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02.04.1999 - 

Regierung soll Pläne für Internet-Steuer begraben

Das Wachstum des Web-Handels setzt sich unvermindert fort

HANNOVER (CW) - Auf der CeBIT skizzierten Vertreter des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft, Eco Electronic Commerce Forum e.V., die Situation des elektronischen Geschäftsverkehrs hierzulande und gaben einen Ausblick auf das Jahr 2001. Außerdem appellierte der Verband an die Bundesregierung, den Internet-Handel nicht durch Steuern und Regulierungswut zu behindern.

Nach Ansicht von Geschäftsführer Harald Summa wird der Umsatz im elektronischen Geschäftsverkehr unvermindert zunehmen. Lag der Absatz von Waren und Dienstleistungen über das Internet 1998 noch bei einer Milliarde Mark, so soll er dieses Jahr einem Gegenwert von fünf Milliarden Mark entsprechen. Die Zahlen resultieren aus einer Umfrage unter 100 Internet-Dienstleistern, Telekommunikationsfirmen sowie Hard- und Softwareherstellern, die im Industrieverband organisiert sind.

Dem Eco zufolge dürfen die steigenden Umsätze im Web jedoch nicht zu einer Sonderbesteuerung des Internet führen. Der Verbandsgeschäftsführer forderte daher das Bundesministerium für Finanzen auf, von der geplanten Internet-Steuer Abstand zu nehmen. Summa lehnt auch eine Registrierung von Web-Shops ab, die bezwecken würde, daß Finanzämter Einblick in die Transaktionsprotokolle und Abrechnungsdaten der Internet-Service-Provider (ISPs) erhalten. Dies, so der Eco, würde dazu führen, daß viele Firmen auswandern. Es bleibt abzuwarten, ob diese Appelle Gehör finden, da es kein Vertreter der Bundesregierung für nötig hielt, zur Eröffnung der CeBIT zu erscheinen.

Darüber hinaus stellte der Eco-Geschäftsführer Summa sieben Thesen auf, die beschreiben, wie er sich das Internet-Geschäft im Jahr 2001 vorstellt (siehe Kasten).

Auf der Messe erneuerte die Internet-Wirtschaft ihr Angebot, binnen eines Jahres etwa 120000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. So suchten ISPs in Deutschland 20000 Internet-Spezialisten. Angesichts des Fachkräftemangels sollten neue Ausbildungsberufe für Internet-Fachleute geschaffen werden. Leider, so Harald Summa, fanden diese Vorschläge bisher kein Echo bei der Politik.

Sieben Thesen

- Ende 2001 werden weltweit 150 Millionen Rechner mit dem Internet verbunden sein.

- 75 Prozent des gesamten Web-Geschäfts entfallen auf Transaktionen zwischen Firmen (Business-to-Business). Dies entspricht einem Marktvolumen von 86 Milliarden Mark.

- Bis zum Jahr 2001 wird sich der Konsumentenanteil am Internet-Geschäft (Consumer-to-Business) auf 17 Milliarden Mark verdreifachen.

- Geschäftsbeziehungen der Zukunft finden vornehmlich digital statt. Über ein Drittel des Geschäftsverkehrs wickeln Unternehmen über Extranets und Web-basierte Electronic-Data Interchange-(EDI-)Systeme ab.

- Transaktionen über Web-basierten EDI in Verbindung mit der Extensible Markup Language (XML) werden den traditionellen Austausch von geschäftlichen Daten verdrängen. Ihr Anteil steigt von heute fünf auf 65 Prozent im Jahr 2001.

- Statt staatlicher Regulierung wird sich das Internet-Geschäft selbst regulieren. Dies gelte auch für den Urheberschutz, Haftungsfragen, Datenschutz, Vertragsrecht und den Schutz der Verbraucher.

- Der E-Commerce wird Geschäftsprozesse in Unternehmen und bestehende Wertschöpfungsketten verändern.