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04.08.2005

Das Vertrauen in die Zukunft fehlt

IT-Investitionen wachsen in Europa langsamer als weltweit.

Die IT-Budgets werden im laufenden Jahr in Westeuropa um 3,6 Prozent zunehmen, weltweit ist mit einem Wachstum um 5,6 Prozent zu rechnen - auf einen Gesamtumsatz von 2,6 Billionen Dollar. Diese Zahlen hat das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner anlässlich seines jüngsten Symposiums in Barcelona bekannt gegeben.

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www.computerwoche.de/go/

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*68337: Die IT muss dem Business folgen.

Nach der Gartner-Prognose wachsen die IT-Budgets im westlichen Europa also deutlich langsamer als weltweit. Allerdings wollen die Analysten dies nicht als Anzeichen dafür gewertet wissen, dass derzeit in der IT nichts passiere. Vielmehr ständen in den Unternehmen gerade in diesem Jahr Entscheidungen von großer Tragweite an.

Dazu Peter Sondergaard, globaler Forschungs-Chef bei Gartner: "Megathemen wie das Jahr 2000 und große Anpassungen an behördliche Vorgaben haben wir hinter uns gelassen. Deshalb meinen viele IT-Profis, wir befänden uns derzeit in einer Periode, in der die IT immer noch schwierig genug sei, die aber die IT-Anwender und -anbieter nicht mehr vor ungewöhnliche Herausforderungen stelle. Weit gefehlt! Es kündigt sich eine ganze Reihe von technischen und organisatorischen Veränderungen an, die jeden IT-Bereich erschüttern werden."

Mangel an Vertrauen

Aus Sicht von Roger Fulton, Vice President und Chef-Analyst bei Gartner, resultiert der zögerliche Budgetanstieg in Europa aus einem Mangel an Vertrauen in die Zukunft: "In einer schleppenden Wirtschaft werden die Organisationen risikoscheu. Sie wollen lieber den Status quo erhalten, anstatt sich mit Veränderungen zu beschäftigen und darin zu investieren."

Diese Taktik halten die Gart- ner-Analysten für falsch: Sollen die Informationssysteme einen zentralen Beitrag ("Contribu- tion") zum Geschäft, also mehr als nur Hilfestellung ("Enabling"), leisten, so müssen die IT-Chefs Selbstbewusstsein demonstrieren und glaubhaft machen, dass sie die Komplexität technischer und organisatorischer Veränderungen bewältigen können.

Fundamentale Entscheidungen

IT-Verantwortliche, die sich für diesen Weg entscheiden, haben fundamentale technische Entscheidungen zu treffen, so Gartner. Unter anderem verlangen folgende Fragen nach Antworten:

- Unter welchen Umständen dürfen die externen Systeme der eigenen Mitarbeiter auf die Unternehmens-IT zugreifen?

- Wie lange soll das Unternehmen noch in die vorhandenen Systeme investieren, wenn ein Großteil der Software demnächst Service-orientiert entwickelt wird?

- Ist heute schon der richtige Zeitpunkt, die Unternehmenskommunikation auf Voice over IP umzustellen?

- Ab wann wird die Bezugsquelle für IT-Infrastrukturleistungen ganz selbstverständlich eine externe sein?

Diese und ähnliche Entscheidungen müssen laut Sondergaard bereits in den kommenden zwei Jahren getroffen werden: "Ohne Zweifel sind viele der neuen Technikpfade, die auf uns warten, komplexer als ihre Vorgänger, und die ökonomischen Bedingungen mögen heute alles andere als ideal sein. Doch die IT-Organisation muss genug Selbstvertrauen haben, um die wichtigen Entscheidungen hinsichtlich neuer Technologien zu treffen." Ansonsten werde sie sich niemals von einem Business-Enabler zu einem Business-Contributor entwickeln und eine tragende Rolle in der Geschäftsstrategie ihrer Unternehmen spielen. (qua)