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05.03.1982 - 

Unter MVSXA werden sich Neuerungen von unbekanntem Ausmaß ergeben:

Das Problem der 3081 ist sieben Jahre alt

REINACH - IBM schickt die 3081-Kunden auf den gleichen Leidensweg wie schon die Anwender der Multiprozessorsysteme 158, 168 und 3033. Dies jedenfalls meint Fritz Nussbaumer*. Es sei weder ihm, der Benutzer dieser Gruppe als "Advisory Systems Engineer" von IBM betreute, noch seinen Kunden je gelungen, bei den IBM-Laboratorien ein offenes Ohr für die Probleme der MP-Systeme zu finden. Nussbaumer hat einige Tips parat.

Der dyadische Prozessor IBM 3081 ist von der Software-Architektur her gesehen ein ganz normales Multiprozessor-System, wie die 3158-MP, 3168-MP oder 3033-MP, wenn sie unter OS/MVS betrieben werden. Dabei entspricht die Leistungsfähigkeit der IBM 3081 etwa der einer 3033MP.

Die Betonung muß auf Software-Architektur liegen, denn bei allen anderen Voraussetzungen bietet die 3081 keinen der Vorteile, wie sie beispielsweise einer 3033-MP eigen sind:

- Betriebsmöglichkeit als zwei Einzelprozessoren mit beliebiger Zuteilung des Hauptspeichers;

- dynamisches Zu- und Abschalten eines Prozessors zur Wartung und zur Fehleranalyse.

Das Problem ist, daß pro Task immer nur eine CPU arbeiten kann. Wenn auf einem Single-Prozessor eine Parallelität von zum Beispiel zehn Tasks nötig ist, um den Prozessor auszulasten, so braucht es für den Multiprozessor eben zwei mal zehn Tasks. (Die IMS-Control-Region ist zum Beispiel in diesem Sinne schon mehrmals verbessert worden, könnte aber immer noch eine größere Arbeitsparallelität vertragen.)

Wenn ein Single-Prozessor den zugeordneten Disk-Pool bereits auslastet, so bringt die zweite CPU eine Verlangsamung des MP-Systems, da eine gegenseitige Störung der Systeme mit der IBM/370-Software sogar forciert wird.

Die zwei CPUs können sich bei unqualifizierter Kanal-Aufschaltung auf die Kontrolleinheiten der Magnetplatten einen regelrechten Kampf um die Zugriffswege liefern. Sollte es den Vätern von MVS/XA eingefallen sein, die Schaltung der Kontrolleinheiten zu den Kanälen dem MVS richtig bekanntzugeben, so könnte hier eine Lösung sichtbar werden.

Eine mögliche Lösung:

1.) Hauptspeicher

Die Leistung eines 3033-Single-Prozessors kann mit einer 3081 bei gleicher Hauptspeichergröße nicht erhöht werden, da sich die zwei CPUs den Hauptspeicher streitig machen. Folgende Regel ist anzuwenden:

Die Leistung der zweiten CPU ist erst dann ausnutzbar, wenn für den Multiprozessor mindestens 50 Prozent mehr Hauptspeicher zur Verfügung stehen, als dies für die Auslastung einer CPU nötig wäre.

Wenn also eine 3033-UP mit 16 MB Hauptspeicher ersetzt wird durch eine 3081, so müssen mindestens 24 MB Hauptspeicher vorgesehen werden, damit die 3081 ihre Leistung bringen kann.

2.) Kanäle und Magnetplatten

Auch hier muß gelten, was für den Hauptspeicher gilt. Es nützt nichts, eine 3033-UP mit einer 3081 mit gleich viel Kanälen und Kontrolleinheiten zu ersetzen.

Wenn die 3033-UP den I/O-Pool bereits auslasten konnte, so braucht die 3081 nicht nur zusätzliche Kanäle, sondern vor allem auch zusätzliche Kontrolleinheiten für die Magnetplatten.

3.) Performance-Analysen

Die einfachste und billigste Art, eine 3081 in den Griff zu bekommen, besteht in folgendem Vorgehen:

- Die Statistik-Werte, die RMF liefert, müssen täglich durchgesehen werden. Wenn Werte festgestellt werden, die den Vorstellungen nicht entsprechen, so ist dafür eine logische Erklärung zu finden.

- Sonst innerhalb einer solchen Periode für zirka eine Minute GTF (Generalized Trace Facility) mit den Parametern TRACE = SIO, IO aktivieren.

EDIT für SIO = IO

Die ausgewiesene Anzahl von DEVICE BUSY- und SIO-Operationen mit DEVICE BUSY- und I/O-Interrupts mit DEFERED CONDITION BUSY gibt Auskunft über die zu hohe Belastung des I/O-Pools oder über die falsche Schaltung von Kanälen und Kontrolleinheiten. (Hier werden sich mit MVS/XA Neuerungen von noch unbekanntem Ausmaß, ergeben.)

Immerhin sind Multiprozessoren unter MVS das Beste, was IBM an Systemen bis heute offeriert hat.

Der dyadische Prozessor 3081 ist von der Software her gesehen ein Multiprozessor; ob er es von der Hardware her gesehen je wird, ist noch offen.

*Fritz Nussbaumer, EDV-Berater, Reinach bei Basel.