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08.12.2006

Das unendeckte Offshore-Potenzial Osteuropas

Die Management-Berater von McKinsey wundern sich über die geringe Bedeutung der osteuropäischen Länder im weltweiten Geschäft mit IT-Auslagerungsdiensten.
Die Gehälter in den Nearshore-Ländern Osteuropas sind verhältnis- mäßig verhalten gewachsen. Das gilt allerdings nicht für beliebte Standorte wie Budapest, Prag, Krakau und Bratislava.
Die Gehälter in den Nearshore-Ländern Osteuropas sind verhältnis- mäßig verhalten gewachsen. Das gilt allerdings nicht für beliebte Standorte wie Budapest, Prag, Krakau und Bratislava.

Auf sparsame ein Prozent am gesamten, 30 Milliarden Dollar umfassenden IT- und BPO-Markt (Business Process Outsourcing) schätzt McKinsey den Anteil osteuropäischer Länder. Damit liegen sie deutlich hinter Offshore-Regionen wie etwa Indien, Irland, Malaysia und den Philippinen zurück, die allerdings auch auf den Rückhalt ihrer Regierungen vertrauen dürfen.

Qualifizierte Arbeitskräfte

Dabei können die Osteuropäer auf drei wichtige Vorteile verweisen: Die Löhne sind vergleichbar günstig wie in Indien; Investitionen sind relativ risikolos, weil die Länder auf eine zuverlässige Infrastruktur vertrauen können; es gibt eine kulturelle und geografische Nähe zu den westeuropäischen Industriestaaten. Auch die verhältnismäßig niedrige Inflation, und der stete Zufluss qualifizierter Arbeitskräfte aus den Hochschulen werde die Wettbewerbsfähigkeit stärken. McKinsey schätzt, dass sich die Offshore-Aktivitäten von 2005 bis 2008 verdreifachen und rund 130000 Arbeitsplätze schaffen werden.

Obwohl die Interessenten aus westlichen Industriestaaten in den Ländern gute Fremdsprachenkenntnisse - darunter auch deutsch- und französischsprachige Experten - vorfinden, bleibt die Wahl eines geeigneten Standortes eine Herausforderung. Die Löhne variieren abhängig von Land und Stadt, vor allem sollten sich Unternehmen jenseits der bekanntesten Offshore-Standorte wie Budapest, Prag, Krakau und Bratislava umsehen. In diesen Städten steigen die Löhne derzeit schneller als die Inflation.

Kleine Städte punkten

Interessante Alternativen bie- ten sich daher beispielsweise in vielen mittelgroßen Städten. McKinsey spricht von 40 bis 50 osteuropäischen Standorten mit Universitäten, die groß genug sind, um gut ausgebildete Arbeitskräfte hervorzubringen, und die ein kulturelles Umfeld pflegen, das diese qualifizierten Kräfte auch halten kann.

Wenig lokale Anbieter

Zurzeit sind die meisten Servicezentren in Osteuropa kaptive Einrichtungen, sie gehören also dem Unternehmen, das die Arbeiten in Niedriglohnländer auslagert. Unabhängige osteuropäische Service-Provider sind derzeit gut mit Wachstumsraten von 20 Prozent und mehr ausgelastet, die sie im heimischen Markt erzielen. Dennoch zählen die Management-Berater einige Ausnahmen auf: Luxsoft in Russland und Ericpol Telecom in Polen sind Beispiele, sie betreiben eigene Service Center. Luxsoft könne mit dieser Strategie seit fünf Jahren auf 60 bis 70 Prozent Wachstum per annum verweisen, staunt McKinsey. (jha)