswirtschaftliche Primat braucht niemanden bedenklich zu stimmen. Im Gegenteil - endlich nehmen Unternehmen IT so wichtig wie die Produktion, das Marketing oder den Vertrieb, die einzig und allein betriebswirtschaftlichen Betrachtungen unterworfen sind.

Problematisch sind dabei allerdings die Kommunikationsschwierigkeiten, die differierenden Wertvorstellungen und das daraus resultierende Misstrauen zwischen IT und Business. Zunächst muss eine gemeinsame Sprache zwischen den Parteien gefunden und Transparenz geschaffen werden. Dabei steht Letztere ganz oben auf der Prioritätenliste der Business-Seite: Wofür, mit welchem Ziel und zu welchem Nutzen gibt die IT das sauer verdiente Geld des Unternehmens eigentlich aus? Wohlgemerkt: Hier geht es nicht um das Nützlichkeitsversprechen, sondern um nachgewiesene Vorteile. Die IT muss beweisen, dass ihre Investitionen etwas bringen, und zwar nicht nur im Sinne der Kapitalrendite (RoI). Ein Instrument übrigens, das Wirtschaftswissenschaftler selbst nicht für tauglich halten, fortlaufende Prozesse zu untersuchen, weil die Return-on-Investment-Analyse als rein statische Betrachtungsweise gilt.

Die Diskussion über die Kriterien, die den Nutzen definieren, sollte die IT anstoßen und aktiv führen. Dabei darf es nicht nur um die Vorteile von IT-Investitionen gehen, die bekanntlich nur einen kleinen Teil des gesamten Budgets ausmachen. Die Nutzenbetrachtung muss für die gesamte IT gelten - auch für ihren Betrieb.

Viele CIOs haben bereits erkannt, wie wichtig die Nutzendiskussion unter dem Primat der BWLer ist (siehe Seite 32). Sie wissen auch, was passiert, wenn es nicht gelingt, den Wertbeitrag der IT nachzuweisen. "Dann", formulierte ein CIO während einer Podiumsdiskussion in München, "können wir uns gleich als Exponat für die Körperwelten des Professor Gunther von Hagen bewerben."