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14.03.1975 - 

Manager-Fitness-Kuren:

Das Überleben in der Wildnis üben

MÜNCHEN - Raus aus dem Rechenzentrum, weg vom Schreibtisch, zurück zur Natur bei einer jährlichen Fitness-Kur.

Allein im vergangenen Jahr haben sich über 600 amerikanische Management-Männer und Frauen (!) einem ungewöhnlichen Härte-Training unterzogen, das seit einigen Jahren von der im US-Bundesstaat Colorado beheimateten Outward School in den unwegsamen Colorado-Canyons durchgeführt wird. Die Teilnahme-Gebühren an einer Zehn-Tage-Wildnis-Kur oder, als Alternativ-Programm, an einer nicht minder strapaziösen Drei-Tage-Floß-Kur, liegen umgerechnet zwischen 700 und 1400 Mark.

Fit auf Firmen-Kosten

In den meisten Fällen wurden diese Kosten von den Firmen getragen. Denn: Immer mehr US-Unternehmen melden ihre leitenden Angestellten aus allen Betriebsbereichen zur jährlichen Fitness-Kur an. Der exzeptionelle Erfolg gibt den Befürwortern des antiken Leitgedankens "Gesunder Geist in gesundem Körper" recht. Bis an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit erschöpft kehren etwa 70 Prozent der Manager, so hoch liegt die durchschnittliche Durchhaltequote, mit neuen Kräften, größerer Selbstsicherheit und einer besseren Einstellung zur Zusammenarbeit an den Schreibtisch zurück. Wieviel Selbstdisziplin solche Wildnis-Exkursionen kosten, können Raucher und Liebhaber eines guten Tropfens wohl am besten ermessen: Während des Härte-Trainings sind der Konsum von Tabak, Alkohol beziehungsweise von stimulierenden Mitteln, strikt verboten.

Alles im Freien

Auf die bundesdeutsche Szene übertragen, beispielsweise im noch ursprünglichen Bayerischen Wald, würde das Zehn-Tage-Wildnis-Programm so ablaufen: Nachdem die ExkursionsTeilnehmer die Nacht im Freien verbracht haben, baden sie bei Sonnenaufgang im nächstliegenden Gewässer (Temperatur gleichgültig!) und bereiten das Frühstück.

Anschließend reinigen sie den Frühstücksplatz - und auf geht's zum Fußmarsch, der, je nach Terrainbeschaffenheit, 7 bis 14 Kilometer umfassen soll. Die Teilnehmer tragen dabei rund 18 Kilo Gepäck auf dem Rücken. Die Rastpausen werden mit Instruktionen über das Überleben in der Wildnis ausgefüllt. Am Abend darf die Härte-Truppe wiederum unter offenem Himmel speisen, sich das Schlaflager auswählen und sich Manager-Träumen hingeben.

Manager-Meditation

Dieses Fitness-Spielchen wiederholt sich fünf oder sechs Tage und Nächte lang. Dann löst sich die Teilnehmer-Gruppe für 24 Stunden auf. Diese Zeit muß in völliger Einsamkeit verbracht und zu intensivem Manager-Meditieren genutzt werden. Pflichteifrig fragen sich die leidgeprüften Leitenden: "Habe ich meine letzten zehn Aufgaben am Arbeitsplatz gut gelöst?

Welche fünf Dinge möchte ich vor meinem Tod noch anpacken und wie kann ich sie am besten bewältigen? Nach dieser schöpferischen Denkpause wird das vorherige Training für weitere vier Tage fortgesetzt. Das regenerierende Ergebnis physisch und psychisch, wurde eingangs schon beschrieben. In diesem Zusammenhang erhebt sich die Frage an EDV-Führungskräfte Wäre ein solches, realisiertes, bundesdeutsches Manager-Modell wirklich so absurd ? Stellungnahmen, beziehungsweise Diskussionsbeiträge, werden veröffentlicht und sind an die Redaktion Computerwoche zu richten.