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07.04.1995

Das Spitzentrio liefert knapp die Haelfte aller Systeme HP, Sun und IBM: Das Trio der Erfolgreichsten im Unix-Markt

MUENCHEN (kk) - Hewlett-Packard schwebt noch immer auf einer rosaroten Wolke: steil ansteigender Auftragseingang, Wachstumsraten von bis zu 20 Prozent und Marktfuehrerschaft in diversen Sparten. Das naechste Kapitel der HP-Server-Vision lautet: Werde die Nummer eins im Midrange-Markt. Der Weg an die Spitze fuehrt fuer das Unternehmen aus Palo Alto ueber die Mitbewerber IBM und Sun.

Der Markt fuer Unix-Systeme wird zunehmend komplexer und unuebersichtlicher. DV-Verantwortliche, stellte die Gartner Group 1994 fest, sehen sich einer wachsenden Gruppe von Anbietern mit einer Vielzahl von Geraetemodellen gegenueber, die infolge ihrer immer kuerzeren Lebenszyklen permanent ergaenzt oder ersetzt werden. Der Anwender reagiert darauf "mit einer Fokussierung auf zwei oder drei Hersteller". Und die heissen bei Unix-Systemen derzeit IBM, HP und Sun.

Die neueste IDC-Studie ueber den weltweiten Markt fuer Unix- Komplettsysteme (CPUs inklusive Basisperipherie wie Datenspeicher, Terminals und Drucker) weist fuer das Jahr 1994 Hewlett-Packard die Spitzenposition zu. Das Unternehmen aus Palo Alto lag mit einem Anteil von 16,7 Prozent haarscharf vor dem Verfolger Sun Microsystems, der sich 16,3 Prozent vom Kuchen abschnitt. Die IBM sicherte sich einen Anteil von 12,7 Prozent und Rang drei. Dahinter klafft eine grosse Luecke, der Viertplazierte AT&T/GIS erreicht nur 6,1 Prozent Marktanteil und liegt damit knapp vor Silicon Graphics und Digital Equipment.

Betrachtet man jedoch die Wachstumsraten von 1993 auf 1994, so muss DEC an die erste Stelle gesetzt werden: Die wiedererstarkte Palmer-Company verzeichnet ein Wachstum von ueber 70 Prozent, gefolgt von der IBM mit 43 Prozent. Das Marktvolumen steigerte sich in diesem Zeitraum um 23,5 Prozent - das entspricht in etwa dem Zuwachs, den auch HP verbuchen konnte.

Analysten fuehren den rasanten Anstieg bei DEC darauf zurueck, dass es dem Unternehmen gelungen sei, seine VAX-Kunden von der Alpha- Architektur zu ueberzeugen. Eine Anwenderbefragung waehrend des Treffens der Decus (Digital Equipment Computer Users Society) Mitte vergangenen Jahres erbrachte, dass bereits 20 Prozent der Auskunftgeber auf die 64-Bit-Architektur umgestiegen waren und rund 80 Prozent diesen Schritt innerhalb der kommenden zwei Jahre planen. Ebenfalls gestuetzt auf eine Umfrage prognostiziert David Hudson, Vice-President der Pacer Software Inc., dass sich der Wechsel von VAX- auf Alpha-Maschinen im laufenden Jahr noch beschleunigen werde.

IBMs Wachstumsrate erklaert die Gartner Group damit, dass es Big Blue bei den RS/6000-Systemen G30, J30 und R30, die mit dem Power- PC arbeiten, im Herbst 1994 endlich gelungen sei, symmetrisches Multiprocessing und damit auch die Skalierbarkeit der Leistung einzufuehren. Das Fehlen von SMP-Unix-Rechnern kostete IBM den Marktforschern zufolge seit 1993 schaetzungsweise eine Milliarde Dollar Umsatz. Nutzniesser duerfte insbesondere Konkurrent HP gewesen sein, der mit seinen Rechnermodellen der HP9000-Familie, Serie 800 und den T500-Maschinen solche Systeme anbieten konnte.

Sun Microsystems, die Nummer zwei im Unix-Markt und Nummer vier bei Mittelklasse-Unix-Rechnern, konnte insbesondere im letzteren Bereich vergangenes Jahr stark zulegen.

Die Kalifornier scheinen auch mit der strategischen Neuausrichtung - weg vom reinen Workstation-Spezialisten, Ausrichtung auch auf die kommerzielle DV - den richtigen Weg beschritten zu haben. Nach ruecklaeufigen Gewinnen in den Jahren 1992 und 1993 erzielte Sun vergangenes Jahr erstmals wieder Zuwaechse im operativen Geschaeft und beim Nettogewinn.

Nach Ansicht der Analysten der Gartner Group verpasste die Konkurrenz in den Jahren 1993 und 1994 die Chance, Suns damalige Schwaechen auszunutzen: die vergleichsweise geringe Leistungsfaehigkeit der Sparc-Prozessoren und des Betriebssystems Solaris sowie das Fehlen einer eigenen Abteilung fuer professionellen Service, der meist an Drittanbieter abgegeben wurde.

Gleich in den ersten zwoelf Monaten seit dem Eintritt in den Enterprise-Server-Markt konnte Sun 12 000 Server vom Typ SS1000 und SC2000 sowie 27 000 Exemplare der SMP-Sparcserver MP6x0 absetzen. Auch technisch gab es Verbesserungen. Solaris 2.4 soll erheblich leistungsfaehiger sein, mit Ultrasparc wird demnaechst eine 64-Bit-RISC-CPU zur Verfuegung stehen. Das Geschaeft mit Suns Raid-Speicher-Systemen Sparcstorage Array traegt nach Angaben der Gartner Group bereits rund 50 Millionen Dollar pro Quartal zum Umsatz bei.