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09.11.1990 - 

Analyst erwartet Rezentralisierung vernetzter Strukturen

Das RZ der Zukunft steuert die Unternehmenskommunikation

09.11.1990

FRANKFURT (CW) - Zu den Aufgaben, die ein Rechenzentrum in den 90er Jahre zu erfüllen haben wird, gehört das Management der internen und externen Kommunikationsnetze, meint Dale Kutnick, Präsident und Leiter der Forschungsabteilung bei der Meta Group in Westport/Connecticut, auf der jüngsten Konferenz des Frankfurter Leasing-Unternehmens ECS.

Können die 80er Jahre als die Dekade der Personal Computer bezeichnet werden, so sind die 90er Jahre nach Einschätzung des amerikanischen Branchenbeobachters das Jahrzehnt der Netzwerke. PC, LAN und Server werden künftig über neue Verbindungstechnologien, sprich Glasfaserkabel, an die Rechenzentren gebunden und von dort zentral gesteuert.

Mit dieser Rezentralisierung wird, so der Meta-Group-Manager, eine Veränderung der RZ-Architektur einhergehen: Heterogene System- und Speicherkomplexe lösen die meist von IBM-Maschinen dominierten "Glashäuser" ab, vernetzte funktionsspezifische Systeme ergänzen die General-Purpose-Computer. Das RZ-Szenario der Zukunft könnte Kutnick zufolge so aussehen: Die Software-Entwicklung wird auf PCs und Workstations ausgelagert; Tandem-, Stratus- oder schnelle Unix-Maschinen dienen als Front-ends für die Transaktionsverarbeitung; die Datenbestands-Verwaltung erledigen spezielle Server, wie beispielsweise Teradata sie anbietet.

Den Einsatz von kleineren Rechnersystemen empfiehlt der Amerikaner vor allem aus Kostengründen: Zwar werde sich das Preis-Leistungs-Verhältnis der Mainframes jährlich um 12 bis 18 Prozent verbessern; der durchschnittliche Kapazitätsbedarf der Anwender steige jedoch um 25 bis 40 Prozent. Wo der Großrechner nicht zu ersetzen sei, biete sich zum einen der Einsatz von PCM-Systemen, zum anderen das Leasing von Gebrauchtcomputern an.

Allerdings wird die Hardware, darin sind sich die Marktbeobachter einig, in den DV-Budgets eine zunehmend kleinere Rolle spielen; der gravierendere Kostenfaktor sei die Software. Kutnick prophezeite denn auch eine Steigerung der jährlichen - Software-Ausgaben um 25 Prozent - verursacht nicht zuletzt durch die Preispolitik der Hersteller.

Wie sich die Kosten der IBM-Produkte entwickeln werden, glaubt der Analyst bereits zu wissen. Seine Prognose lautete: Die Hardwarepreise des Branchenführers sinken pro Jahr um 12 bis 18 Prozent, während dessen Softwarelizenzen um 15 bis 20 Prozent teurer werden.

Dem Anwender riet Kutnick, sich nach Offloading-Alternativen umzusehen, die nicht nur ein besseres Preis-Leistungs- , Verhältnis auf der Hardwareseite, sondern auch verringerte Lizenzgebühren bei der Software bieten. Hier kämen insbesondere funktionsspezifische Rechner auf Unix-Basis in Frage.

Trotz der kritisch-distanzierten Haltung gegenüber der IBM widmete Kitnuck dem blauen Riesen breiten Raum innerhalb seiner Marktanalyse. Das SAA-Konzept bezeichnete der Branchen-Insider als ein Kernkonzept der kommenden Jahre. Allerdings würden die Marketing-Kompromisse des Herstellers auch künftig die eigentliche Aufgabe dieses Konzepts behindern. Außerdem seien breitangelegte Implementierungen von SAA-basierten Anwendungen erst in zwei bis drei Jahren zu erwarten. Im Hinblick auf die jüngste Ankündigung des DV-Giganten empfahl der Unternehmensberater den Anwendern Gelassenheit. Mit einem Preisverfall der /390-Systeme sei erst Mitte des Jahrzehnts zu

rechnen; daher könne sich der Kunde mit der Installation Zeit lassen.