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05.06.1998 - 

Bis zur Fußball-WM

Das Problem 2000 ist weltweit mit Abstand DV-Thema Nummer eins

Für ihren 2000 Seiten starken "Worldwide Benchmark Report 1997" hat die Meta Group 1100 Unternehmen aus 42 Ländern befragt. Wie in jedem Jahr wurden Anwender aufgefordert, die wichtigsten Aufgaben zu nennen. Bessere Anpassung der IT an Geschäftstätigkeiten der Unternehmen ist seit Jahren ein Topthema, das Problem 2000 erreichte die Spitze der Dringlichkeitsliste mit einem Sprung von Platz 20 Anfang 1997.

Auf einer Prioritätenskala von 1 (sehr hoch) bis 10 ereichte das Problem 2000 einen Wert von 3,8. Nicht nur in den USA, sondern auch in den meisten anderen Ländern ist es stark in den Vordergrund gerückt. Es folgt das "Business Alignment" mit rund 4,4 Punkten.

Unerwartet kam für die Marktbeobachter die hohe Bewertung des Fachkräftemangels. Besonders US-Unternehmen bereitet die Personalnot Kummer. Firmen in anderen Ländern sehen die Notwendigkeit von Kostensenkung und Produktivitätssteigerung als größeres Problem.

Analyst Howard Rubin, Organisator der Meta-Group-Untersuchung, sieht sogar folgenden Trend: "Aufgrund von Personalmangel werden qualifizierte Fachkräfte von geschäftskritischen Jahr-2000-Projekten abgezogen." Viele Anwender bewegten sich nur noch zwischen den Polen Jahreszahlen-Umstellung und Personalmangel.

Für Fortbildung kaum was übrig

Gleichzeitig ist die Trainingsrate auf einem neuen alarmierenden Tiefpunkt angekommen. 1997 erlebten die Mitarbeiter nur noch 8,5 Fortbildungstage pro Jahr. Drei Jahre zuvor waren es noch zwölf Tage gewesen. Quasi im Gegenzug greifen insbesondere US-Unternehmen zum Outsourcing, ein ungebrochener Megatrend. 26 Prozent von ihnen lagern von Projekt zu Projekt die Applikations-Entwicklung aus, über 20 Prozent auch Netzwerk-Management und Rechenzentren.

Laut Luis Praxmarer, Geschäftsführer der Meta Group Deutschland, hat das Personalproblem auch hierzulande "massiv an Wichtigkeit gewonnen". Den ebenfalls zu erkennenden Rückgang der Fortbildung kommentiert er als "sehr bedenklich". Das sich ergebende Defizit an qualifizierten Fachkräften könne dann in der Tat "oft nur durch gezieltes Outsourcing und/oder Zukauf von punktuellem Know-how ausbalanciert werden".

Geradezu explodiert ist nach Angaben der US-Unternehmen ihre Produktivität in der Software-Entwicklung. Gemessen in 1000 Programmierzeilen (KLoC) pro Jahr und Person stieg sie in nur zwölf Monaten von 4 auf 7,7. Der globale Mittelwert liegt allerdings bei 10,9 KLoC. Personalmangel und drohendes Outsourcing zwingen die Programmierer, noch schneller zu entwickeln.

Gleichwohl konnten US-DV-Spezialisten im selben Zeitraum ihre Führungsposition in Sachen Softwarequalität noch einmal ausbauen. Die Fehlerrate pro KLoC beträgt jetzt 1,69. Jenseits von Rio Grande, Pazifik und Atlantik gibt es im Durchschnitt 5,23 Fehler pro Line of Code. Deutschland steht mit einem Wert von 2,2 ganz gut da.