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18.04.1997 - 

"Computerworld" zeichnete außergewöhnliche Projekte aus

Das Web zieht innovative Anwendungen magisch an

In diesem Jahr war alles anders. Zwar zeichnet die "Computerworld" - wie in den Jahren zuvor - wieder 100 Unternehmen aus, die besonders fortschrittlichen und erfolgreichen Gebrauch von der Informationstechnik machen. Doch sah sich das US-Blatt diesmal außerstande, den Anwendern ein Ranking zu verpassen.

Die Begründung: Wer im Jahre 1997 über Informationstechnik spricht, meint das Internet - entweder das globale Netz der Netze oder dessen Technik hinter den Mauern einer Firewall. Wenn es um das Web geht, eignen sich aber weder die Umsätze noch die Entwicklungskosten als Indikatoren für den geschäftlichen Wert der Applikation. Zudem lassen sich bei Anwendungen, die in den meisten Fälllen nur etwa ein Jahr alt oder jünger sind, noch keine Returns on Investment ermitteln. Wo aber harte Dollarwerte fehlen, wird es schwierig, die Projekte in eine Rangfolge zu bringen.

Trotzdem hat die "Computerworld" unter 10000 befragten Organisationen 100 herausgesucht, die nach Ansicht der Redaktion die Innovation und Weiterentwicklung der Web-Technologie im US-Markt repräsentieren. Zwei dieser Unternehmen sollen im folgenden näher vorgestellt werden.

Wie in anderen Betrieben, so war auch das erste Internet-Projekt bei J.B. Hunt Logistics eher bescheidener Natur. Die Web- Site diente dem Unternehmens- bereich des Transport-Management-Anbieters J.B. Hunt Transport Services mit Sitz in Lowell, Arkansas, erst einmal dazu, mit den Kunden zu kommunizieren und ihnen ein paar grundlegende Auftragsverfolgungs-Funktionen zur Verfügung zu stellen.

Die wirkliche Herausforderung kam auf die IS-Direktorin Tracy Black zu, als J.B. Hunt im Frühling des vergangenen Jahres die gesamte Transportlogistik der JC Penney Co. übernahm. Der Einzelhandelsriese ließ sich versprechen, daß er den Status jeder Warensendung (insgesamt 70000 Lastwagenladungen von etwa 500 Lieferanten im Jahr) ständig in Echtzeit abrufen könne. Erschwerend kam hinzu, daß die dafür notwendige IT-Lösung in weniger als zwei Monaten lauffähig sein mußte, weil JC Penney ab dem 1. Juli 1996 wie in jedem Jahr die Lagerbestände für das Weihnachtsgeschäft an seine Distributionszentren verteilen wollte.

Mit Hilfe des Internet konnten Black und ihre Mitarbeiter innerhalb von sechs Wochen eine Anwendung erstellen, die die unterschiedlichen Systeme zweier Unternehmen miteinander verbindet, sprich: den Angestellten von JC Penney Zugriff auf die Logistikdatenbank des Transport-Management-Anbieters ermöglicht. Die Applikation hat insgesamt 30000 Dollar gekostet und läßt sich nach Hunt-Angaben auch an die Bedürfnisse anderer Kunden anpassen.

Ein ähnliches Problem galt es bei der in Kansas City, Missouri, ansässigen Engineering-Firma Black & Veatch (B&V) zu lösen. Das Unternehmen hatte einigen Kunden seiner Konstruktionsprojekte zugesichert, daß sie den Verlauf der Bauarbeiten jederzeit online verfolgen könnten.

Konkret handelte es sich um viele Millionen Dollar schwere Aufträge aus der Telecom-Industrie. Die US-Carrier hatten, soweit sie eine Lizenz ersteigern konnten, Anfang 1996 gerade damit begonnen, die Infrastruktur für die zellularen Personal Communications Services (PCS) zu errichten. Das Interesse der Anbieter an einem möglichst raschen Fortschritt ihrer Konstruktionsprojekte resultierte aus knallharten wirtschaftlichen Notwendigkeiten, wie Jim Baird, Netz-Manager bei B&V, erläutert: "Das erste Unternehmen, das die Funktürme aufgestellt hat, kann sich den Löwenanteil des Geschäfts sichern."

Baird sah drei Möglichkeiten, die Ansprüche der B&V-Kunden zu erfüllen: Zum einen konnte er die Konstruktionsleiter mit Laptops ausstatten und von ihnen verlangen, daß sie die erforderlichen Informationen ermittelten und sie regelmäßig an einen Datenbank-Server in der Unternehmenszentrale weitergaben, wo sie dann für Management-Reports aufbereitet würden. Zum anderen war es zumindest denkbar, den Anwendern via Terminal den direkten Zugriff auf die Mainframe-Datenbank zu erlauben.

Auf der Hand lag aber eine dritte Möglichkeit: Da die betreffenden Kunden alle Telecom-Anbieter waren, konnten sie praktisch von überall her auf das Internet zugreifen. Also schrieb Baird mit seinem Team eine C++-basierte Front-end-Anwendung für das World Wide Web, mit deren Hilfe sich jeder autorisierte Benutzer selbst Zugang zu den relevanten Informationen verschaffen kann. Gespeist wird die Web-Site von einer Oracle-Datenbank hinter der Firewall. Auf diese Weise kommt der Anwender niemals direkt mit den Unternehmensdaten in Kontakt..