Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Neues Material gesammelt


21.05.1993 - 

Das US-Kartellamt holt wieder zum Schlag gegen Microsoft aus

Wie der britische Informationsdienst "Computergram" unter Berufung auf das US-Fachblatt "PC Week" mitteilt, hat das FTC neues Argumentationsmaterial zusammengestellt, das den beim FTC entscheidungsbefugten Commissionern zur Beurteilung vorgelegt wird. Die verantwortlichen FTC-Beamten waren vor einigen Wochen zu keiner Entscheidung gekommen, wie im Fall Microsoft zu verfahren sei.

Haltung der FTC-Behoerde ist noch unklar

Seinerzeit hatte einer von fuenf Juroren sich fuer befangen erklaert und damit auch nicht an der Abstimmung zum weiteren Procedere bezueglich der Untersuchung gegen die Softwerker aus Redmond teilgenommen. Die verbliebenen vier Stimmen ergaben ein Patt.

In der Industrie wertete man das Vorgehen der FTC-Behoerde unterschiedlich: Einige Marktbeobachter sahen in der unentschiedenen Haltung der Beamten ein positives Zeichen fuer Microsoft, in dem sich das Bemuehen des Kartellamts dokumentiere, nicht "eine goldene Gans der US-Industrie" zu schlachten. Andere Insider interpretierten jedoch eher Negatives: Das FTC wolle lediglich Zeit gewinnen, um noch weiteres Material - auch von Microsoft-Kontrahenten - sammeln und dann um so haerter zuschlagen zu koennen.

William H. Gates III kommt nicht ungeschoren davon

Die jetzt publik gewordenen Informationen deuten darauf hin, dass William H. Gates III nicht ganz ungeschoren davonkommen wird. Den vier Commissioners soll eine Vorlage ueberstellt werden, die sich vor allem auf drei Vorwuerfe konzentriert: Erstens beschuldigt die FTC Microsoft, absichtlich eigene Software modifiziert zu haben, damit Konkurrenzprogramme nicht oder nur eingeschraenkt auf Microsoft-Produkten ablauffaehig sind.

Novell hatte diesbezueglich behauptet, Microsoft habe bei Windows 3.1 solchermassen Eingriffe vorgenommen, dass DR-DOS - ein Konkurrenzprodukt zum DOS-Betriebssystem - nicht mehr mit der DOS- Oberflaeche betrieben werden koenne. Microsoft bestreitet diesen Vorwurf allerdings.

Zweitens legt das FTC Microsoft gewisse Praktiken bei der Informationsverteilung an Software-Entwickler zur Last. Konkret bezieht sich dies auf den Vorwurf, Microsoft lege APIs von Windows nicht offen und erschwere es so Independant Software Vendors (ISV) wie Lotus, Borland oder Wordperfect, Applikationen fuer Windows zu schreiben.

Schliesslich glauben die FTC-Maenner, Microsoft nachweisen zu koennen, dass die Gatesianer ihr Monopol im PC-Betriebssystem- Bereich nutzten, um Microsoft-Anwendungen am Markt durchsetzen zu koennen. Vor allem dieser Vorwurf wird immer wieder von ISVs geaeussert.

Wenn drei der vier Commissioners sich der Meinung der FTC- Juristen anschliessen, die seit zweieinhalb Jahren die Untersuchung gegen Microsoft durchfuehren, waere der Weg fuer eine Anklage durch die Regierung gegen Microsoft aufgrund der Antitrust-Gesetzgebung frei.

Die Microsoft GmbH aus Unterschleissheim bei Muenchen wollte wie bisher mit Berufung auf das schwebende Verfahren keine Aussagen zum Sachverhalt machen.