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Das SOA-Wachstum schwächt sich ab

07.11.2008
Gartner konstatiert einen "dramatischen Rückgang" der Unternehmen, die zum ersten Mal eine Service-orientierte Architektur einführen wollen.

Das amerikanische Marktforschungs- und Beratungshaus stützt sich auf mehrere internationale Umfragen unter Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Demnach wollen nur noch 25 Prozent erstmals eine SOA aufbauen. Im Jahr 2007 lag der Wert bei 53 Prozent. Dazu passt, dass sich die Zahl der Unternehmen, die keinerlei SOA-Pläne verfolgen, im Jahresvergleich von sieben auf 16 Prozent gesteigert hat.

Zwei Hinderungsgründe

Gartner organisiert die SOA-Studie bereits seit fünf Jahren. Zum ersten Mal seien die Wachstumszahlen nun zurückgegangen, erläuterte der Analyst Dan Sholler: "Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die aus unterschiedlichen Gründen im nächsten Jahr nichts in Sachen SOA unternehmen wollen." Vor allem zwei Gründe sprechen aus Sicht der Befragten gegen ein SOA-Engagement: der Mangel an qualifizierten Experten und das Fehlen eines tragfähigen Business Case.

Vielen Unternehmen sei nicht klar, wie sie die wirtschaftlichen Vorteile einer SOA darstellen können, so Sholler. Er beobachte diesbezüglich eine gewisse "Konfusion" unter den Verantwortlichen. Eine Rolle spielt nach seiner Einschätzung aber auch die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation.

Mehr Aufwand als Nutzen

Generell sind Unternehmen laut der Studie vorsichtiger geworden, wenn es um das Thema SOA geht. Mit zunehmender Erfahrung gelinge es ihnen besser, Aufwand und Nutzen von SOA-Initiativen gegeneinander abzuwägen. Das münde oft in die Entscheidung gegen ein SOA-Engagement.

Gegenwärtig nutzen 53 Prozent der Befragten zumindest in Teilen ihrer Organisation eine Service-orientierte Architektur. Weitere 25 Prozent planen dies innerhalb der nächsten zwölf Monate. Immerhin sind rund 20 Prozent dabei, eine Event-driven Architecture (EDA) aufzubauen. Immer häufiger setzen IT-Verantwortliche in ihren SOA-Vorhaben auf moderne Entwicklungsumgebungen wie Java- oder .NET-Frameworks, aber auch auf Skriptsprachen wie Perl, Python, PHP oder Ruby. (wh)