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16.06.2000 - 

Was ist aus den Directory Enabled Networks (DEN) geworden?

Das Projekt DEN liegt in vielen Unternehmen noch auf Eis

FRAMINGHAM (IDG) - Nach einem ehrgeizigen Start ist es seit längerem verdächtig ruhig um Directory Enabled Networks (DEN) geworden. Die Hersteller halten mit Neuigkeiten hinter dem Berg, weil sie fürchten, einen Ansturm auf die noch nicht verfügbaren Produkte auszulösen. Aber auch bei der Quality of Service (QoS) in Netzen drückt der Schuh längst nicht mehr so wie vor 18 Monaten.

Vor beinahe drei Jahren gründeten Cisco und Microsoft die Directory Enabled Network (DEN) Initiative. Ziel war, einen Standard für das Speichern von Informationen über Netzgeräte, Applikationen und Nutzer in einem einzigen Verzeichnis zu entwickeln. Dieses Directory würde dann einen Benutzernamen und sein Zugangsprofil für verschiedene Netzressourcen mit Policies verknüpfen, die den Zugang genehmigen oder beschränken sowie Bandbreiten und Privilegien zuteilen.

Die Arbeit an den Spezifikationen wurde an die Distributed Management Task Force (DMTF) weitergereicht, die inzwischen Fortschritte meldete: Eine neue Version des Common Information Model (CIM) erleichtert die Abbildung des CIM-Schemas auf ein LDAP-verträgliches Verzeichnis. CIM regelt die Darstellung der Daten im Verzeichnis.

Als die Initiative 1997 in Gang kam, enthüllten mehrere Netzwerkhersteller ehrgeizige Pläne für die Einführung von DEN. In den vergangenen 18 Monaten legte sich der Rummel wieder. Warum war in der letzten Zeit so wenig von dem Konzept zu hören? Es ist nicht allein das Warten auf den Standard. "Wir kochen das Thema derzeit auf niedriger Flamme, damit uns nicht Kunden die Bude einrennen und dann enttäuscht sind, weil es die Produkte noch nicht zu kaufen gibt", sagt Winston Bumpus, President der DMTF.

Unterdessen weichen Benutzer auf nicht DEN-verträgliche Verzeichnisprodukte aus, so auch Betrusted, ein Unternehmen für sichere Business-to-Business-Transaktionen. Betrusted verwendet ein Verzeichnis von Peerlogic, um digitale Zertifikate für autorisierte User auszustellen und zu speichern. Geoff Grabow, Chief Technology Officer des Unternehmens, beobachtet die Arbeit an DEN, ist aber nicht abhängig davon.

Aber die Zurückhaltung der Marketing-Leute ist nicht der einzige Grund, warum es so still um die Technologie ist. Auch der Nutzen, den DEN für Quality of Service (QoS) im Unternehmen bringen sollte, verliert an Attraktivität. Die Möglichkeit, QoS-Policies über Verzeichnisse mit Benutzern zu verknüpfen, galt ursprünglich als eine der Killerapplikationen für DEN. Aber Bandbreite ist inzwischen kein so knappes Gut mehr, auch die Preise haben in den vergangenen zwei Jahren nachgegeben. Das hat der Entwicklung den Wind aus den Segeln genommen. Vielen Benutzern reichen die einfachen Type-of-Service-Mechanismen, die bereits jetzt im LAN verfügbar sind.

Nichtsdestotrotz gibt es noch eine große Nachfrage nach DEN. Im Vordergrund steht dabei die Hoffnung auf selbstkonfigurierende Netze sowie auf QoS für WAN-Applikationen.