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Kolumne/


06.09.1996 - 

"Das Wettrüsten ist beendet"

Als Bill Gates vor ziemlich genau einem Jahr in bester Hollywood-Manier Windows 95 in den Markt drückte, lag ihm die DV- Branche zu Füßen. Man war sich völlig sicher: Microsoft würde dem Geschäft neue Impulse geben. Die Anbieter rieben sich die Hände - gingen sie doch davon aus, daß sich die Kunden auf ihre PCs, Speichererweiterungen, 32-Bit-Applikationen etc. stürzen würden.

Wer aber heute einen Blick auf die jüngsten Verkaufsstatistiken in der PC-Branche wirft, reibt sich verwundert die Augen. Das Geschäft mit Multimedia-PCs verlief wider Erwarten schlecht. Chiphersteller mußten die Produktion wegen geringer Nachfrage drosseln, die Aktienkurse bedeutender PC-Softwarehäuser brachen wegen des schleppenden Geschäftsverlaufs weg.

Kein Zweifel: Als Motor, der die Nachfrage nach IT-Gütern in Gang halten sollte, hat Windows 95 versagt. Nahezu von einem Tag auf den anderen verweigerten private wie professionelle Anwender die weitere Teilnahme am PC-Wettrüsten - zum Entsetzen der Branche.

Erklärungen hierfür gibt es viele. Sie reichen von der unsicheren wirtschaftlichen Lage bis hin zu steuerlichen Gründen: Obwohl die Innovationszyklen im High-Tech-Bereich immer kürzer werden, halten die Benutzer an älterer Technik fest, um ihre Geräte voll abschreiben zu können.

Mehr noch sorgt jedoch die Diskussion um die künftige Bedeutung des Internet bei den Kunden für Zurückhaltung. Wenn es denn stimmt, was Sun, Oracle und IBM lautstark verkünden - daß nämlich die Musik künftig im Netz der Netze und nicht mehr auf der Festplatte spielt -, dann macht es keinen Sinn, das Privat- Rechenzentrum am Arbeitsplatz weiter auszubauen. Ein "Thin Client", oder besser noch der vorhandene 486-PC mit entsprechender Multimedia-Peripherie, reicht als Netzstation völlig aus.

Das Verhalten von Microsoft ist nicht dazu angetan, die Unsicherheit der Anwender zu zerstreuen. Unter Ausnutzung ihrer dominierenden Marktposition versuchen die Softwerker mit aller Macht, verlorenes Terrain im Browser-Markt gutzumachen und die eigenen Internet-Technologien durchzusetzen. Irritiert warten die Kunden erst einmal ab sie sind einfach nicht daran gewöhnt, daß ihr Haus-und-Hof-Lieferant einem Trend hinterherläuft.